LUXEMBURG
INGO ZWANK

Madeleine Putz und ihre Ausstellung „Africa“ in der KritzelFabrik

Sie hat die Bilder vor Augen, die über die Flüchtlingsthematik in den Nachrichten gesendet werden und auch die Bilder, die ihr Ehemann im Senegal gemacht hat: Die luxemburgische Künstlerin Madeleine stellt aktuell ihre Kunst zum Thema „Africa“ in der KritzelFabrik bei Jacques Schneider aus.

„Ich wollte nicht Kunst studieren“

Putz ist in einer Familie aufgewachsen, in der Kunst schon immer ein Thema war. Ihre Eltern hatten eine Galerie und haben jungen Künstlern gerne eine Plattform gegeben, sich und ihre Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. „So bin ich schon von klein an mit Kunst in Kontakt gekommen“, erzählt Putz.

In der Schule hat sie dann selbst das erste Mal zum Stift gegriffen. Sie hat die „Section Artistique“ besucht und 1987 ihren Schulabschluss gemacht. „Allerdings habe ich dann die Kunst und die Arbeiten auf die Seite gelegt, mir fehlten einfach die Ideen“, sagt Putz . Sie lernte Büroangestellte.

„Ich habe im Beruf nichts mit Kunst zu tun, ich wollte auch nicht Kunst studieren, die Inspiration fehlte zu diesem Augenblick.“

Erst 2004, sieben Jahre später, griff sie wieder zum Stift, eine Freundin motivierte sie. „Mir sind plötzlich die Ideen wieder gekommen und man sagte mir, ich müssen unbedingt wieder mit der Malerei anfangen. Da habe ich auch meine ersten Kurse an der Europäischen Kunstakademie in Trier bei Christine Henn, Dozentin für Freie Malerei,belegt.“ In den kommenden Jahren hat Putz mal mehr, mal weniger gemalt. „Im Jahr 2011 habe ich dann eine meiner ersten Ausstellung ‚Portraits and more‘ präsentieren können. 2014 konnte ich auf dem Salon des ‚Cercle Artistique de Luxembourg‘ ausstellen, was mich natürlich sehr gefreut hat. Und so ist es gekommen, dass ich alle zwei Jahre eine Ausstellung mache.“

Ihre Projekte sind sehr persönlich. „Kunst war in unserer Familie sehr präsent. Meine Mutter hat sehr viel fotografiert. Meine Inspiration für die Gemälde bekomme ich oft von Bildern meiner Mutter, die meist in schwarz/weiß sind und die ich dann entsprechend interpretiere. Das sind Bilder von mir, zusammen mit meinem Vater oder auch meinen Geschwistern, bei privaten Anlässen oder auch im Urlaub geknipst.“

Inspiration durch Dias des Ehemannes

So ist es auch bei der aktuellen Ausstellung „Africa“. Durch die Berichterstattung über die Bevölkerung in Afrika aufgeschreckt, die oft aufgrund von Bürgerkriegen, Hungersnöten und reiner Verzweiflung den gefährlichen Weg nach Europa sucht, schossen Putz viele Gedanken zu den Flüchtlingsdramen durch den Kopf. „Wie würde es mir gehen, wenn ich alles hinter mir lassen müsste, flüchten müsste in ein fremdes Land“, sagt Putz im Gespräch. So habe sie versucht, sich in diese Unglückslage zu versetzen. Eine Lage, die auch von Gefahren und Ungewissheit gezeichnet ist. „Zuerst eine Überfahrt, dann auch Aspekte wie Rassismus, mit denen sie zu kämpfen haben.“ Auf diese Weise entstanden die Zyklen „Hope/Hoffnung“ und „Take a Chance/Nutze die Chance“. Inspiriert zu ihren Werken wurde sie darüber hinaus auch direkt von Bildern und Dias, die ihr Mann bei einem Besuch im Senegal gemacht hat.

Kohle, Acryl und mehr

Wie würden sie ihren Malstil bei den „Africa“-Bildern beschreiben? „In Bezug auf frühere Arbeiten würde ich ihn durchaus als abstrahiert, auch expressionistisch bezeichnen, wobei ich sehr gerne Acryl und Kohle benutze. Öl habe ich noch nicht benutzt, aber das Arbeiten mit den unterschiedlichen Schichten ist mir etwas langwierig, wenn ich dran bin, muss es schon schnell gehen. Dabei liebe ich Magenta oder auch Gelb als Primärfarbe.“ Bei den aktuellen Werken kam auch wieder Acryl, Tinte und auch Kohle zum Einsatz. „Aber ich begann wieder mit dem Zeichnen“, erzählt Putz.

2017 ist so zuerst eine Reihe unter dem Titel „A man’s best friend“ entstanden. Da ging es um den besten Freund des Menschen, den Hund - unterschiedliche Typen in unterschiedlichen Situationen. „Manche Hunde, die ihr Glück in Familien gefunden haben, aber auch welche, die im Tierasyl ihr Leben verbringen müssen. So sind 30 Gemälde entstanden, die auch in der KritzelFabrik zu sehen sind.“ Ein Teil des Erlöses geht hier an den Tierschutz.

Bei den Werken zu „Africa“ fing Putz an, auf Papiertischdecken ihre ersten Entwürfe umzusetzen. Vor allem die Kohle wurde später gut fixiert, teils ausgeschnitten und als Collage zusammengestellt. „Dieses Papier ist genial“, resümiert Putz mit Blick auf ihre neuentdeckte Malunterlage und das Ergebnis im Format 90 mal 120 Zentimeter, das noch bis zum 10. Februar in der KritzelFabrik zu sehen ist.

Die Ausstellung kann in der KritzelFabrik in der Rue Origer Nummer 3 in Luxemburg besucht werden - Öffnungszeiten: montags bis samstags von 11.00 bis 18.00. Mehr über die Künstlerin und über ihre Werke auch unter www.art-m-putz.com und auf Facebook unter „Art by MPutz“.