LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Das achte Rendezvous der Filmschaffenden: Zwei Neuerungen beim „Lëtzebuerger Filmpräis“

Die Amerikaner haben den Oscar. Die Franzosen den César. Die Belgier den Margritte, und in Deutschland werden jährlich die Deutschen Filmpreise vergeben. Luxemburg hinkte seinen Nachbarländern mit Belohnungen für seine Filmindustrie hinterher, zumal diese in den letzten Jahrzehnten enorm gewachsen ist. 2003 wurde der erste „Lëtzebuerger Filmpräis“ ins Leben gerufen. Als Belohnung gab es eine Statue von Patricia Lippert für den besten luxemburgischen Film und die beste Koproduktion sowie die besten Filmschaffenden. Mehrmals wurde der Abstimmungsmodus geändert, bis 2014 die Organisation der Wahl an die „Lëtzebuerger Filmakademie“ übertragen wurde. Jetzt dürfen alle Mitglieder der Akademie in neun Kategorien wählen. Im Sitz des Luxemburger Film Fund wurden die Modalitäten der achten Vergabe gestern vorgestellt.

Der Tag der Entscheidungen

Am 22. September wird die vom Film Fund organisierte Verleihungszeremonie im Großen Theater in Luxemburg über die Bühne gehen. Die Schauspieler Elisabet Johannesdottir und Isaac Bush werden zusammen mit dem Schriftsteller Guy Helminger die Preisverleihung moderieren. Für die musikalische Umrahmung sind die Jazzmusiker Michel Reis und Pol Belardi verantwortlich. Ein paar Überraschungen sind nicht auszuschließen.

Der Präsident der Filmakademie, Claude Waringo, ging auf zwei Neuerungen ein. Erst einmal wird der beste luxemburgische Schauspieler oder die beste luxemburgische Schauspielerin gewählt. Dann stehen Fernsehproduktionen zur Wahl wie auch Produktionen aus den neuen Medien, wie dem Internet. Er betonte zudem, dass dieses Jahr eine Vorauswahl in verschiedenen Kategorien stattfand, da zu viele Filme angemeldet waren. Schlussendlich einigte man sich auf maximal zehn Filme respektive Namen pro Kategorie. Während die Kategorien bester luxemburgischer Film und Animationsfilm zusammengelegt wurden, trennte man die Kategorie des besten kreativen Beitrags. Der eine Teil ist den Schaffenden aus dem Animationsbereich vorbehalten und der zweite wie gewohnt den Kostüm- und Szenenbildnern, Drehbuchautoren, Komponisten, Kameraleuten, Filmeditoren und Make-up-Artisten. Insgesamt stehen 47 Filme zur Wahl.

Es darf gewählt werden

Selektioniert sind alle Filme, die im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 15. Juni 2018 öffentlich gezeigt wurden. Etliche Filme waren zwar bei uns noch nicht im Kino, wie „Black 47“ von Lance Daly oder „Fauves“ von Robin Erard, aber da sie im Wettbewerb von Filmfestivals starteten, sind sie für den „Filmpräis“ zugelassen. Bis zum 14. September dürfen die Mitglieder der Akademie abstimmen. Sie bekommen in den nächsten Tagen die Zugangscodes geschickt. Alle, die ihren Beitrag an die Akademie noch nicht bezahlt haben, können dies noch nachholen. Nach einem Publikumspreis gefragt meinte Film-Fund-Direktor Guy Daleiden: „Wir haben schon viele Möglichkeiten analysiert, aber noch keine ideale gefunden. Wenn wir eine geeignete Lösung finden, dann führen wir den Preis wieder ein.“ Claude Waringo bemerkte, dass dieses Jahr in Frankreich der Film mit den meisten Zuschauern den César des Publikums erhielt, aber damit war auch niemand zufrieden, denn es war „Raid dingue“, eine eher missratene Komödie von und mit Dany Boon. Es wird spannend, wenn die „Rusty Boys“ mit einem „Toy Gun“ „Meng Kollegen aus dem All“ beim „Barrage“ bedrohen, und „Croc Blanc“ aus dem „Gutland“ kommt und für „Justice dot net“ sorgt.