BOURGLINSTER/ECHTERNACH
INGO ZWANK

Auf Mode-Visite im Großherzogtum: Modemacher Harald Glööckler im „Journal“-Interview

Er ist Modemacher, Designer, Maler und Künstler: Das Multitalent Harald Glööckler ist bekannt für seinen exzentrischen Lifestyle und seine „pompöösen Kreationen“. Aus dem heimischen „Chateau Pompöös“ im rheinland-pfälzischen Kirchheim an der Weinstraße zog es Glööckler vor einigen Tagen an die Sauer, gab es doch eine Autogrammstunde im ersten „Pompöös Popup Store“ des Großherzogtums in Echternach. Glööckler - er feiert übrigens in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum seines Modelabels „Pompöös by Harald Glööckler“ - war der Einladung von Store-Besitzer Christian Pierret gefolgt.

Das „Enfant terrible“ der deutschen Modeszene war abends Gast auf Schloss Bourglinster, wo zu einem „Pompöös Dinner“ für den guten Zweck geladen war.

Im „Journal“-Interview spricht Harald Glööckler mit uns unter anderem über das Geheimnis
seines Erfolges.

Herr Glööckler, welche Verbindung hatten Sie vor Ihrem heutigen Besuch zu Luxemburg?

Harald Glööckler Ja, es ist mein erster Besuch hier in Luxemburg. Luxemburg kannte ich vorher nur aus dem Lied „Oh Pardon, sind Sie der Graf von Luxemburg?“ von Dorthe Kollo. Und natürlich denken alle Leute, die Luxemburger sind alle reich - wie die Schweizer auch. Und alle Gartenzäune sind hier aus Gold. Dabei hab ich festgestellt, dass das gar nicht so ist. Aber es ist sehr schön hier, ich komme bestimmt wieder und bleibe dann auch über Nacht. Vielleicht darf ich ja im Palast des Großherzogs übernachten. Ich kann auch mein eigenes Bett mitbringen. Sie wissen ja, ich designe auch Betten…

30-jähriges Jubiläum Ihres Modelabels POMPÖÖS by Harald Glööckler - was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Glööckler Mein Vorteil ist, dass ich sehr vielseitig talentiert bin und auch immer wieder neue Sachen angehe. Und mich nie nur auf eine Sache verlasse. Ich mache grundsätzlich mehr als viele andere. Dadurch ist es auch okay, wenn ein Projekt vielleicht mal nicht so gut läuft, weil dann eben ein anderes super funktioniert. Doch ich bin nicht nur kreativ, sondern auch ein guter Unternehmer.

Dazu gehört Disziplin und auch Fleiß, da bin ich fast schon konservativ. Viele wollen so sein wie der Glööckler, wenn sie aber dann mitbekommen, wie viel Arbeit und Fleiß dahinter steckt, dann wollen sie es auf einmal nicht mehr.

Sie haben einmal gesagt: „Das Leben ist nichts ohne die Kunst. Jede Kreation beginnt mit einer künstlerischen Inspiration und auch jedes Modestück ist ein kleines Kunstwerk in sich.“ Wie inspirieren Sie sich oder was inspiriert Sie?

Glööckler Ach, ich habe in meinem Leben schon so viel gesagt… Ich brauche keine Inspirationsquellen, weil alles aus mir selbst heraus entsteht. Die Lollobrigida sagte einmal über mich, ich sei „ein Vulkan voller Ideen“. Das einzige Problem ist tatsächlich dabei die Zeit, alles umzusetzen, was ich mir ausdenke.


„Jede Frau soll sich mit der richtigen Kleidung wie eine Prinzessin fühlen dürfen“ - wie würden Sie ihren Stil beschreiben?

Glööckler Entschuldigen Sie, so eine Frage kann aber auch nur ein Mann stellen. Der Name ist doch bei mir Programm: Pompöös… Pompöös! Opulenz trifft bei mir auf Minimalismus. Diese Dualität ist auch besonders wichtig, weil sich beide Aspekte gegenseitig unterstützen.

Interessieren Sie sich eigentlich für Trends von Marken oder Modehäuser?

Glööckler Kein großes Modehaus kreiert heutzutage noch irgendwelche Trends. Es geht eher darum, eine eigene Stilrichtung zu etablieren. Der Kunde macht mit seinem Kaufverhalten doch den Trend - und dann gibt es wiederum kommerzielle Modemarken, die diese Trends dann aufgreifen und vermarkten.

Wer ist für Sie eine Stilikone der Modewelt?

Glööckler Neben Frauen wie Gina Lollobrigida, sie sieht auch in ihrem Alter noch sehr toll aus, findet ich Marlene Diedrich als absolute Ikone. Sie hat für mich einen zeitlosen Stil geschaffen.