LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

APATEQ-Chef Bogdan Serban ist zum Weltwirtschaftsforum in der Schweiz eingeladen

Bogdan Serban wird in der kommenden Woche am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnehmen. Mit uns sprach der Geschäftsführer von APATEQ vorab über die Einladung und seine Erwartungen an das renommierte Treffen von Spitzenmanagern und -politikern.

Herr Serban, warum wird ein kleines Luxemburger Unternehmen zum Weltwirtschaftsforum nach Davos eingeladen?

Bogdan Serban Im vergangenen Jahr wurden wir als Technical Pioneer vom Weltwirtschaftsforum ausgewählt. Damit waren wir eines von 30 Unternehmen, dem diese Ehre zuteil wurde. Einige - nicht alle - dieser Pionierunternehmen werden dann nach Davos eingeladen. Als Technologie-Pionier sind wir nicht nur Teil des Programms, sondern konnten schon im Vorfeld an zwei Veranstaltungen teilnehmen. Die eine war der Sommertreff des Weltwirtschaftsforums in Genf, der andere Termin war ein Treffen in Boston beim Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Was erwarten Sie von diesem Besuch?

TECHNOLOGIEPIONIERE

Ausgesuchte Unternehmen

Die Technologiepioniere des Weltwirtschaftsforums bilden eine globale Gemeinschaft bahnbrechender Unternehmen. In der Regel handelt es sich dabei um Unternehmen in der Start-up-Phase, die das Potenzial besitzen, durch neue Technologien und Innovationen die Wirtschaft und Gesellschaft zu verändern. Das im Jahr 2000 gegründete Programm wählt jährlich rund 30 Unternehmen aus der ganzen Welt als Technologiepioniere aus. Ein Gremium, bestehend aus Top-Technologie- und Innovationsexperten, Wissenschaftlern, Risikokapitalgebern und Unternehmern - bewertet alle Kandidaten und empfiehlt sie dem Weltwirtschaftsforum, das über die Vergabe der Plätze entscheidet.

Serban Wir sind im Vorfeld schon von mehreren Konzernen und wirklich großen Unternehmen - auch Konkurrenten - kontaktiert worden, die sich für unsere Technologie der Abwasserreinigung interessieren. Das könnten zukünftige Kunden sein. Darüber hinaus habe ich jetzt schon attraktive interaktive Workshops, für die ich mich einschreiben werde. Auf dem Forum werden Themen wie die Zukunft der Arbeit, gesellschaftliche Veränderungen durch die digitale Technologie und vieles mehr diskutiert. Anschließend besteht via Twitter und Facebook noch die Möglichkeit, sich mit den Inhalten auseinander setzen. Persönlich möchte ich auf der einen Seite unsere Sichtbarkeit erhöhen auf der anderen Seite unser Netzwerk erweitern. Vor allem aber will ich dort etwas lernen. Für mich ist das auch eine persönliche Ehre. Immerhin zählen zu den Besuchern und Rednern zahlreiche Staatspräsidenten.

Wie ist das organisiert?

Serban Offiziell geht es am Montag los, aber ich habe schon am Sonntagabend erste Treffen. Das Programm fängt mit Arbeitsgruppen an. Es ist gar nicht so einfach, sich aus fast hundert Arbeitsgruppen eine auszusuchen, zumal man bei der Einschreibung offenbar schnell sein muss. Aber die Organisation ist sehr gut. Mir wurde ein Hotel vorgeschlagen, dessen Kosten ich trage. Das ist schon gut geregelt.

Profitiert APATEQ schon von der Einladung?

Serban Ja, seit dem ersten Treffen in Genf habe ich einige CEOs und Chefs aus der Branche getroffen und wir haben Kontakte im Hinblick auf gemeinsame Projekte.

Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Serban Ich schaue genau, wer kommt, wen ich treffen kann und wo ich ihn treffen kann. Schon jetzt bin ich begeistert von der Qualität der Teilnehmer. Dann werde ich alle Dokumente lesen, die uns das Weltwirtschaftsforum zur Verfügung gestellt hat. Diese sind von exzellenter Qualität und haben teilweise einen enormen Umfang. Das sind meine Hausaufgaben. In den Dokumenten geht es um Themen wie die vierte industrielle Revolution, Flüchtlinge, die Entwicklung von Arbeitsplätzen und Produktion und viele andere Themen. Ich bin schon ganz enthusiastisch.

WELTWIRTSCHAFTSFORUM IN DAVOS

Treffpunkt für Topmanager und Spitzenpolitiker

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte für Spitzenpolitiker, Topmanager und Wirtschaftswissenschaftler. Neben live übertragenen Auftritten können die Teilnehmer in dem luxuriösen Schweizer Wintersportort zwanglos über globale Herausforderungen debattieren.
Nicht selten werden in solchen vertraulichen Runden Auswege für komplizierte Probleme und Konflikte erörtert - von der Euro-Schuldenkrise über den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bis zum Syrien-Krieg und der maßgeblich dadurch verursachten Flüchtlingskrise.
Erklärtes Ziel des 1971 gegründeten World Economic Forum ist es, „den Zustand der Welt zu verbessern“. Dass dabei auch das Knüpfen geschäftlicher und politischer Kontakte bestens möglich ist, gilt als willkommener Nebeneffekt. Gegründet wurde das WEF von dem aus Ravensburg stammenden Ökonomie-Professor Klaus Schwab (78). Dem Forum gehören mehr als 1.000 Unternehmen an - darunter über 100 der weltgrößten Konzerne als sogenannte strategische Partner. Die Teilnahme ist nur auf Einladung möglich. In diesem Jahr findet es vom 17. bis 20. Januar statt. (DPA)
http://www.weforum.org