LUXEMBURG
SVEN WOHL

Eine Reihe von Gesetzesreformen soll die öffentliche Forschung weiter stärken

Luxemburg soll sich, Forschungsminister François Biltgens (CSV) Willen nach, noch weiter zu einem Forschungsstandort entwickeln. So gibt es den öffentlichen Forschungszweig in dieser staatlich geförderten Form zwar erst seit 25 Jahren, doch ist dieser über die Jahre hinweg mit Blick auf das Budget stets gewachsen. Dass das Budget immer noch nicht einen ganzen Prozentpunkt des Bruttoinlandsproduktes darstellt, liegt laut ihm daran, dass letzteres schneller wuchs, als es bei dem Budget möglich gewesen sei. Mit der momentanen Wirtschaftssituation könnte sich dies aber demnächst ändern.

Zahlreiche Forschungsetappen

25 Jahre ist es also her, seit die ersten beiden öffentlichen Forschungeinrichtungen „CRP Lippmann“ und „CRP Henri Tudor“ geschaffen wurden. Doch auch andere Etappen sind wichtig: 1989 wurde das „Centre d´Etudes de Populations, de Pauvreté et de Politiques Socio-Economiques“ (CEPS) gegründet und 1999 wurde der „Fond national de la Recherche“ (FNR) eingerichtet. Ebenfalls wichtig ist natürlich die Gründung der Universität Luxemburg, die, laut François Biltgen, von der „Gnade der späten Gründung“ profitiert und somit von Beginn an Bildung und Forschung miteinander verbinden konnte. Dabei soll eine Art „Wissensdreieck“ entstehen, bei der sich die Hochschule, Forschung und Innovation gegenseitig positiv beeinflussen können. Auch die Unterstützung von Doktoranden soll in Zukunft stärker gefördert werden. Zwar gab es dieses Jahr drei Doktoranden, die eine Börse der Europäischen Union erhielten, jedoch studieren diese alle im Ausland.

Vier Gesetzesneuerungen mit einem Ziel

Die Unterstützung der Forschung soll also auch in Zukunft ausgebaut werden. Dazu gehört auch, die Koordination unter den verschiedenen Mitspielern zu verbessern und Zuständigkeiten eindeutig zu klären. So soll das Gesetz der Universität modifiziert werden: sie soll autonomer werden, was die eigene Organisation, Reglementierung und Finanzierung angeht. Auch der Rat der Universität soll eine konkretere Rolle in Zukunft spielen und eine Delegation der Studenten eingeführt werden.

Der „Fonds national de la Recherche“ hingegen erhält eine Reform. Wichtigste Neuerung wäre, dass der Aufsichtsrat in Zukunft nur noch aus externen Personen bestehen kann.

Die öffentlichen Forschunganstalten sind hingegen von der umfangreichsten Reform getroffen. So soll die Hierarchie bei den Angestellten sowie deren Organisation besser geklärt werden. Bei Forschungsprojekten soll auch die nationale und internationale Zusammenarbeit stärker unterstützt werden. Die einzelnen Forschungseinrichtungen müssten sich in Zukunft auch auf spezifischere Forschungsmissionen einstellen. Außerdem kommt es zu einer Fusion der Forschungseinrichtungen „Gabriel Lippmann“ und „Henri Tudor“. Die „Integrated BioBank of Luxembourg“ würde dann auch in den „CRP de la Santé“ integriert werden.

Daneben würde der Oberste Rat für Forschung und Innovation eine legale Basis erhalten: so würde der Rat aus neun Forschungs-Insidern bestehen. Eine kohärente nationale Forschungspolitik wären genau so die Aufgabe dieses Rats, wie die Beratung der Regierung, wenn es um Forschungsangelegenheiten geht.