LUXEMBURG
KIM GREIS

Metal-Band Mindpatrol stellt am Samstag ihr neues Album in der Escher Kufa vor

Die Band Mindpatrol steht für Progressive Metal und Konzeptalben . 2012 wurde sie als Studioprojekt gegründet, nun gibt es mit „Vulture City“ ein neues Album. Sänger der Band ist Luc François, der Informatik studiert und zudem Bücher schreibt, die zu den Alben der Band passen. Im Interview erklärt er, welchen Vorteil das Verbinden von Roman und Platte hat.

Was hat sich seit dem zweiten Album getan?

LUC FRANÇOIS Einiges! Mit „The Marble Fall“ im Gepäck haben wir es endlich geschafft, auch über die Landesgrenze hinaus aktiv zu werden. Auch intern war genug los, da kurz vor der Veröffentlichung von „The Marble Fall“ mit Yann Weidig ein dritter Gitarrist der Band beigetreten ist, und ein anderer Gitarrist durch Miguel Teixeira Sousa ersetzt wurde. Die beiden haben sich ins Songwriting einbringen können, was unser Profil eindeutig geschärft und zum Abwechslungsreichtum des Albums beigetragen hat. Insgesamt sind wir als Band zusammengewachsen und haben schlicht und ergreifend Spaß am gemeinsamen Musizieren.

Zu „Vulture City“ erscheint auch ein Roman. Kannst Du hierzu mehr erzählen?

LUC Von vornherein war es unser Ziel, Geschichten zu erzählen, daher haben wir uns auf Konzeptalben spezialisiert. Da ich auch schon einige Romane veröffentlicht habe, hat es nahegelegen, beide Medien zu verbinden. Auf einem Album lässt sich eine Geschichte durch die abstrakteren Texte und die Musik an sich eben gänzlich anders erzählen als in einem Roman. Dabei entsteht eine sehr fruchtbare Wechselwirkung: Ein Leser kann durch das Hören des Albums emotional tiefer in die Geschichte eintauchen, während dem Hörer weitreichendere Einblicke in die Handlung gewährt werden. Auch unsere Arbeitsweise gewinnt dadurch an Facetten, da sich manchmal eine gänzlich neue Idee aus dem Textfluss des Romans heraus entwickelt, oder die Idee für ein Lied eine kleine Kursänderung in der Handlung bewirkt.

Ein eigenes Musikvideo habt ihr ja auch aufgenommen.

LUC Das war ein gutes Stück Arbeit, sage ich dir! Wir haben mit Benedikt Dresen von Upstart Media zusammengearbeitet, um ein hochwertiges Video abzuliefern, und da waren natürlich zahllose Vorbereitungen nötig. Das Skript haben wir im ständigen Austausch mit Benedikt geschrieben, dann mussten alle Requisiten und Darsteller herangeschafft werden, der Raum musste bearbeitet werden, und der Dreh an sich war dann auch eine sehr spaßige, zugleich aber auch sehr anstrengende Angelegenheit. Mit dem Resultat und den gewonnenen Erfahrungen sind wir aber mehr als zufrieden, sodass sich der Spaß eindeutig gelohnt hat.

Mit Sebastian „Seeb“ Levermann von Orden Ogan hat sich diesmal auch ein Profi um die Produktion gekümmert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

LUC Seeb hat schon das Mastering unseres zweiten Albums übernommen und dabei eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. Da wir anschließend den Kontakt gehalten haben, und Seeb einfach ein Biest ist, stand für uns gleich fest, dass wir die Zusammenarbeit diesmal ausweiten wollen. Es ist definitiv die richtige Entscheidung gewesen, denn der Qualitätssprung von „The Marble Fall“ zu „Vulture City“ ist überdeutlich. Dabei ist es auch eine zusätzliche Motivation für uns gewesen, bereits während den Arbeiten zu wissen, dass später ein Talent wie Seeb für einen satten Klang sorgt.

Was sind Deine Erwartungen und Hoffnungen an die
Zukunft?

LUC Dass es genau wie bisher weitergeht: Mehr Konzerte, mehr neue Freunde und mehr Spaß am Miteinander. Irgendwo bestimmen wir ja auch selbst darüber, wie sich die Band entwickelt, und wir sind auf jeden Fall entschlossen, unser Bestes zu geben. So haben die Arbeiten am nächsten Album und dem zugehörigen Roman bereits begonnen, und auch andere Projekte sind in Planung. Wir sind auf jeden Fall bestrebt, noch weiter an uns zu wachsen und Musik anzubieten, die etwas bewegt und mit Genuss gehört werden kann. Natürlich hoffen wir darauf, irgendwann auch mit einem Label im Rücken zu agieren, aber dazu machen wir uns dann mit dem nächsten Album wieder Gedanken.

Nach der Zukunft will ich auch die Vergangenheit ansprechen: Mindpatrol gibt es mittlerweile seit rund fünf Jahren, wie blickst Du auf diese Zeit zurück?

LUC Diese Band zu gründen, war wohl eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich hatte bis dahin als Musiker keine Erfahrung, weshalb wir anfangs auch ein paar schöne Bauchlandungen hingelegt haben. Wir haben uns dennoch nie davon abbringen lassen, an unseren Fähigkeiten zu feilen und es beim nächsten Mal eben besser zu machen. Und im Endeffekt ist es auch umso schöner, wenn der ehemalige Kritiker auf einmal ein Fan ist. Wir sind noch lange nicht am Ende angekommen und freuen uns wahnsinnig auf die kommenden Jahre. Bislang ist das Erlebte immer besser und größer geworden, und wir wollen dafür kämpfen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.


Die Band Mindpatrol tritt am Samstag in der Escher Kulturfabrik auf, um ihr neues Album „Vulture City“ vorzustellen. Beginn
um 20.00. Als Supports stehen Feradur und Desdemonia aus
Luxemburg und Awaiting Downfall aus Deutschland auf der Bühne. Weitere Infos unter www.mindpatrol.net