LUXEMBURG
JK

Die französische Stadt Nantes an der Loire hat viel auf geschichtlichem und kulturellem Gebiet zu bieten

Im Vorfeld der Messe „Vakanz“, die von heute bis Sonntag in den Ausstellungshallen von „Luxepo The Box“ auf Kirchberg über die Bühne geht, hatte „Atout France“ zu dem jährlichen Pressetreffen in die französische Botschaft in Luxemburg eingeladen, um im Beisein des französischen Botschafters in Luxemburg, Bruno Perdu, die touristischen Neuheiten des Jahres 2018 in Frankreich vorzustellen.

Nantes im Westen Frankreichs

Im Mittelpunkt der gestrigen Veranstaltung stand die Präsentation der Stadt Nantes. Mit über 600.000 Einwohnern ist Nantes eine Großstadt im Westen Frankreichs, Präfektur im „Département Loire-Atlantique“ und Hauptort der Region „Pays de la Loire“. Die zeitweilige Hauptstadt der historischen Bretagne wurde 1941 zusammen mit dem „Département Loire-Atlantique“ von dieser abgespalten und ist demnach heute nicht mehr Teil der modernen Verwaltungsregion Bretagne. Als vierte europäische Stadt wurde Nantes im Oktober 2010 zur Umwelthauptstadt Europas 2013 auserkoren. 2017 wurde Nantes der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.

Nach der Werftenkrise zu neuen Leben erblüht

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der nördlichste Arm der Loire zugeschüttet und die Bahn nach Saint-Nazaire unterirdisch neu trassiert. Dies ermöglichte eine Neugestaltung der Innenstadt. 1962 wurde die Universität von Nantes wieder eröffnet. Der Niedergang der Werftenindustrie Ende der 1980er-Jahre stürzte Nantes in eine tiefe Krise: 1989 wurde die letzte Werft geschlossen. Die Folge waren hohe Arbeitslosigkeit sowie sozialer und kultureller Zerfall.

Die TGV-Verbindung mit Paris und eine starke Auslagerung der nationalen Verwaltung von Paris in die Provinz sollten den Wiederaufstieg von Nantes einläuten, wie zu erfahren war. Die Wiedereinführung der Tram und die Organisation zahlreicher kultureller Festivitäten („Rendez-vous de l’Erdre“, „Royal de Luxe“) sollten unter anderem zum erneuten Aufstieg der Atlantik-Metropole beitragen.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten

Nantes hat so manche Sehenswürdigkeiten für die Besucher aus aller Welt zu bieten: Das Schloss der Herzöge der Bretagne, das letzte Schloss an der Loire vor dem Ozean, in dem das Historische Museum von Nantes eingerichtet ist, eröffnete nach 15 Jahren Restaurierung Anfang 2007 seine Tore wieder für die Öffentlichkeit. Die im gotischen Stil errichtete Kathedrale „Saint-Pierre“ mit und das Grab von Franz II. und Marguerite de Foix (1507), die Eltern von Anne de Bretagne sowie zahlreiche andere Kirchen.

Riesige, von Jules Verne und dem Genre des Steampunk inspirierte mechanische Tiere und Puppen, genannt „Les Machines de l’île“, sind seit 2007 in Nantes zu bestaunen. Darüber hinaus zählt die Stadt zahlreiche Parks, unter denen besonders der Botanische Garten beim Hauptbahnhof hervorsticht. Es gibt zahlreiche Einkaufsstraßen sowie die historische „Passage Pommeraye“, eine Händlergalerie aus dem 19. Jahrhundert. Weiter sollte der Besucher unbedingt das Bistro „La Cigale“, dem Vernehmen nach eines der schönsten Frankreichs sowie das renovierte „Théâtre Graslin“ aufsuchen.

Weitere Informationen: france.fr