LUXEMBURG
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„Doktoren vun der Welt“ behandelten im letzten Jahr 784 Leute

Nicht weniger als 784 Patienten haben die „Doktoren vun der Welt“ („Médecins du Monde“) im vergangenen Jahr hierzulande in ihren Räumlichkeiten in Luxemburg-Bonneweg und Esch/Alzette behandelt, was im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahren einen weiteren Anstieg darstellt, wie die Verantwortlichen der seit März 2014 auch in Luxemburg tätigen Organisation auf einer gestrigen Pressekonferenz zur Vorstellung des Jahresberichts 2017 hervorhoben.

„Ärzte der Welt“ ist eine 1980 vom französischen Arzt und Politiker Bernard Kouchner und 14 weiteren Ärzten gegründete, international tätige humanitäre Hilfsorganisation, die sich dafür einsetzt, dass das Menschenrecht auf einen bezahlbaren Zugang zur Gesundheitsversorgung verwirklicht wird.

Fünf Empfehlungen

„Doktoren vun der Welt“-Präsident Dr. Jean Bottu wunderte sich denn auch, dass in einem so reichen Land wie Luxemburg nicht alle einen Zugang zur Gesundheitsversorgung hätten, so dass er gestern noch einmal fünf Empfehlungen aussprach, um das luxemburgische Gesundheitssystem inklusiver und zugänglicher zu machen. So sollten auch die in Luxemburg lebenden Leute ohne festen Wohnsitz Zugang zum Gesundheitssystem bekommen. Auch sollten alle im Großherzogtum lebenden Kinder einen vollständigen Zugang zum Gesundheitssystem bekommen, müssten den Sozialämtern der Gemeinden mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, müsste der „tiers payant“ für alle Personen, die sich in einer verletzlichen Situation befinden, generalisiert werden, und müssten die in Gesundheitsberufen arbeitenden Personen darin unterstützt werden, sich um alle Patienten zu kümmern, ungeachtet ihres administrativen Statuts.

Unter den 784 Patienten aller Altersgruppen, die im letzten Jahr von den „Doktoren vun der Welt“ behandelt wurden, waren 82 Prozent Männer. 70 Prozent aller Patienten lebten in der Hauptstadt, und 97 Prozent lebten unter der Armutsgrenze. 42 Prozent lebten auf der Straße; 33 Prozent haben Kinder, leben aber nicht mit ihnen (83 Prozent). Sechs Prozent der Patienten, die im vergangenen Jahr behandelt wurden, hatten die luxemburgische Nationalität, und 21 Prozent waren EU-Bürger, die sich seit weniger als drei Monaten im Großherzogtum aufhielten.

Finanziert wurden die Aktivitäten von „Doktoren vun der Welt“ im letzten Jahr indes zu 90 Prozent aus Spenden.

www-medecinsdumonde.lu