LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Konzentration auf dem Büromarkt - belgischer Bauträger expandiert in Luxemburg

Immobel Luxemburg, eine Filiale der belgischen Immobel-Gruppe, hat das Unternehmen Thomas S.A. gekauft. Letzterem gehört das Bürogebäude in der Rue Thomas Edison in Strassen in unmittelbarer Nähe der Route d´Arlon. Mit dem Kauf sichert sich Immobel ein Gebäude von 5.700 m² Fläche, das bis 2027 vermietet und laut Pressemitteilung zu 90 Prozent ausgelastet ist. Zu den Mietern zählen das „Luxembourg Institute of Health“ (LIH), eine öffentliche Forschungsorganisation im biomedizinischen Bereich, sowie „Business Office Services“ und die „Patiente Vertriedung ASBL“. Zwei Etagen sollen demnächst noch vermietet werden.

Der Kauf findet vor dem Hintergrund wachsender Konzentration statt. Die Transaktion, die über INOWAI lief, soll das übergreifende Angebot des belgischen Konzerns unterstützen, der im Bereich Wohn- und Büroimmobilien sowie Grundstücksverkauf tätig ist. In Luxemburg hat Immobel unter anderem an die ING am Bahnhof vermietet und realisiert das Infinity-Gebäude.

Marktkapitalisierung von 500 Millionen Euro

In Belgien ist der an der Börse notierte Konzern laut eigenen Angaben der größte Bauträger. Der 1863 gegründete Konzern mit Sitz in Brüssel beschäftigt rund hundert Mitarbeiter. Immobel hat laut eigenen Angaben eine Marktkapitalisierung von 500 Millionen Euro und verfolg eine Internationalisierungsstrategie. Derzeit umfasst das Portfolio laut Angaben des Konzerns über 800.000 m² in Belgien, Luxemburg und Polen. Seit Dezember 2017 ist der Konzern auch in Frankreich aktiv, wo er durch den Kauf von Nafilyan & Partners bis 2020 nach und nach auf 145.000 m² kommen wird.

In Luxemburg verwaltet Immobel rund 126.000 m², davon rund 83.000 im Wohnbereich, rund 28.000 m² als Bürofläche und 14.000 m² im Handel. Insgesamt arbeiten rund 15 Mitarbeiter hier für das Unternehmen.

Der hiesige Immobilienmarkt lohnt sich laut Analyse des Unternehmens, vor allem, weil der Leerstand sehr gering ist. „Mit rund 180.000 m² Leerstand bei der Bürofläche bei einem Gesamtvolumen von 4,09 Millionen m² liegt der Leerstand mit 4,4 Prozent im vierten Quartal sehr niedrig“, hält es in seinem letzten Jahresbericht 2017 fest. „Die städtischen Bereiche sind gut ausgelastet, der Leerstand liegt unter zwei Prozent für Geschäftsviertel wie den Kirchberg und 2,9 Prozent für das Bahnhofsviertel.“ Im Umland würde die Leerstandsrate jedoch stark schwanken: Während es um den Flughafen herum und in Munsbach wenig Leerstand gebe, läge er in anderen Orten bei bis zu 17 Prozent. In diesem Jahr werden laut dem Bauträger rund 84.500 m² neu entstehen, weitere 197.000 m² seien im Bau .

Auf dem Mietmarkt sieht der Konzern interessante Preise: Auf dem Büromarkt stiegen die Mieten mit 50 Euro pro m² und Monat vor Mehrwertsteuer. Das führe zu Durchschnittsmieten von 36,8 Euro/m²/Monat in der Stadt, während die Miete außerhalb bei 23,1 Euro/m²/Monat läge. Die Rendite läge bei vier Prozent.