LUXEMBURG
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Bilanz der „Sproocheronnen“: 150 Bürger dabei, über 100 Vorschläge

Administratioune musse méi op Lëtzebuergesch kommunizéieren“, „1 heure obligatoire de Luxembourgeois par semaine dans toutes les écoles“, „A more interesting range of television programmes in Luxembourg could help people make the language part of their daily lives“: Das sind drei der 100 Vorschläge, die großen Zuspruch in Form von „Likes“ im Online-Forum von „Sproocheronn.lu“ erhielten und die in die Ausarbeitung des 20-Jahresplans zur Förderung des Luxemburgischen einfließen sollen. Kulturstaatssekretär Guy Arendt und Bildungsminister Claude Meisch (beide DP) zogen gestern Bilanz der Bürgerkonsultation zur luxemburgischen Sprache in Form von vier regionalen Konferenzen sowie einem Online-Forum. Demnach haben sich über 150 Bürger an den Sprachrunden im Februar und März beteiligt. Diese Diskussionen seien, wenn auch gelegentlich kontrovers, „zum allergrößten Teil sachlich“ verlaufen. „Es war uns wichtig, die Bürger zu beteiligen“, meinte Meisch, denn eine Sprache sei schließlich „die Sache der Menschen“. In kondensierter Form finden sich diese Diskussionen in vier Illustrationen wieder. Thematisiert wird etwa der Gebrauch des Luxemburgischen in Krankenhäusern. An anderer Stelle heißt es zum Sprachgebrauch in den „Crèchen“: „ausschließlich Luxemburgisch sprechen“. In einem damit verbundenen Kasten wird dagegen Wert darauf gelegt, dass Luxemburgisch überhaupt erst in allen Kinderbetreuungseinrichtungen seinen Platz findet.

Abschlussbericht im Broschürenformat

Aus den Diskussionen geht darüber hinaus hervor, dass nicht genug Luxemburgisch an der Schule unterrichtet wird, dass Apps zum Erlernen und Anwenden der erworbenen Sprachkenntnisse benötigt werden, dass sich Menschen um das Verschwinden von regionalen Dialekten, Redewendungen und Ausdrucksweisen sorgen oder dass man noch mehr für die Sichtbarkeit des Luxemburgischen im öffentlichen Raum machen könnte.

Die Illustrationen bilden zusammen mit dem Strategiepapier der Regierung, den Umfrageergebnissen der TNS Ilres-Umfrage zum Stellenwert des Luxemburgischen eine Art Abschlussbericht im Broschürenformat („Zesummen d‘Lëtzebuerger Sprooch fërderen“), der demnächst auch online verfügbar sein soll.

Was die Umsetzung des einstimmig angenommenen Gesetzes vorige Woche im Parlament angeht, bemerkte Meisch, dass Vorbereitungen getroffen würden, damit der noch zu ernennende „Kommissär fir d‘Lëtzebuerger Sprooch“ und das damit verbundene Zentrum ihre Arbeit möglichst schnell aufnehmen könnten.


sproocheronn.lu