LUXEMBURG
JEFF FALTZ, „SERVICE NATIONAL DE LA JEUNESSE“

Bei neuen Techniktrends ist auch immer wieder vom „Internet of Things“ (Internet der Dinge) die Rede. So sind auch auf der aktuell laufenden Technik-Messe IFA in Berlin viele Vertreter dieses Trends anzutreffen. Neben Chancen bietet das Vernetzen von Alltagsgeräten auch eine Reihe an Gefahren, auf die die Regierungsinitiative „BEE SECURE“ aufmerksam machen möchte. 

„Beim ‚Internet of Things‘ (IoT) geht es um Geräte oder ‚Dinge‘, die mit dem Internet verbunden sind. Hierunter versteht man in erster Linie Alltagsgegenstände wie Kühlschränke, Lampen, Schlösser, Spielzeuge, und sogar Zahnbürsten. Schätzungen des Marktforschungsinstituts Gartner zufolge waren 2017 8,4 Milliarden vernetzte Geräte online, 31 Prozent mehr als noch 2016. Bis 2020 sollen es sogar 20,4 Milliarden Geräte sein.

Die bekanntesten Beispiele für ‚IoT‘-Geräte sind im Moment sicherlich digitale Assistenten wie ‚Alexa‘ von Amazon oder ‚Home‘ von Google. Dabei handelt es sich um Lautsprecher mit integrierten Mikrofonen, die auf Sprachbefehle hören und mit der ‚Cloud‘ verbunden sind. Mit ihnen ist es nicht nur möglich, den Wetterbericht abzurufen oder Musik zu hören, sondern sie lassen sich auch mit anderen vernetzten Geräten verbinden. So lässt sich via Sprachbefehl zum Beispiel das Licht von ‚intelligenten‘, vernetzten Glühbirnen ein- und ausschalten. Und im Bereich Medizin und Fitness gibt es schon längere Zeit Armbänder, die Daten über ihre Träger sammeln und den aktuellen Gesundheitszustand überprüfen.

Wenn Geräte Daten über ihre Nutzer sammeln, muss das jedoch nicht immer zu deren Vorteil sein. Neben den Fragen des Datenschutzes ist immer die Gefahr gegeben, dass bei einem ‚Hack‘ oder einem ‚Leak‘ die gesammelten Daten im Netz landen. Die Mikrofone von Amazons ‚Alexa‘ lassen sich zwar ausschalten - es ist jedoch viel praktischer, wenn die digitale Assistentin ständig mithört und sich auf Zuruf aktivieren lässt. Das bedeutet jedoch, dass eventuell auch private Gespräche mitgeschnitten werden. Die Aufnahmen werden nicht von dem Gerät selbst, sondern in Amazons ‚Cloud‘ analysiert. Die Firma behält sich dabei das Recht vor, Stimmaufnahmen zur Verbesserung seiner Dienste zu speichern

Was aber, wenn ein privates Beziehungsgespräch in der ‚Cloud‘ landet und später ‚geleaked‘ wird? Oder Einbrecher durch intelligente Glühbirnen herausfinden können, ob gerade jemand zuhause ist, und so den richtigen Moment für den Einbruch abwarten. Die Liste an potenziellen Gefahren wird durch die zunehmende Anzahl an vernetzten Geräten in Zukunft sicherlich noch länger werden.

Die Zahl der Gegenmaßnahmen, die man ergreifen kann, ist allerdings überschaubar. Oft hilft nur eine ausführliche Recherche vor dem Kauf sowie regelmäßiges Updaten der Software. Datensparsamkeit sollte auch beim Gebrauch von ‚IoT‘-Geräten oberstes Gebot sein. Das heißt: Die Geräte öfters mal abschalten, wenn dies möglich ist. Am Ende sind aber die Hersteller gefordert Geräte anzubieten, die sicher sind und die Privatsphäre sowie den Datenschutz respektieren. Denn bei ihnen liegt die Verantwortung.“