LUXEMBURG
JEFF KARIER

„Monster Hunter: World“ macht einiges anders als sein Vorgänger

Nach langen Jahren des Jagens auf dem kleinen Bildschirm ist die „Monster Hunter“-Reihe mit „Monster Hunter: World“ endlich wieder auf den großen Bildschirm zurückgekehrt. Die Spielereihe, die das Prinzip bereits klipp und klar im Namen trägt, ist vor einigen Wochen für Playstation 4 und Xbox One erschienen und hat einige kleine Änderungen in der Hinterhand, die vor allem Einsteigern das Leben etwas einfacher machen. Ist es aber für Veteranen der kultigen Reihe immer noch fordernd genug?

Steile Lernkurve

„Monster Hunter“ gehört zu jenen Spielen die „hard to learn, hard to master“ sind, also vor allem für Einsteiger eine steile Lernkurve aufweist. Das hat der Entwickler Capcom im neusten Teil etwas entschärft. In einem längeren „Tutorial“ wird der Spieler behutsam in die Grundlagen des Spiels eingeführt. Wer die Reihe bereits kennt, für den mag sich dieser Teil jedoch etwas in die Länge ziehen. Denn anfangs wird man auf Sammelquests geschickt und soll erstmal kleine Monster erlegen. Erst nach einigen Missionen geht es an die echten Monster. Weitere Feinheiten des Spiels werden im späteren Verlauf über Texte erklärt.

Im Zentrum des Spiels stehen die Monster, die wir durch Spurenlesen in den verschiedenen Gebieten ausfindig machen. Angefangen bei dem noch sehr einfach zu erlegenden Groß-Jagras über den bereits etwas kniffligeren Odogaron bis hin zu Nergigante und anderen Drachenältesten. Jedes Monster hat andere Kampfmuster, die es zu studieren gilt sowie Schwächen, die man ausnutzen muss. Der Schwierigkeitsgrad zieht anfangs recht langsam an. Im späteren Verlauf muss man schon sein ganzes Können auspacken. Dabei sollte man nicht nur die Umgebung nutzen, sondern muss auch „Items“, die man schaffen kann, nutzen. Die Materialien für diese „Items“ sammelt man nebenbei auf der Jagd. Daher sollte man an keinem Strauch, Erzvorkommen oder Knochenhaufen vorbei laufen, da alles nützlich ist.

Die passende Ausrüstung

Die Reihe verzichtet auf ein klassisches Levelsystem. Der Charakter wird nicht stärker, man stellt stattdessen immer bessere Rüstungen und Waffen her. Um diese herzustellen braucht man Materialien, die man beim Erlegen der Monster bekommt. Dies ist dann auch der andere Teil, den „Monster Hunter“ ausmacht. Denn das Erlegen der Monster sowie „craften“ der Ausrüstung aus den so erhaltenen Materialien, löst eine Faszination aus, nein eine Sucht, der man sich als Fan solcher „Japano-Games“ nur schwer entziehen kann. Alleine mit dem Testen der insgesamt 14 verschiedenen Waffengattungen kann man ganze Tage füllen. Und da jedes Rüstungsteil unterschiedliche Resistenzen sowie Fähigkeiten mit sich bringt, ergeben sich zahlreiche Kombinationen.

Schmückende Beiwerk

Vor jeder Jagd heißt es die richtige Ausrüstung wählen, seine Tasche mit Tränken, Fallen und anderen Dingen füllen und natürlich etwas essen. Denn beim Koch, einem katzenartigen Wesen - Palicoes genannt - erhält man durch verschiedene Gerichte wichtige „Buffs“, wie etwa mehr Lebenspunkte, Resistenzen gegen Elemente und mehr. Jedem Jäger steht auch ein Palicoe zur Seite, der einem im Kampf hilft und den man ebenfalls ausrüsten kann. Wem die KI-gesteuerte Kampfkatze nicht ausreicht, der kann auch mit anderen Spielern auf die Jagd gehen. Entweder begibt man sich dazu in eine gemeinsame Lobby oder ruft während einer Jagd per Leuchtrakete nach Verstärkung. In einer Gruppe von bis zu vier Spielern macht das Spiel dann auch erst so richtig Spaß. „Monster Hunter: World“ bietet auch eine Story. Sie ist jedoch eher schmückende Beiwerk und nach etwa 30 bis 40 Stunden beendet. Für Veteranen beginnt das Spiel jedoch erst dann so richtig. Denn erst dann jagt man die wirklich herausfordernden Monster. So ist auch im neusten Teil der Reihe für langjährige Fans der Serie genug enthalten, um wieder zahllose Stunden zu spielen.

Noch nie so schön

Technisch ist „Monster Hunter: World“ sehr gelungen. Echte Bugs oder Abstürze gab es beim Testen keine. Und was die Grafik angeht überzeugt der neuste Teil der Serie. So schön war „Monster Hunter“ noch nie. Besonders auf den etwas stärkeren Konsolen Playstation 4 Pro und Xbox One X bietet das Spiel in einigen Szenen eine Augenweide.

„Monster Hunter: World“ ist für Fans der Serie ein wahr gewordener Traum, der kaum etwas zu wünschen übrig lässt. Wer noch keine Berührung mit der Reihe hatte, sollte trotzdem zugreifen. Zumindest, wenn er bereit ist sich etwas in das Spiel reinzufuchsen und auch etwas frustresistent ist. Denn „Monster Hunter“ bleibt „hard to learn, hard to master“.

Wer keine Konsole besitzt, jedoch einen PC muss sich noch etwas gedulden. Die PC-Version soll im 3. Quartal des Jahres folgen.