LUXEMBURG
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„HOP-Tour des jeunes pilotes“: Für 15 Tage Flugabenteuer in die Auvergne

Fliegen lernen in Luxemburg: Auch das ist für junge Leute möglich. So können beispielsweise Schüler des „Lycée Vauban“ an ihrer Schule das „Brevet d’initiation aéronautique“ (B.I.A. in theoretischer und praktischer Ausbildung) ablegen und sich auf Erkundungstouren über die Wolken begeben. Möglich wird diese besondere Erfahrung auch durch den Fliegerclub „Aero-Sport Club Luxemburg“ mit seinen Räumlichkeiten auf dem Flughafen Findel.

Die Möglichkeit, in die Lüfte aufzusteigen, nutzte auch der junge Louis Dengler. Der 17-Jährige flog Mitte Juli die „HOP-Tour des jeunes pilotes“ (HTJP) mit. Los ging es am 15. Juli gegen 10.00. „Ich startete vom Findel mit der Aerosport Maschine LX-AIW vom Typ Piper in Richtung Chartres“, so Louis. Das Ziel lag also südwestlich von Paris. Dort wollte sich Louis mit 44 jungen französischen HOP-Tour-Piloten treffen. Begleitet wurde er auf diesem ersten Flug von seinem Freund Luc, der selbst vor 15 Jahren an der HOP-Tour teilgenommen hatte. Inzwischen ist Luc als Berufspilot tätig.

Eine luxemburgischeTradition

Man kann also durchaus von einer französisch-luxemburgischen Tradition sprechen, da bei dem 15-tägigen Rundflug quer durch Frankreich mit dem Ziel, für die Luftfahrt zu werben, zum wiederholten Mal ein luxemburgischer Pilot teilnehmen durfte. Dank der guten Beziehungen von Jean Birgen, Pressesprecher und Organisator beim „Aero-Sport Club Luxemburg“, zur französischen „Féderation Aeronautique und Aeroclub“, konnten inzwischen mehr als 20 Jungpiloten teilnehmen. Ein besonderer Umstand mit weichenstellenden Folgen: Alle wurden später als Piloten bei großen Fluggesellschaften eingestellt.

Für Louis begann die eigentliche Tour tags darauf in Chartres und führte über mehrere Etappen von Landivisiau über Saintes nach Bourges, Pau und Albi bis nach Aurillac in die Auvergne. Während der zwei- bis dreitägigen Aufenthalte auf den lokalen Flugfeldern waren die Tage immer von frühmorgens bis spätabends gespickt mit Briefings, Flugplanungen, gemeinsamen Essen, Orientierungsflügen, Besichtigungen französischer Militärbasen sowie dem Vorstellen der eigenen Fluggeräte während der „Portes ouvertes“.

Dieses Jahr führte die Flugroute hauptsächlich an der Westküste Frankreichs entlang. „Besonders beeindruckend war unser Aufenthalt auf der ,Base aéronautique navale‘ in Landivisiau, nahe Brest“, erinnert sich Louis. Schließlich haben die jungen Piloten nicht jeden Tag die Möglichkeit, hinter die Kulissen einer Militärbasis zu schauen oder persönlich mit Rafale-Piloten, Mechanikern und hochrangigen Offizieren ins Gespräch zu kommen und sich von ihren Flugkünsten verzaubern zu lassen.

Herzliche Begegnungen mit Flugbegeisterten

„Zu den bleibenden Erinnerungen zählt ebenfalls die Vorführung einer Pilatus PC12 der in Luxemburg ansässigen Businessfluggesellschaft Jetfly, welche uns die enormen Fähigkeiten dieser Maschine - vor allem das Starten und Landen auf kurzen Graspisten - vorgeführt hat“, schwärmt Louis von seinem Abenteuer. Die Piloten von Jetfly führen in der Aero-Sport-LFTA-Flugschule ihr „Classrating“ auf dem Simulator und in der Praxis aus.

Während jedes Aufenthalts haben die jungen Piloten einen Tag der offenen Tür organisiert, um Fluginteressierten jeden Alters Rede und Antwort zur HOP-Tour zu stehen. Dabei wurden einige ihrer Flugzeuge zur Besichtigung ausgestellt. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen zeigten kleine und große Flugbegeisterte reges Interesse an den Maschinen, und so bleiben Louis viele interessante und herzliche Begegnungen in Erinnerung. Im Übrigen war die Stimmung unter den Teilnehmern „unbezahlbar gut“, wie Louis betont: „So war es nicht unüblich, dass man 45 ,bleus‘ singend und johlend durch die Straßen oder über die Flugfelder ziehen sah.“

Zum guten Gelingen einer solch aufwändigen Tour wie der HTJP gehört eine angemessene Logistik. Diese Aufgabe übernahmen eine Antonov 2 sowie eine DC3, die den jungen Piloten überallhin gefolgt sind. Des weiteren wurden sie von einem Kamerateam begleitet, das täglich kleine Reportagen über die Tour drehte. Interessierte finden diese im Internet unter dem Stichwort „HTJP 2018“.

Warten gehört zum Alltag

„Ich selber hatte das große Glück, einen 20-minütigen Rundflug bei Sonnenuntergang mit der Air France DC3 zu genießen. Ein wahrhaft unbeschreiblich schönes Erlebnis!“, erinnert sich Louis nach der 15-tägigen Tour. Nur gegen Ende der Tour hatten die Flieger etwas Pech mit dem Wetter. „Dadurch wurden unsere Startfenster mehrmals um einige Stunden nach hinten verlegt, da wir mindestens fünf Kilometer Sicht und eine Wolkenuntergrenze von 1.500 Fuß benötigen.“ Die Sicherheit während der HTJP - so wie in der Fliegerei im Allgemeinen - wird großgeschrieben und somit ist es niemals eine Option, in ein Gewitter hineinzufliegen. „So lernten wir geduldig abzuwarten, was schließlich auch zum Berufsalltag eines Piloten gehört.“

Am letzten Tag fand die obligatorische Schlusszeremonie statt. Am Tag der Abreise flossen Tränen, doch in der Hoffnung auf ein Wiedersehen fiel der Abschied etwas leichter. „Für mich ging eine lehrreiche, aufregende, aber auch lustige Zeit mit vielen neuen Bekanntschaften zu Ende.“

Da am 30. Juli das schönste Sommerwetter über Europa herrschte, entschloss sich Louis kurzerhand, auf dem Rückflug von Aurillac nach Luxemburg noch einen Abstecher über sein geliebtes Berner Oberland, an der Eigernordwand vorbei, zu unternehmen. „Wegen der schönen Eindrücke bin ich sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte, an der diesjährigen ,HOP! Tour des jeunes pilotes‘ teilnehmen zu dürfen.“ Louis dankt den Organisatoren und empfiehlt allen jungen Piloten eine Teilnahme.


Weitere Informationen unter www.aerosport.lu