LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Auf ein Plauderstündchen mit den „Makadammen“

Wenn ein runder Geburtstag ins Haus steht und sich der engste Familienkreis nach langer Zeit wieder einmal trifft, ist neben dem freudigen Wiedersehen auch reichlich „Beschass“ vorprogrammiert. Was bei einer solchen Feier „en toute intimité“ alles auf den Tisch kommen kann, veranschaulicht die Kabarett-Truppe „Makadammen“ derzeit in ihrem Programm „Turlatäin“. Wir haben uns mit drei der vier Damen - Susy Lentz ließ sich entschuldigen - auf ein Plauderstündchen getroffen.

Die „Makadammen“ kennen sich übrigens bereits seit ihrer gemeinsamen Zeit beim „Lëtzebuerger Theater“ und der „Revue“. „Also schon 40 Jahre. Unser eigenes Programm machen wir aber erst seit 2001“, bemerkt Théa Engel. „Unseren ersten Auftritt hatten wir damals anlässlich des Frauentags in Roeser. Man hatte uns als Mädels von der ,Revue‘ gefragt, ob wir nicht ein paar Sketche spielen könnten. Und das hat uns so gut gefallen, dass wir danach ein Kabarett-Ensemble nur mit Frauen gegründet haben“, fügt Maggy Molitor hinzu. „Am Anfang hatten wir wohl einen Pianisten und einen Regisseur. Seit Netty Glesener den musikalischen Part übernommen hat und Jacqueline Posing-van Dyck auf dem Regiestuhl sitzt, sind wir aber ein reiner Frauenclub“, präzisiert Monique Mille.

Seit 17 Jahren erfolgreich auf Tour

Nicht jeder hat am Anfang an das Überleben der Damentruppe geglaubt. „Manch einer hat uns nur sechs Monate gegeben und prophezeit, dass wir uns dann in den Haaren liegen würden“, lacht Monique. Inzwischen sind fast 17 Jahre vergangen, und die „Makadammen“ verstehen sich immer noch. „Manchmal gehen wir uns natürlich auch auf die Nerven“, gibt Théa zu und schmunzelt. „Besonders während der Proben hocken wir viel aufeinander und müssen dann auch schon mal auf die Zähne beißen, immerhin hat jeder seine Meinung, seinen Charakter und seine Macken. Egal wo man arbeitet, ist das aber wohl so. Wir sind jedenfalls alle so ehrgeizig, dass wir für die Sache einfach unser Bestes geben“, erklärt Maggy.

Neben Josiane Kartheiser und Maggy Molitor selbst darf sich mit Roland Gelhausen aber immerhin auch ein Mann als Autor beteiligen. Alle zwei Jahre wird ein neues Programm ausgearbeitet, das Zuspruch bei einem ganz gemischten Publikum findet. „Der Altersdurchschnitt wird wohl bei 40 oder 50 und aufwärts liegen“, merkt Monique an. „Es ist ja auch nichts, was jetzt unbedingt Jugendliche interessieren würde“, gibt Théa zu bedenken.

Weder männerfeindlich noch politisch

Eines ist das Programm der „Makadammen“ jedenfalls nicht: männerfeindlich. „Und auch nicht politisch“, betont Maggy, „deshalb können wir auch zwei Jahre in Folge mit dem gleichen Programm auftreten, ohne es aktualisieren zu müssen. Sozialkritisch trifft es schon eher. Wir machen uns über uns selbst lustig, darüber, wie wir uns im Alltag benehmen. Eigentlich greifen wir alles auf, was mit dem täglichen Leben zu tun hat. Ziel ist es, die Leute zum Lachen zu bringen und Lebensfreude zu verbreiten. Sie sollen sich in dem, was auf der Bühne passiert, wiederfinden“. An Inspiration mangelt es ihr als Textschreiberin nicht. „Manchmal bietet der eigene Alltag die besten Vorlagen. Eigentlich ist das Leben ja sowieso ein Kabarettstück“, erklärt sie.

Seit einigen Jahren bietet die Gruppe indes kein reines Nummernkabarett mehr, sondern bettet die einzelnen Sketche in eine Geschichte mit einem bestimmten Thema ein. „Das ist auch interessanter fürs Publikum. Sketch, Pause, Sketch, Pause empfanden wir irgendwann dann doch zu sehr als Gehacktes“, sagt Maggy.

60 Vorstellungen - doch langweilig wird es nie

Mit „Turlatäin“ touren die vier Damen nun schon seit Oktober 2016 durchs Land. Am Ende werden sie mit diesem Programm rund 60 Mal auf der Bühne gestanden haben. Wird es nicht irgendwann langweilig? „Überhaupt nicht“, antworten die drei wie aus einem Mund. „Wenn wir auf der Bühne stehen, sind wir so gefordert, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Das Publikum ist ja auch jedes Mal ein anderes, genau wie der Saal und die Bühne ändern, alleine deswegen ist es nie das Gleiche. Wir müssen uns immer wieder anpassen und sind immer wieder gefordert, sodass wir in unserem Spiel nie in einen Automatismus verfallen können“, beschreibt Théa.

Apropos Publikum, reagiert dieses auch manchmal anders als erwartet? „Es kommt tatsächlich schon mal vor, dass an Stellen herzhaft gelacht wird, die man selbst als gar nicht so witzig empfunden hatte“, antwortet Théa. Die ersten Vorstellungen seien deshalb immer besonders spannend. „Wenn man ein Stück monatelang geprobt hat und alles auswendig kann, weiß man aber auch irgendwann nicht mehr, was richtig lustig ist“, lacht Maggy.

Auch die Musik spielt im Programm der „Makadammen“ eine große Rolle. Die Gesangseinlagen kommen bei den Zuschauern stets gut an, stellen für die vier aber auch eine gewisse Hürde dar. „Mit Netty Glesener haben wir wirklich eine sehr gute Musikerin, die uns tolle Arrangements zu den Texten schreibt. Auch wenn wir manchmal unsere Zweifel haben, bringt sie die nötige Geduld auf, sodass das Ganze am Ende für Amateure, wie wir es sind, doch ordentlich klingt, sogar wenn wir ,Bohemian Rhapsody‘ mit luxemburgischem Text vierstimmig singen müssen“, erzählt Monique nicht ohne Stolz.

Ewiges Lampenfieber

Gibt es bei den „Makadammen“ eigentlich noch so etwas wie Lampenfieber? „Oh ja, vor allem bei mir“, gibt Théa zu, „ich denke nicht, dass das abnimmt, ganz im Gegenteil, man wird älter und hat weniger gute Nerven. Auch die Anforderungen an sich selbst werden größer“. „Auf eine gewisse Weise ist es auch wichtig, das gibt dem Ganzen die nötige Dynamik. Man geht nicht einfach zur Arbeit, sondern reißt sich richtig zusammen“, fügt Maggy hinzu.

Das Programm für die nächsten beiden Spielzeiten steht bereits zu einem großen Teil. Die Geschichte wird in einem Filmstudio spielen. Mehr erfahren wir nicht, doch wenn am 18. März der letzte „Turlatäin“-Vorhang fällt, werden die „Makadammen“ das neue Textbuch bereits in ihren Händen halten.

Vorstellungen bis März

8. Dezember Sandweiler

13. Dezember Esch/Alzette (Theater)

5. Januar Lorentzweiler

17. Januar Luxemburg (Neimënster)

31. Januar Zolwer (Artikuss)

2. Februar Contern

23. Februar Marnach (Cube521)

24. Februar Remich

7. März Walferdingen

9. März Capellen

10. März Tüntingen

18. März Consdorf

Weitere Infos unter www.makadammen.lu