LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Differdingen: Bademeister soll für seine „Duschaktion“ sechs Monate in Haft

Der Gerichtsprozess gegen einen ehemaligen Bademeister des Differdinger Schwimmbads „Aquasud“ ist mit den Plädoyers der Parteien zu Ende gegangen: Die Anklagevertreterin Manon Wies beantragte sechs Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung sowie eine Geldstrafe.

Im November 2015 fühlten sich weibliche Badegäste im Schwimmbad „Aquasud“ in Differdingen gestört, als im eigentlich für Frauen reservierten Kabinentrakt und in den angrenzenden Duschen auch der Bademeister unterwegs war. Dabei hatte der Mann die Unverfrorenheit, sich vor der Frauen-Umkleide demonstrativ auszuziehen, um anschließend mit den Frauen zu duschen. Derartige Vorfälle sollen regelmäßig vorgekommen sein. Bei manchen Besucherinnen löste die mangelnde Rücksicht auf ihr Schamgefühl nachhaltige Empörung aus. Das Problem hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder für gewisse Spannungen gesorgt. Wiederholt hatten sich weibliche Badegäste mit der Bitte ans Personal gewandt, doch ein Auge auf den Aspekt der Geschlechtertrennung nicht nur in dem Umkleidebereich, sondern auch im Duschbereich zu werfen. Die Direktorin und die Gemeindeverantwortlichen, die für den interkommunalen Schwimmbetrieb im „Aquasud“ verantwortlich sind, nahmen die Sorgen ernst und schalteten aufgrund zunehmender Beschwerden die Staatsanwaltschaft ein.

Die Anklagevertreterin argumentierte, dass wenn keiner sich daran gestört hätte, man jetzt nicht hier verhandeln müsste. Der Bademeister habe auch gewusst, dass zu jedem Moment ein Kind hätte reinkommen können. Ein Schwimmmeister müsse sich im Griff haben.

Nach Meinung des Verteidigers gibt es wohl nicht genügend Hinweise darauf, dass es sich um ein unsittliches Verhalten handeln würde. Der Anwalt versuchte, die Anklagevorwürfe zu einem großen Teil zu entkräften - und plädierte auf Freispruch.

Das Urteil wird am 28. November gesprochen.