LUXEMBURG
SVEN WOHL

Hypnosetherapie kann beim Abbau von Ängsten und Stress helfen

Auch wenn die Skepsis manchmal noch vorwiegt: Die Hypnosetherapie hilft vielen Menschen weiter. Wir haben ein Gespräch mit Vanessa Peardon, Hypnotherapeutin bei Mindworks, geführt, um mehr zu erfahren:

 

Wie wird man zum Hypnotiseur?

Vanessa Peardon Ich habe in London im „UK College of hypnosis & Hynotherapy“ das Hypnotisieren gelernt. Die Wahl fiel aus zwei Gründen auf London: Die englische Sprache und Möglichkeit, sich mit dieser Qualifikation im „General Hypnotherapy Register“ (GHR) zu registrieren, was eine professionelle Organisation ist. Dies garantiert einen gewissen Grad an Qualität. Es bedeutet auch, dass wir die ersten paar Jahre der Aktivität geprüft werden. Auch müssen wir ein Minimum an professioneller Weiterentwicklung durchlaufen.

 

Gibt es noch viel Skepsis der Hypnosetherapie gegenüber?

Peardon Nicht mehr so viel wie früher. Bühnenhypnose hat einen negativen Einfluss auf die Hypnose im Allgemeinen. Der Begriff „Bühne“ deutet darauf hin, dass man es nicht zu ernst nehmen sollte und dass es nicht mit der Hypnotherapie verwechselt werden sollte.

 

Funktioniert Hypnosetherapie bei jedem?

Peardon Ja, aber es gibt unterschiedliche Stufen der Suggestibilität. Ich denke, dass jeder, der sich ändern möchte, es auch kann. Wie schnell das geschieht und wie stark das ausfällt hängt von der Suggestibilität ab. Wir alle hypnotisieren uns täglich selbst. Wenn Menschen sich jeden Tag sagen „Das schaffe ich nicht”, dann schaffen sie es nicht. Wir müssen es für sie ermöglichen „Ich schaffe das” zu sagen.

 

Wie verläuft eine Session?

Peardon Ich benutze unterschiedliche Tools. Ausgebildet bin ich in der „Cognitive-Behavioural Hypnosis“ (CBH). Ich nutze auch „Content Free“-Techniken, die sich an Neurolinguistischer Programmierung (NLP) orientieren: Ganz nach Bedarf der Kunden. Einige sprechen dagegen gut auf direkte Suggestionen an.

Menschen wissen nicht immer, weshalb sie Ängste haben. Selbst wenn sie es wissen, können sie sich nicht auf bewusste Art und Weise von ihnen befreien. Hypnotherapie packt die Wurzel des Problems an und setzt frei, was die Kunden frei setzen wollen.

Man kriegt ein Gefühl dafür, was die Kunden brauchen und jede Sitzung verläuft anders. Es geht nicht um die Techniken, sondern darum, was meine Kunden brauchen.

 

Gibt es Überschneidungen mit der Psychologie?

Peardon Hypnotherapie ist keine Psychotherapie. Ich bin keine Psychologin und behandele auf subklinischem Niveau. Wer bei meinen Tests eine gewisse Grenze überquert, sollte sich an jemanden wenden, der sich auf Angstzustände oder Depressionen konzentriert.