LUXEMBURG
JEFF KARIER

ONG „Coopération Nord-Sud“ widmet sich den Ärmsten der Armen

Unser Ziel ist es, die Kompetenzen von benachteiligten Gemeinschaften zu stärken, und zwar durch Aus- und Weiterbildung“, erklärt Josiane Hoffmann von der „Coopération Nord-Sud“. Hierbei handelt es sich laut Hoffmann um eine recht kleine NGO, die 2011 gegründet wurde, und zwar auf Initiative von Roberto Marta, der auch der Präsident der Organisation ist.

Entsprechende Projekte unterstützt die NGO unter anderem in Kenia, um genau zu sein in Korogocho, einem Armenviertel von Nairobi. In diesem leben rund 150.000 Menschen auf einer Fläche, die so groß ist wie der Limpertsberg. „Sie leben in Wellblechhütten direkt neben einer riesigen Mülldeponie, die 90 Fußballfelder groß ist“, bedauert Hoffmann. Die Not in dem Slum ist entsprechend groß.

Vielfältige Hilfe

In Korogocho wurde durch die NGO der Ausbau einer Schule finanziert sowie eine bestehende Bibliothek vergrößert, damit die Kinder einen Ort haben, an dem sie in Ruhe lernen können. „Wir haben auch ein Informatikzentrum gebaut, damit die Jugendlichen und Erwachsenen lernen, wie man mit einem Computer umgeht und wie man sich über soziale Medien mit anderen austauscht.“ Die „Coopération Nord-Sud“ kümmert sich im Slum auch um Straßenkinder, damit diese weg von der Straße kommen und ein Handwerk erlernen. Die Partnerorganisation vor Ort, der „Napenda Krushi Trust“, ermöglicht diesen drogenabhängigen Jugendlichen einen Aufenthalt in einem Rehabilitationszentrums. Für diese Jugendliche baut „Coopération Nord-Sud“ zur Zeit eine Berufsschule mit Platz für 150 Schüler. „Die Menschen sollen es schaffen, durch Bildung ihr Leben selber in die Hand zu nehmen“, betont Hoffmann.

Ein weiteres Projekt, das „Coopération Nord-Sud“ angehen möchte ist, dass sie die Menschen über ihre Rechte aufklären wollen. Denn viele der Probleme vor Ort können nur über den politischen Weg gelöst werden. „Darüber hinaus haben wir ein Projekt auf Madagaskar laufen und werden demnächst ein neues Projekt in Uganda beginnen.“ Dabei werde stets eng mit den Menschen vor Ort zusammengearbeitet, um dort anzusetzen, wo Hilfe gebraucht wird.

Daneben ist „Coopération Nord-Sud“ aber auch in Luxemburg aktiv und organisiert etwa Ausstellungen in Schulen, um die Schüler zu motivieren, sich selbst für eine bessere Welt einzusetzen. Im Rahmen dieser Ausstellungen werden etwa kurze Filme gezeigt, die die Arbeit der NGO im Kenia zeigen. „Wie waren damit nicht nur hier im Land in den Schulen, sondern unter anderem auch im Lyzeum in Perl“, erklärt Hoffmann.

Aktuell veranstaltet „Coopération Nord-Sud“ die „Korogocho Challenge“, mit der Gelder für die Projekte vor Ort gesammelt werden. „Wir wollen die Distanz von Luxemburg nach Kenia zurücklegen. Dabei kann sich jeder beteiligen“, erklärt Hoffmann. Wer mitmachen möchte, meldet sich auf www.cns-asbl.org an. Dabei legt die Person fest, wie viele Kilometer sie bewältigen möchte und ob sie das zu Fuß, mit dem Rad oder auf andere Weise machen will. Pro Kilometer spendet sie einen Euro. „Die insgesamt 9.772 Kilometer sollen bis zum 26. Oktober geschafft werden. Aktuell sind wir bei rund 3.000 Kilometern angekommen und somit virtuell in Algerien unterwegs“, erklärt Hoffmann lächelnd.


Wer auch unabhängig von der „Korogocho Challenge“

einen Beitrag leisten möchte, findet alle nötigen

Informationen unter www.cns-asbl.org.