TRIER
BIRGIT REICHERT (DPA)

Vor 25 Jahren: Weltweit größter Fund römischer Goldmünzen in Trier

Es ist der weltweit größte Fund römischer Goldmünzen: Als Prunkstück thront der Schatz mitten im Münzkabinett des Rheinischen Landesmuseums Trier. Der Trierer Goldschatz umfasst gut 2.650 Münzen aus purem Gold und ist rund 18,5 Kilogramm schwer. Am 9. September ist es 25 Jahre her, dass der Sensationsfund auf abenteuerliche Weise geborgen wurde. Insgesamt 17 Finder waren daran beteiligt. Dem Direktor des Landesmuseums, Marcus Reuter, ist noch immer die Erleichterung anzumerken: „Eigentlich ist es ein Riesenwunder, dass der Schatz wieder fast komplett zusammengeführt werden konnte.“

Rückblick: Das antike Gold kam überraschend bei Bauarbeiten für ein Parkdeck in der ehemaligen Römerstadt zutage. Ein Baggerfahrer hatte beim Aushub das mit Goldmünzen gefüllte Bronzegefäß unbemerkt auseinandergerissen und einen Teil der Münzen mit der Erde weggefahren.

Kurz darauf fanden Hobby-Archäologen an beiden Stellen die ersten Goldmünzen. Einer der Sucher entdeckte den „Löwenanteil“: das Unterteil des Gefäßes und einen großen Klumpen - aus rund 2.000 Münzen. In Eimer und Plastiktüte verpackt brachte er den Fund dann ins Landesmuseum.

Unschätzbarer archäologischer Wert

„Das war unser Glück“, sagt Reuter. Wenn sich der Hauptfinder nicht gemeldet hätte, wäre der Schatz vielleicht nie zusammengeführt worden. „Da darf man gar nicht drüber nachdenken.“ Im Anschluss suchte man nach den anderen Findern, die nach und nach weitere Münzen abgaben.

Münzkundler gehen davon aus, dass der Schatz - so wie er seit nun fünf Jahren in Trier ausgestellt ist - zu mindestens 96 Prozent vollständig ist. Der Verbleib der möglichen restlichen Münzen sei unbekannt. „Es hält sich das Gerücht, dass in jener Nacht in Trierer Kneipen Freirunden mit Goldmünzen bezahlt worden sein sollen“, sagt Reuter.

Der Trierer Goldschatz ist das wichtigste Exponat in der Dauerausstellung des Museums. „Wir haben ja schon ein international sehr hohes Level an Qualität der Funde, aber innerhalb des hohen Niveaus ist der Goldschatz noch mal ein absoluter Leuchtturm. Er ist eigentlich das Aushängeschild unseres Hauses.“ Es kämen Besucher aus aller Welt, um ihn sich anzuschauen. „Man merkt schon, wenn die Leute davor stehen: Gold ist schon was Faszinierendes.“

Sein Haus feiert das 25-jährige Fundjubiläum an diesem Sonntag , 9. September mit einem bunten Programm - bei freiem Eintritt. Vom Material her sei der Goldschatz zwischen drei und fünf Millionen Euro wert, schätzt Reuter. Sein archäologischer Wert dagegen ist nach Angaben der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz unschätzbar.

Münzwelt auf den Kopf gestellt

Der Schatz habe damals die Münzwelt auf den Kopf gestellt: 88 neue Münztypen seien entdeckt worden - die Häufigkeit der bekannten Münzen veränderte sich. Die Münzen reichen vom Jahr 63/64 bis 196 - und sind je zwischen 5,8 und 7,6 Gramm schwer. Auf den Goldstücken sind insgesamt 27 römische Kaiser oder deren Verwandte abgebildet - von Kaiser Nero bis Mark Aurel. Die Forscher fanden heraus, dass der Schatz wohl kein Privatvermögen war, sondern eine staatliche Kasse, die sorgsam verwaltet wurde. Während eines Bürgerkrieges im Jahr 196 n. Chr. wurden die Münzen in einem Keller vergraben und gerieten danach in Vergessenheit. Vermutlich habe der einstige Verwalter des Schatzes sein Wissen um das Versteck mit ins Grab genommen, teilt die Generaldirektion Kulturelles Erbe mit. Bis dann am 9. September 1993 der Bagger kam.


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