LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„On and Between“ in der Philharmonie

Im Rahmen des Festivals für zeitgenössische Musik „rainy days“ hat der Kanadier Robin Minard den Raum zwischen den charakteristischen Säulen der Philharmonie in eine Klanginstallation verwandelt und die typische Architektur des Konzerthauses so neu erfahrbar gemacht. Mit 100 kleinen Lautsprechern hat der Klangkünstler im weiträumigen Foyer einen intimen Raum zarter Klänge erschaffen.

Vor rund einem Jahr war Minard zum ersten Mal in der Philharmonie, um sich vor Ort ein Bild der architektonischen Begebenheiten zu machen. „Ich war begeistert“, sagte er Anfang dieser Woche während der Festivaleröffnung. Klangkünstler wurde er über Umwege, eigentlich hat er nämlich Komposition studiert. Noch während seines Studiums in Montreal nahm das Ganze seinen Ursprung, weil er sich nämlich über die „Fahrstuhlmusik“ ärgerte, die in manchen Unterführungen aus den Lautsprechern dröhnte. „Für mich als Komponist war das ein unmöglicher Zustand“, erklärte er. Und so fühlte er sich verpflichtet, sich nicht nur in Konzertsälen einzubringen, sondern auch um die akustische Umwelt zu kümmern.

Architektur durch Klang verändern

„Eine Frage, die ich mir dann stellte, war, ob man in einem Raum mit Klang arbeiten kann, wie man es auch mit Licht tut, ob man Architektur demnach auch klanglich verändern kann. Und ja, das kann man, wenn man diesen Raum erst einmal funktionell und akustisch versteht“, so Minard. Die Herausforderung in der Philharmonie habe darin bestanden, eine Installation für einen Raum zu schaffen, der nie besucht wird: jener zwischen den Säulen. Da der Architekt sie in seiner Vorstellung wie einen Wald konzipiert und eine Ambiguität zwischen drinnen und draußen geschaffen habe, hätte er einen Ansatz gehabt. In der Tat hat es etwas Beruhigendes, durch diesen Säulenwald mit den verschiedenen Klängen, die ihm der Klangkünstler hinzugefügt hat, zu schreiten. „On and Between“ nennt sich das Werk, das man unbedingt bei seinem nächsten Besuch in dem Konzerthaus erkunden sollte.