ECHTERNACH
INGO ZWANK

CR 364 bei Echternach: Instandsetzung kostet zwei Millionen Euro - Eröffnung Sommer 2019

Überschwemmte Straßen, vielerorts Erdrutsche und umgestürzte Bäume: In der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni brach über Luxemburg eine Sintflut herein. Vor 2.30 hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun, alleine im Müllerthal wurden bis um 8.00 über 100 Einsätze gezählt.

Rekordniederschläge

Nach Auswertung der Niederschlagsdaten gab der Wetterdienst bekannt, dass in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 2018 101,3 l/m² an der Station Waldbillig gemessen wurden. Gleichzeitig wurde mit 72,1 l/m² zwischen 2.00 und 3.00 am 1. Juni ein neuer Stunden-Niederschlagsrekord festgehalten.

Gestern luden die Minister Bausch und Dieschbourg zur Baustelle der Landstraße CR 364 Echternach/Berdorf ein, um über den Stand der Bauarbeiten vor Ort zu informieren. Die hier vorhandenen Straßenschäden wurden durch das Unterspülen und Freilegen der Fundamente der bestehenden Stützmauer hervorgerufen, wie Marc Ries von der Straßenbauverwaltung erläuterte. Zuerst waren es nur kleine Risse, doch dann zeigten unter anderem Erkundungsbohrungen an der Straße das ganze Ausmaß. „Die gewonnenen Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Böden und vor allem die aus geotechnischer Sicht ungünstige Lage der Gleitfläche führten zum Konzept, die bestehende und beschädigte Böschung durch eine bewehrte Steilböschung zu ersetzen“, so Ries. Für die bestehende Stützmauer, die vertikale Risse aufwies, „wurden Unterfangungen vorgesehen“. Alles diese Maßnahmen sahen vor, dass rund 10.000 Kubikmeter Aushub bewegt werden mussten, „den wir später wiederverwerten“, sagte Ries. Im Bereich der Stützmauer sind 100 Kubikmeter zur Wiederherstellung der Fundamente erforderlich. Kosten: rund zwei Millionen Euro, wie Ries auf Nachfrage hin bestätigte.
Gesamtkosten von acht Millionen Euro

„Ich verstehe den Unmut der Bürger“, sagte Bausch im Hinblick auf die Unannehmlichkeiten. „Doch die Sicherheit für die Bürger hat Priorität. Und das geht natürlich nicht von heute auf morgen“, sagten Dieschbourg und Bausch im Hinblick auf die Fertigstellung einstimmig, was Ries mit Sommer 2019 angab, auch wenn die Arbeiten gut vorankämen. Zusammen mit den anderen Großbaustellen wie am Predigtstuhl, wo Ries auch mit Kosten von über zwei Millionen Euro rechnet, bezifferte er die ausstehenden Gesamtkosten auf rund acht Millionen Euro.

Bürgermeister von Berdorf sauer

Überrascht über den Ortstermin zeigte sich Berdorfs Bürgermeister Joé Nilles: „Sie gehen die Baustelle gucken… da hätte man aber auch den Bürgermeister kontaktieren können. Denn da wären noch einige wichtige Punkte, die es anzusprechen gäbe…“

Wie beispielsweise die Thematik oder besser Problematik rund um die Buslinien, „wo sich zu diesem Thema seit Wochen keiner aus dem Ministerium oder RGTR meldet und vieles immer noch nicht klappt“, so Nilles, der die Frage aufwarf, ob überhaupt an entsprechender Stelle bekannt sei, dass die aktuellen Navetten, die im Einsatz seien, keine Kinderwagen mitnehmen würden? Auch die Fahrpläne würden immer noch fehlen, die Gemeinde könnte die Bürger in keinster Weise informieren.

Doch in Wahlkampfzeiten sei es wohl schicker, schnell für ein paar Bilder vorbeizukommen, um ebenso schnell wieder weg zu sein, so der etwas verärgerte Bürgermeister.