LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„Jumanji - Willkommen im Dschungel“ bietet schnellgeschnittene Action und ganz viel Witz

Wer ein Remake erwartet oder sich gerade erst das Original mit dem herausragenden Robin Williams angeschaut hat, wird den Kinosaal möglicherweise etwas enttäuscht verlassen, alle anderen werden mit Sicherheit ihren Spaß haben. Die Fortsetzung des Filmklassikers „Jumanji“ aus dem Jahr 1995 bietet alles, was einen familientauglichen Abenteuerfilm ausmacht: Action, Spannung, Witz und tolle Landschaftsbilder. Das Abenteuer bahnt sich seinen Weg in diesem neuen Film nicht in die Welt der Spielteilnehmer, sondern katapultiert diese geradewegs in die Welt von Jumanji, die es zu retten gilt. „Jumanji“ ist diesmal auch kein Brett- sondern ein Videospiel, das in einer alten Konsole steckt und zufällig von vier Teenagern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, entdeckt wird. Da wäre der schlaksige „Nerd“ Spencer (Alex Wolff), die telefonsüchtige und selbstverliebte Bethany (Madison Iseman), der Footballfreak Fridge (Ser’Darius Blain) und die intelligente Außenseiterin Martha (Morgan Turner).

Abenteuer als Videospielfiguren

Die vier Jugendlichen werden in die virtuelle Realität des Videospiels „Jumanji“ gesogen, wo sie sich noch dazu in die Spielfiguren verwandeln, die so gar nicht ihrer eigenen Persönlichkeit entsprechen. Der Computerfreak Spencer findet sich in einem muskelbepackten Körper wieder und muss die Rolle des furchtlosen Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson) übernehmen. Bei Sportskanone Fridge bleiben ein halber Meter Körpergröße sowie seine Ausdauer auf der Strecke, als er plötzlich der hochintelligente Zoologe Moose Finbarr (Kevin Hart) ist. Die unsportliche Martha wird dagegen zur knapp bekleideten Kampfamazone Ruby Roundhouse (Karen Gillan). Am schlimmsten trifft es jedoch It-Girl Bethany: Sie verwandelt sich in den übergewichtigen Kartografen Professor Shelly Oberon (Jack Black). Sämtliche Spielcharaktere unterscheiden sich also bereits äußerlich komplett von den Menschen, die auf einmal in ihnen stecken, was zu allerlei schreiend komischen Szenen führt.

Viel Zeit, sich mit ihrem neuen Ich und Körper anzufreunden, bleibt den Teenagern nicht, denn schon bald müssen sie erkennen, dass die Dschungelwelt viel gefährlicher ist, als sie es auf den ersten Blick erwartet hätten. Gemeinsam gilt es nun, Jumanji zu retten, die abenteuerlichen Prüfungen in verschiedenen Levels zu bestehen und das Spiel schließlich zu gewinnen, um wieder in die Realität zurückkehren zu können. Zum Glück haben sie, so wie das in einem Videospiel üblich ist, drei Leben, die sie im Kampf gegen menschenfressende Nashörner, schwarze Mambas und blutrünstige Raubkatzen in einem mit Fallen übersäten Dschungel auch brauchen.

Kein Vergleich zum Original

Einige Hinweise auf den unvergessenen Klassiker mit Robin Williams werden Fans nicht entgehen. Williams steckte damals als Alan Parrish fast 30 Jahre lang in dem Würfelspiel fest, bevor die beiden Geschwister Judy und Peter Sheperd (Kirsten Dunst und Bradley Pierce) es entdeckten und fortsetzten. Als Kinobesucher erfährt man nun, wo Alan während dieser ganzen Zeit steckte und was er dort wohl erlebt hat. Vergleiche mit dem Original machen darüber hinaus jedoch wenig Sinn, da sich „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ von Regisseur Jake Kasdan eigentlich nur der damaligen Ausgangsidee bedient. Ansonsten kann aber tatsächlich nur sehr bedingt von einer Neuauflage geredet werden. Die rasant inszenierte moderne „Jumanji“-Version ist weit weniger heimelig als die Vorlage, wird wahrscheinlich auch nicht ganz so lange in Erinnerung bleiben und somit kaum Kultstatus erlangen, bietet aber dennoch kurzweilige Unterhaltung für die ganze Familie.