LUXEMBURG
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Den Bogen nicht überspannen: An Silvester ist Toleranz gefragt

Zum Jahreswechsel steigen landauf, landab die Böller in die Luft. Das Geknalle macht nicht nur Freude, weshalb auch einige Gemeinden den offiziellen Weg des „Raketenverbots“ eingeschlagen haben. Vor allem der Lärm sorgt schnell für Ärger. Mit etwas gutem Willen kommen Partyfans und Silvestermuffel aber gemeinsam gut ins neue Jahr.

Silvester ist für viele nur dann Silvester, wenn es ordentlich zischt und kracht. Doch der Lärm geht manchem auf die Nerven, zumal die sonst üblichen Regeln zur Nachtruhe an Silvester faktisch nicht gelten - an erholsamen Schlaf ist da nicht zu denken.

Dennoch existieren auch für Feierfreudige Grenzen. Rücksichtnahme und Toleranz sind angesagt, damit das neue Jahr nicht mit einem Nachbarschaftsstreit beginnt.

120 Dezibel sind erlaubt

Böller und Raketen sind typische Silvester-Krachmacher. Sie dürfen in acht Metern Entfernung noch eine Lautstärke von bis zu 120 Dezibel erreichen - das entspricht in etwa dem Rattern eines Presslufthammers. Der gleiche Wert gilt für Knallbonbons, allerdings gemessen in einem Meter Abstand. Zugelassene Feuerwerke halten diese Grenzen zwar ein, doch trotzdem kann der plötzliche Knall die Ohren schädigen. Vorbeugen lässt sich mit Ohrstöpseln oder mit Feuerwerken, die stärker auf Farb- und Lichteffekte setzen, statt auf Getöse.

Wann darf ich oder darf ich überhaupt Böller abschießen? Die Frage gehört vor dem Jahreswechsel zu den meistgestellten. Teilweise in Luxemburg gar nicht, da das Abbrennen von Feuerwerk mancherorts - siehe Kasten - ganz untersagt wurde. In einer „Journal“-Onlineumfrage begrüßten rund 85 Prozent der Teilnehmer dieses Feuerwerksverbot und gaben hierfür vor allem den Tierschutz und auch „unnötiges Geldausgeben“ als Begründung an.

Keine Jagd auf „Raketengangster“

Doch in der Silvesternacht drückt die Polizei aber auch mal zwei Augen zu. In manch anderen Gemeinden darf nur derjenige ein Feuerwerk abbrennen, der eine Genehmigung der Gemeinde hat, sonst droht nach der Gesetzeslage eine Geldstrafe. Verwarnungsgelder bis zu 250 Euro sind da möglich. Doch es ist Silvester. „Trotz eines Verbots in verschiedenen Gemeinden haben wir unseren Bereitschaftsdienst an Silvester nur der entsprechenden Situation des Tages angepasst“, heißt es da von der Pressestelle der „Police Grand-Ducale“. Man werde nicht explizit den „Raketengangstern“ nachstellen. „Aber wenn wir gerufen werden…“. Überspannen sollte man daher den Bogen nicht. Und Abschießen sollte man sein Feuerwerk wirklich nur rund um Mitternacht.

Stichwort Nachtruhe

Die einen wollen feiern, die anderen eher etwas ruhiger ins Neue Jahr starten oder gar schlafen. Bei der Polizei oder auch beim Vermieter dürften Lärm-Beschwerden vor oder unmittelbar nach Mitternacht vermutlich im wahrsten Sinne des Wortes auf taube Ohren stoßen.

Wer aber keinen unnötigen Ärger haben will, sollte bei Musik und Tanz an der frischen Luft auf das Ruhebedürfnis der Mitmenschen achten. Umgekehrt bieten geschlossene Fenster und Türen sowie heruntergelassene Rollläden den Lärmempfindlichen Schutz. Ohrenbetäubende Knallerei die ganze Nacht hindurch muss nicht hingenommen werden - Kanonenschläge um 4.00 morgens dürften daher wohl ein Fall für die Polizei sein.

Haustiere schützen

Für viele Haustiere bedeutet ein Silvesterfeuerwerk Stress, weil sie ein feineres Gehör haben als Menschen. Um Panikattacken infolge von Krach und Lichtblitzen vorzubeugen, sollten Hundehalter abends frühzeitig Türen und Fenster sowie die Rollläden schließen. Optimal sei, Vierbeiner und Kleintiere in ein ruhiges Zimmer zu bringen, das möglichst weit ab von den Lärmquellen draußen liegt. Vogelkäfige sollten mit einem Tuch bedeckt sein und nicht in Fensternähe stehen.