LUXEMBURG
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Premierminister Bettel und Finanzminister Gramegna besuchten Martelinger Schiefergruben

In den Schiefergruben von Obermartelingen hat man eine ganze Menge vor, um dieses besondere Industriedenkmal für Besucher attraktiv zu machen.

Auf Einladung des Denkmalamtes unternahmen gestern Premierminister Xavier Bettel und Finanzminister Pierre Gramegna einen Ausflug in die Tiefe unter den luxemburgischen Ardennen. Bei dem Ortstermin wurden sie von Chef-Denkmalpfleger Patrick Sanavia über die Geschichte und die geplanten Maßnahme zur Erhaltung dieser Schieferabbaustätte informiert. Es geht nicht nur um den Erhalt von Gebäuden und Stollen, sondern auch um lebendige Geschichtspflege. Denn das Handwerk der manuellen Schieferbearbeitung, droht auszusterben. Das vorsichtige Spalten der Steine zu dünnen Platten und deren Behauen auf das gewünschte Maß beherrschen nur noch wenige Menschen. Um 1900 waren um die 600 Arbeiter in Obermartelingen angestellt. Doch neue Materialien für die Dacheindeckung sowie der Import von billigem ausländischen Schiefer wurden zu Hauptkonkurrenten des einheimischen Schiefers, was ab 1960 den Zusammenbruch der Luxemburger Schieferindustrie einläutete. Einige der Schiefergruben sollen bis in eine Tiefe von 42 Metern den Besuchern zugänglich gemacht werden. Kosten: 7,1 Millionen Euro. Im Juni hat die Regierung dem Projekt zugestimmt und der Inbetriebnahme der unterirdischen Kammern der alten Schiefersteinbrüche für didaktische, kulturelle und touristische Zwecke zugestimmt.


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