ROEDGEN
SIMONE MOLITOR

Vor 40 Jahren gründete Maria Magdalena Burghagen die „Artium Art Gallery“

Mit einer großen Ausstellung unter dem Titel „Hommage à nos petits amis“ feiert die „Artium Art Gallery“ ihr 40-jähriges Bestehen. Ende der 1970er Jahre war ein solcher Schritt in Luxemburg längst keine Selbstverständlichkeit. Und dass die Galerie auch nach vier Jahrzehnten noch existiert, ebenso wenig. Den Schritt hatte damals Maria Magdalena Burghagen gewagt, die seit der Gründung des Verlagshauses „Art Center GmBH“ bis heute auch das Kunstmagazin „ARTIUM“ in verschiedenen Formaten veröffentlicht. In der Zwischenzeit zog die „Art Gallery“ mehrmals um: von der Avenue du X Septembre in die Avenue Monterey und 2013 schließlich nach Roedgen. An diesem Freitag wird der 40. Geburtstag mit einer Vernissage eingeläutet. Im Vorfeld stand uns die Galeristin und Verlegerin Rede und Antwort.

Was hat Sie damals dazu bewogen, eine Kunstgalerie zu eröffnen?

Maria Magdalena Burghagen Vorher hatte ich unter anderem in der Provenienzforschung über Kunstwerke bekannter alter Meister wie Rubens und Raffael gearbeitet, was eine interessante Aufgabe war. Da ich aber selbst künstlerisch tätig war und immer noch bin, hat mir die enge Zusammenarbeit mit Künstlern mehr Freude bereitet, und deshalb habe ich Künstlern meiner Generation mit der „Art Gallery“ eine Plattform angeboten. Zu dieser Zeit gab es übrigens nur wenige Galerien in Luxemburg. Die Ausstellungen in der „Art Gallery“ haben etablierten und auch jungen Künstlern wie Patricia Lippert, Maurice Ney, Pit Wagner, Bert Theis, Raymond Bausch (Blinti), Nick Blau, Marie Josée Kerschen, Theo Kerg, Gabriela von Habsburg und vielen anderen Künstlern ein Forum geboten.

Wie würden Sie die damalige Zeit, was die Kunstbranche im Allgemeinen anbelangt, beschreiben?

Burghagen Die 1980er und 1990er Jahre waren eine Zeit des Aufbruchs in der Kunst, wovon in Luxemburg allerdings noch nicht viel zu spüren war. Unsere Vernissagen und Ausstellungen waren vor allem von jungen Kunstinteressenten sehr gut besucht.

40 Jahre gibt es die „Artium Art Gallery“ nun schon. Das ist eine lange Zeit. Sicher gab es Höhen und Tiefen?

Burghagen Die Galerie blickt auf die Zusammenarbeit mit über 500 Künstlern zurück, wie John Ridgewell, Nena Saguil, Klaus und Rolf Staeck, Joseph Beuys, Otmar Alt und Bruce Clarke, um nur einige bekannte Namen zu nennen. Viele Künstler, mit denen wir zusammengearbeitet haben, sind schon verstorben, so etwa der Luxemburger Maler und Architekt Jean-Paul Conzemius, dessen hervorragende Bilder mich immer wieder begeisterten und mit dem die Zusammenarbeit eine große Freude war. An einen besonderen Tiefpunkt kann ich mich nicht erinnern.

Und an Ihren persönlichen Höhepunkt?

Burghagen Zweifelsohne war das, als ich 1999 das Lexikon über Luxemburger Künstler „Lux ART“ nach zehnjähriger Vorbereitungszeit herausgeben konnte.
Inwiefern hat sich der Kunstmarkt eigentlich in diesem Zeitraum gewandelt? Hat sich die Kundschaft verändert?

Burghagen Der Kunstmarkt hat sich in vierzig Jahren natürlich verändert. Schon vor zwanzig Jahren erzielten von Beuys und anderen Künstlergrößen signierte Postkarten auf den Kunstauktionen Höchstsummen und läuteten den Künstler-Personenkult ein, der bis heute anhält. Dies geschah aber über Auktionen, die den größten Marktanteil im Kunstgeschäft halten, und nicht über Galerien, die mit den Künstlern eng zusammenarbeiten. Unsere Kunden interessieren sich in erster Linie für das Werk, und das war schon immer so.

Warum entschieden Sie sich im Jahr 2013 für einen Galerie-Umzug nach Roedgen? Hatten Sie keine Bedenken, die Hauptstadt zu verlassen?

Burghagen Zunächst wollte ich mich komplett aus dem Galeriegeschäft zurückziehen und mich nur noch um die Herausgabe der Kunstzeitschrift „ARTIUM art collections“ kümmern. Viele meiner langjährigen Künstler baten mich jedoch, mit den Ausstellungen fortzufahren. Bedenken, die Stadt zu verlassen, hatte ich nicht, da der Wechsel nach Roedgen der Galerie gut getan hat. Außerdem ist Roedgen nur zehn Minuten von Luxemburg-Stadt entfernt und für jeden Kunden per Bus oder Auto leicht zu erreichen.

Sind Sie noch mit der gleichen Leidenschaft dabei?

Burghagen Ja, allerdings werden in Zukunft nur noch wenige Vernissagen im Jahr stattfinden. Wir werden eigene Editionen von Bildern und Skulpturen herausgegeben, und beim Verkauf von Kunstwerken werden auch der Kunstmagazinkatalog „ARTIUM Artists“, der jetzt zur Ausstellung erstmalig erscheint, und das Internet einen größeren Raum einnehmen, eine Referenz an unsere Zeit.


Mehr erfahren unter www.artium.lu