LUXEMBURG
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Schulorganisation 2018-2019 im hauptstädtischen Gemeinderat vorgelegt

Insgesamt 5.106 Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren sollen ab kommenden Herbst die öffentliche Schule in der Hauptstadt besuchen. Wie Schulschöffin Colette Mart während der gestrigen Gemeinderatssitzung betonte, sei diese Zahl im Vergleich zum vergangenen Schuljahr leicht angestiegen. Die Kinder werden auf 355 Klassen aufgeteilt (122 Klassen im ersten Zyklus, 233 Klassen in den Zyklen zwei bis vier). Im vergangenen Schuljahr wurden 57 Prozent nicht-Luxemburgische und 43 Prozent luxemburgische Kinder gezählt (womit relativ gesehen mehr luxemburgische Kinder die öffentliche Schule besuchen, als ausländische, beträgt der Nicht-Luxemburger-Anteil an der Bevölkerung in der Hauptstadt doch 70 Prozent).

Vor den Gemeindewahlen 2017 wurden eine Reihe neuer Schulgebäude eröffnet, die gleichzeitig eine Betreuungsstätte, „Foyer scolaire“ in der Hauptstadt genannt, beherbergen. Dies soll laut Mart ein Signal dafür sein, dass Schule und „Foyer scolaire“ zwar unterschiedliche Ziele verfolgen, aber die gleichen Kinder betreuen, und demnach zusammenarbeiten sollen. Das der Stadt vom Erziehungsministerium zuerkannte Lehrerkontingent wurde für nächstes Schuljahr neu aufgeteilt, so dass eine zweiprozentige Stundenreserve entstehen konnte, um in dringenden Fällen punktuell eingreifen zu können. Das Förderprogramm für hochbegabte Kinder wird beibehalten, hierzu wurden der Stadt zwölf Stunden pro Woche zugestanden. Die Stadt behält auch ihre „Classe de transition“ bei, die von Kindern mit Aggressionsstörungen, Ängsten, Konzentrationsschwierigkeiten und so weiter besucht wird, und eine intensive Betreuung ermöglicht.

Im nächsten Schuljahr wird in Sachen Schulen weiterhin gebaut, ausgebaut und geplant, so unter anderem in Cessingen, auf Cents, in Beggen und in Dommeldingen, wo erst einmal eine Machbarkeitsstudie für einen größeren Schul-, Foyer- und Schwimmkomplex durchgeführt werden soll. Die Kinder der Hauptstadt werden, wie überall im Land, medizinisch betreut. So wurden im vergangenen Jahr 116 Kinder mit Übergewicht, 39 mit Untergewicht, 251 mit Seh- sowie 46 mit Hörschwächen ermittelt, 14 Kinder waren vernachlässigt. Rund 3.000 Kinder sind in den Schulfoyers eingeschrieben, eine Warteliste mit rund 200 Kindern besteht aber immer noch.

Die Gemeinderäte werden am kommenden Freitag Gelegenheit haben, Stellung zu Fragen der Schule in der Hauptstadt zu nehmen. Die Abstimmung ist derweil für nächsten Montag anberaumt.

„Passerelle“ in vier bis sechs Wochenwieder benutzbar

Der Gemeinderat hieß gestern die Abänderung des Teilbebauungsplanes „Grossfeld ZM Sud - Ilot D et F“ in Gasperich gut. Die Urbanisierung des 657 Ar großen Areals war bereits vor mehr als 15 Jahren beschlossen worden. Die Anzahl der Wohnungen, die hier entstehen sollen, wurde nicht genannt, lediglich, dass es sich dabei um 80 Prozent der bebauten Fläche handeln soll.

Im Rahmen der Fragestunde zu Beginn der Sitzung zeigte sich Rat Maurice Bauer darüber erbost, dass die Fahrrad- und Fußgängerbrücke unter der Adolphe-Brücke zur Zeit einen neuen Belag erhält, war die „Passerelle“ doch im September vor den Gemeindewahlen mit recht viel Getöse eröffnet worden. Dass es sich bei dem damaligen Belag nur um ein Provisorium handelte, wusste der derzeitige Verkehrsschöffe Patrick Goldschmidt nicht, anders als seine Vorgängerin Sam Tanson. Jedenfalls ist nicht die Stadt, sondern die Straßenbauverwaltung zuständig. Der Termin im Juni - der sich zwischen vier und sechs Wochen hinzieht - musste gewählt werden, weil „der neue Belag nur bei einer Temperatur von mindestens sechs Grad plus angebracht werden kann“, erklärte Goldschmidt. Außerdem würden noch einige andere, notwendige Arbeiten ausgeführt. Mit dem Aufzug zwischen dem Pfaffenthal und der Oberstadt befasste sich Rat Tom Krieps, der von einem „architektonischen Meisterwerk mit Problemen“ sprach. Bislang habe man indes nur eine einzige große Panne gekannt, sagte Schöffe Goldschmidt, dies an Ostern. Alle anderen Male, an denen der Lift aussetzte, seien monatlich notwendige Wartungsarbeiten durchgeführt worden. „De Gros vun der Zäit ass de Lift en marche“, meinte Goldschmidt. In den kommenden Monaten soll denn auch die kaputte Glasscheibe - die keinerlei Risiko für die Besucher darstelle - repariert werden.

Nachbarschaftsfeste: Anfragenan die Stadt noch möglich

Den Anrainern der Place de Paris im Bahnhofsviertel soll noch vor der Sommerpause Vorschläge bezüglich der Gestaltung des Platzes nach dem Verlegen der Tramschienen unterbreitet werden. In der Tat hatte sich der Schöffenrat am 29. Mai in das Bahnhofsviertel begeben, um dort mit den Anwohnern über ihre Vorstellungen zu sprechen. Andere Verschönerungs- und Neugestaltungsarbeiten sollen im Grund, der „Polvermillen“, der Place Thorn in Merl, im Pfaffenthal („Spidolsgaart“), in Hamm und in der Straßburger Straße zusammen mit den Anrainern in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Dies teilte Bürgermeisterin Polfer in Beantwortung einer Frage von Rat François Benoy mit.

Zwischen 20 und 40 Anfragen erhielt die Stadt Luxemburg im Rahmen des europaweit organisierten „Nachbarschaftsfestes“ im Mai. Die Stadt stellt hierbei Bänke und Tische zur Verfügung, und sperrt gegebenenfalls kleinere Straßen für den Verkehr. Wie Schöffin Isabel Wiseler erklärte, könnten in diesem Jahr Anfragen bis zum 15. Juli beim „Service de l’Intégration“ der Hauptstadt eingereicht werden. Schließlich war noch zu erfahren, dass die Fläche, die im Parking „Knuedler“ dem Abstellen von Fahrrädern vorbehalten ist, verdoppelt wird. Das „Parking Hamilius“, dessen Betreiber nicht die Stadt, sondern der Privatpromotor des ganzen Komplexes sein wird, soll derweil im September wiedereröffnet werden. Das „Public Viewing“ im Rahmen der Weltmeisterschaft organisiert die Stadt auf dem Glacisfeld, um über genügend Platz zu verfügen. Catering wird dabei auch geboten.