LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Die Werke des finnischen Fotografen Jorma Puranen sind am Sonntag im Rahmen der „Private Art Kirchberg” in der Kanzlei Arendt&Medernach zu sehen

Jorma Puranen ist zum ersten Mal persönlich in Luxemburg. In der Kanzlei Arendt & Medernach stellt er Fotografien seiner Serien zu Landschaft, aber auch Porträts aus. Am Sonntag sind diese und andere Werke im Rahmen der „Private Art Kirchberg“ dem Publikum zugänglich. Wir haben Puranen vorab zu seiner Arbeit befragt.

Herr Puranen, wie wird man ein international renommierter Fotograf, dessen Werke in den bekanntesten Museen hängen?

Jorma Puranen Ich bin in einer Zeit erfolgreich geworden, als alle, die ein gutes Gefühl für Kunst und Fotos hatten, sich kannten. Meine ersten Bilder
habe ich 1978 ausgestellt. Damals gab es noch keine Social Media. Ich bin auch nicht dort oft, vielleicht einmal in der Woche auf Facebook und manchmal auf Instagram. Früher ging es weniger um Konkurrenz, mehr um Unterstützung.

Sie interessieren sich für Landschaften und Archive. Wie passt das zusammen?

Puranen Ich war immer an Geschichte interessiert. Ich habe viel im Norden Finnlands, in Lappland gearbeitet. Dort haben mich die Spuren interessiert, die Menschen hinterlassen haben. In den Archiven findet man viel dazu, vor allem in den Bildarchiven. Ich habe Bilder von alten Glasnegativen aus dem 18. Jahrhundert gemacht, auf denen noch die Fingerabdrücke der Archivare sind sowie Kratzer und Risse. Am meisten interessieren mich Landschaften. So habe ich beispielsweise Holz mit schwarzer Farbe bemalt und als Spiegel benutzt. Das gibt ganz eigene Effekte, weil man die Struktur des Holzes sieht.

Sie haben aber auch Bilder alter Meister fotografiert. Ist das Bilderdiebstahl?
Puranen Das ist eine neue Interpretation. Mir ging es um die Präsenz der Persönlichkeit, aber ich mag auch die Holzstruktur. Die ehrbaren Bürger, die auf den Bildern zu sehen sind, kennt heute niemand mehr. Aber durch das Licht erhalten sie einen ganz anderen Ausdruck. Den sollen auch meine Studenten finden.

Wie bringt man einem Künstler den eigenen Stil bei?

Puranen Wir führen viele Gespräche. Es geht um Identität, nicht um Stil. Von meinen Studenten lerne ich eine andere Art zu denken, zu arbeiten und manchmal neue Technik. Es ist ein Geben und Nehmen. Beispielsweise nutze ich heute mein Handy als Werkzeug.