LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„Luxembourg Art Week“ entwickelt sich zu Kulturevent - „Salon du CAL“ wird zeitgenössischer

Noch herrschte gestern Morgen reichlich Chaos in der Victor Hugo-Halle. Wenige hundert Meter weiter im „Tramsschapp“ blieb auch noch einiges zu tun. Es wurde gehämmert, gebohrt und geschraubt, zurechtgerückt, ausgemessen und Verpackungsmaterial beiseite geschafft. Die letzten Spuren werden mit Sicherheit beseitigt sein, wenn die ersten Besucher der diesjährigen „Luxembourg Art Week“ und des „Salon du Cercle Artistique de Luxembourg“ heute eintreffen.

Die „Art Week“ geht vom 9. bis 11. November nun schon in ihre vierte Runde. Der Erfolg lässt sich an den beachtlichen Besucherzahlen und natürlich an den Ausstellern aus ganz Europa messen. Erneut teilen sich in diesem Jahr etablierte Galerien in dem Bereich „Positions“ die Ausstellungsfläche der Victor Hugo-Halle mit aufstrebenden, jungen Galerien und Künstlervereinigungen im „Take off“. Mit dieser „foire d’art prospective“ wurde vor drei Jahren unter dem Impuls des Kulturministeriums begonnen, dies mit dem Ziel, der jungen Kreation eine Plattform zu bieten und Werke zu erschwinglichen Preisen auszustellen.

50 Aussteller bei der „Art Week“

Die Zahl der Aussteller ist gegenüber 2017 von 42 auf 50 gestiegen. Sie kommen aus sieben Ländern. Allein im Bereich „Positions“ sind 32 Kunstgalerien anwesend. Der Anteil an luxemburgischen Ausstellern sei mit einem guten Drittel konstant geblieben. „Das ist sehr positiv, darauf sind wir auch stolz. Es ist uns wichtig, die Akteure aus dem Luxemburger Kunstsektor einzubinden und mit ihnen zu arbeiten. Die ,Luxembourg Art Week‘ lässt sich darüber hinaus von der Struktur und dem Angebot her aber definitiv mit anderen großen internationalen Messen vergleichen“, meinte Organisator Alex Reding gestern bei der Presse-„Preview“.

„Als Organisatoren liegt uns daran, aus der ,Art Week‘ noch verstärkter ein Kulturevent zu machen. Natürlich geht es nach wie vor in erster Linie um den Verkauf von Kunstwerken, jedoch wollen wir gleichzeitig eine interessante Plattform für ganz Luxemburg und die Großregion sein. Aus diesem Grund haben wir den Kontakt mit anderen Institutionen ausgebaut“, sagte Reding. So zeichnet etwa „Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain“ für die Ausstellung „Class Trip“ verantwortlich, die ihren Fokus auf die junge Szene Berlins richtet. Unter dem Thema „ArtLX goes Berlin“ beteiligen sich Luxemburger Künstler der Berliner Kunstszene auch an einer ersten Gesprächsrunde am heutigen Freitag.

Künstlergespräche und Konferenzen

Insgesamt drei solcher Künstlergespräche können während der „Art Week“ besucht werden. Am Samstag reden Catherine Lorent und Filip Markiewicz über „ArtLx goes Venice: Les artistes luxembourgeois à la Biennale de Venise“, und am Sonntag geht es um die Kunst in Luxemburg, beziehungsweise das Thema „Nouveaux ateliers d’artistes à Luxembourg“. Konferenzen stehen ebenfalls auf dem Programm, unter anderem wird Enrico Lunghi über die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst innerhalb der letzten 20 Jahre in Luxemburg reden, während sich Suzanne Cotter Gedanken über die Zukunft musealer Strukturen macht.

„Die ‚Art week‘ ist wirklich der Moment, um das künstlerische Angebot, das es derzeit in Luxemburg gibt, in die Vitrine zu stellen“, bemerkte Reding. Große Änderungen oder Neuheiten gibt es zwar nicht bei der Auflage 2018, man habe aber Wert darauf gelegt, weiter an der Qualität des Angebots zu arbeiten. „So haben wir etwa Verbesserungen an der Raumaufteilung und -inszenierung vorgenommen. Auch unsere Werbestrategie, besonders im Ausland, haben wir verbessert“, listete der Organisator auf.

40 Künstler beim „Salon du CAL“

Was den „Salon du CAL“ anbelangt, der übrigens bis zum 15. November besucht werden kann, so habe die Jury unter 115 eingegangenen Kandidaturen 40 Künstler verschiedener Medien zurückbehalten, wie CAL-Präsident Marc Hostert erzählte. Die Hälfte der Teilnehmer ist „Membre titulaire“ des CAL. Zur Erklärung: Um ordentliches Mitglied zu werden, muss man dreimal an einem Salon teilgenommen haben. „Wir haben uns bei dieser Ausgabe um eine zeitgenössischere Ausrichtung bemüht. Neben klassischen Gemälden werden auch Grafiken, Fotografien, Skulpturen und Installationen zu sehen sein. Es war der ausdrückliche Wille der Jury, wirklich zeitgenössische und auch innovative Kunst zu zeigen. Die Künstler sind diesem Aufruf nachgekommen“, so Hostert. 110 Werke sind auf insgesamt 1.000 m² zu sehen, darunter 75 Bilder, 15 Fotos, 15 Skulpturen und fünf Installationen. Alle Werke stehen zum Verkauf. Die Preise der variieren zwischen 500 und 10.000 Euro. Zum Rahmenprogramm des Salon 2018 gehören auch geführte Besichtigungen. Heute Abend bei der Vernissage wird dann auch gleich der Name des Preisträgers des diesjährigen „Prix Pierre Werner“ gelüftet.

Zu den Öffnungszeiten

„Luxembourg Art Week“ vom 9. bis 11. November in der Victor Hugo-Halle: Vernissage heute von 18.00 bis 21.00. Öffnungszeiten: freitags 11.00-21.00; samstags 11.00-19.30; sonntags 11.00-18.00

„Salon du CAL“ vom 9. bis 15. November im „Tramsschapp“: Vernissage heute von 19.00 bis 21.00. Öffnungszeiten: samstags 10.00-19.30; sonntags 10.00-19.30; montags bis donnerstags 14.00-19.00.

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Infos: www.luxembourgartweek.lu und www.cal.lu