LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Autor Georges Hausemer mit 61 gestorben

Keng Wierder. Stëllstand. Just, mäi Bäileed.“ Roland Meyer hat am Dienstag in wenigen Worten seine Trauer über den Verlust seines Schriftstellerkollegen Georges Hausemer in einem Facebook-Post niedergeschrieben, aber damit für Luxemburgs Literaturszene gesprochen. Premierminister Xavier Bettel und Kulturstaatssekretär Guy Arendt kondolierten in einer gemeinsamen Erklärung: „D’Lëtzebuerger Kulturlandschaft huet e Pionéier verluer, deen eng wichteg Roll an der Entwécklung vun der zäitgenëssescher Lëtzebuerger Literatur an dem Lëtzebuerger Literaturbetrib gespillt huet.“ Wie das „Centre national de littérature“ (CNL) am Dienstag bekanntgegeben hatte, war Hausemer am Montag gestorben.

Hausemer arbeitete als freischaffender Schriftsteller, Übersetzer, Verleger und Reisejournalist und war einer der wichtigsten Schriftsteller der Literaturszene im Großherzogtum. Im Herbst 2017 hatte Hausemer den „Prix Batty Weber“ für sein Lebenswerk erhalten. Dabei war das Jahr 2017 noch einmal ein sehr produktives. Er veröffentlichte drei Werke: „Luxemburg. Das einzigartigste Großherzogtum der Welt“ mit seiner Ehefrau Susanne Jaspers, den Band „Fuchs im Aufzug. Erzählungen“ und das Prosawerk „Bushäuschen in Georgien. Texte und Fotos“. Der an Krebs erkrankte Autor wurde 61 Jahre alt.

Freund und Schriftstellerkollege

Das CNL bekundete seine Trauer und betonte Hausemers Bedeutung für die luxemburgische Literatur - im In- wie auch im Ausland: „Hien huet d‘Welt op Lëtzebuerg bruecht a Lëtzebuerg eraus an d’Welt gedroen.“ Zudem lobte es Hausemers Witz: „De Batty-Weber Präisträger 2017 huet mat feinem Humor a mat engem Schmunzele geschriwwen, d’Reesliteratur zu Lëtzebuerg etabléiert, de soziale Roman matgeprägt (...).“

Auch weitere Autoren aus dem Großherzogtum brachten am Dienstag ihre Trauer in kurzen Facebook-Einträgen zum Ausdruck. „Georges Hausemer, Freund und Schriftstellerkollege, ist gestorben. Mir fehlen die Worte.“, schrieb Prix Servais-Preisträger Guy Helminger. Kinderbuchschriftstellerin Mireille Weiten-de Waha teilte mit: „Eng onheemlech traureg Nouvelle ... vill ze fréi lees Du de Bic nidder fir eis ze verloossen.“ Sowohl Helminger als auch Weiten-de Waha waren Mitglieder im von Hausemer 1986 mitbegründeten „Lëtzebuerger Schrëftstellerverband“.

Hausemer hatte seit April 2016 in seinem Blog „Ich und mein Tumor“ über seine Krebserkrankung geschrieben. Im seinem letzten Eintrag beschreibt er einen Arztbesuch und wie das Leben danach zwischen Arbeit und Alltag scheinbar unverändert weitergeht. „Nach einer halben Stunde ist alles vorbei. Draußen scheint die Sonne. Wir haben Hunger. Da S. heute Geburtstag hat, beschließen wir, nicht sofort an unsere Schreibtische zurückzukehren, sondern eine Kleinigkeit essen zu gehen. Wir landen im lauschigen Laubengarten des türkischen Restaurants, das wir schon häufiger nach Arztterminen aufgesucht haben.“ Dieser letzte Eintrag datiert bereits vom 9. Juni.

Sein Wirken auf die Literatur über das Scheiben hinaus: Mit seiner Ehefrau Susanne Jaspers hatte er 2012 den Verlag „capybarabooks“ gegründet