LUXEMBURG
INGO ZWANK

Wie Mica Machado als junger Masseur den Schritt in die Selbstständigkeit wagte

Es war eigentlich Zufall, wie das Ein-Mann-Unternehmen „De Masseur“ entstand: „Ich habe vorher im Gesundheitszentrum gearbeitet“, berichtet der junge Masseur Mica Machado. „Dort vor allem mit Alzheimerpatienten, also in einem etwas anderen Bereich.“ Zufrieden war er in seinem Job zwar, doch an einem bestimmten Punkt kam bei Machado der Wunsch auf: „Ich möchte endlich so viel verdienen, wie ich auch arbeite!“

Der Entschluss reifte

„Ich habe während meiner Zeit im Gesundheitszentrum bereits an Massageausbildungen in Luxemburg und auch Deutschland teilgenommen, teils waren dies ganzwöchige Kurse“, berichtet der junge Unternehmer - und hier fand er dann seine wahre Berufung.

Anfang 2015 kündigt Machado bei seinem Arbeitgeber. Er will seine erlernten Massagetechniken gestressten Leuten anbieten. „Dabei wollte ich von Anfang an nicht eine Wellness Spa-Massage-Liste mit etlichen verschiedenen Varianten präsentieren. Im Wellnessbereich gibt es Riesen-Angebote, wo man erst einmal eine Stunde braucht, alles zu studieren und durchzulesen, bis man das richtige gefunden hat, was zu seinen Beschwerden oder Unwohlsein passt. Ich biete einfach meine Fähigkeiten dem Kunden in dem Sinne an, dass er mir sagt, wo es bei ihm drückt.“

Mica Machado betont, dass er keine therapeutisch-medizinischen Massagen anbietet. „Da arbeite ich mit Physiotherapeuten zusammen. Ich sage dem Kunden auch klar, dass meine Arbeit rein der Muskelentspannung, dem Wohlbefinden dient. Wenn ich merke, dass es sehr in den medizinischen Bereich geht, dann verweise ich an die Praxen.“

Natürlich war es ein gewagter Schritt, sich in die Selbstständigkeit zu begeben. „Es war schon etwas anderes am Anfang, diese Selbstständigkeit. Du bist Dir bewusst, dass Du alleine da stehst. Doch jeden Morgen, wenn ich aufstehe, weiß ich, dass ich für mich arbeite. Es war der richtige Schritt.“ Seine Eltern waren anfangs nicht ganz von diesem Schritt begeistert. „Ich habe natürlich mit meinen Eltern darüber gesprochen, dass ich mich selbstständig machen möchte. Die haben mich noch mehr nervös gemacht, als ich ohnehin schon war“, erzählt Machado. Das sichere Gehalt aufgeben, das Ungewisse. „Aber ich habe gesagt, dass ich es durchziehen werde - und meine Eltern haben mich da immer unterstützt.“

Schulbank drücken

„Ich hatte ja auch überhaupt keine Ahnung von Geschäftsführung.“ So standen zuerst Weiterbildungsmaßnahmen bei der Handelskammer an, auch die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten lief. „Das war gar nicht so einfach“, sagt Machado, hatte er doch klare Vorstellungen. „Ich wollte von Anfang an ins Stadtzentrum“, hier erhoffte er sich einen entsprechenden Zuspruch und das Kundenpotenzial. Am 1. Dezember 2015 war es dann soweit: „De Masseur“ wurde offiziell eröffnet. Bereits Mitte Oktober lief eine kleine Werbekampagne auf Facebook an. „Mit Erfolg“, wie Machado berichtet, „viele neugierige Leute meldeten sich bei mir.“ Es waren vor allem die Gutscheine, die vor Weihnachten das Geschäft ausmachten. „Es war -so gesehen - ein passender, guter Start“, resümiert der Masseur. „Es gibt eigentlich nie nichts zu tun“, schmunzelt der Luxemburger mit portugiesischen Wurzeln.

Einfache, aber erfolgreiche Ausrichtung

Sein Konzept: „Ich setzte sehr auf den Kunden, alles soll sehr individuell ablaufen, auch kommt es sehr selten vor, dass sich Kunden in unseren Räumlichkeiten überschneiden.“ Mit seinen erlernten Techniken arbeitet Machado an der beruflich- oder auch sportlich- bedingten Muskelverspannung. „Und die passe ich eben, wie gesagt, ganz den Muskelproblemen, Verspannungen der Kunden an. Die einen wollen es mit mehr Druck, die anderen etwas leichter.“ Denn Massage ist nicht gleich Massage. So zählen bereits viele Sportler zu seinem Kundenstamm, die zum Beispiel sehr die Beinmuskulatur beanspruchen.

„De Masseur“ möchte neben seiner Fähigkeit auch bewusst das Luxemburgische unterstreichen, daher der Name. „Das ist auch Teil meines Konzepts, meines einfachen Konzepts. Man weiß sofort, worum es geht, mit dem direkten Bezug zu Luxemburg über den Namen eben.“ Visionen hat Machado auch. „Ich wusste natürlich am Anfang nicht, wo diese Reise hingeht. Doch mittlerweile habe ich gemerkt, dass es läuft und mein Angebot bei den Kunden ankommt. Ich bekomme gutes Feedback.“ So kann sich Machado vorstellen, dass er sich in Zukunft durchaus personell verstärkt. Er könnte sich auch vorstellen, vielleicht in Zukunft auf der Betreuungsschiene bei Sportvereinen aktiv zu werden.


www.demasseur.lu