LUXEMBURG
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Europaschulen im ganzen Land und ein neues Lyzeum in Mondorf

Mit der Verabschiedung des Gesetzesprojekts 7240 befürwortete die Abgeordnetenkammer gestern mit 55 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen (déi Lénk) und 3 Ablehnungen (adr) die Eröffnung von drei weiteren Europaschulen im Land, die gleichzeitig im Netz der öffentlichen Schulen in Luxemburg, und in dem der Europaschulen weltweit eingebunden sind.

Nach der Schaffung einer solchen Schule 2016 in Differdingen, mit Ausdehnung nach Esch/Alzette, sollen jetzt auch Mondorf, Junglinster und Clerf eine „Ecole internationale“ erhalten. Diese Schulen sollen in die jeweiligen Lyzeen integriert werden, und ab diesem Herbst Schüler aufnehmen.

In den „Internationalen Schulen“ angeboten werden jeweils zwei Jahre „early education“ für Kindergartenkinder (ab vier Jahren), fünf Jahre Grundschule (also keine sechs wie im luxemburgischen System) und sieben Jahre Sekundarausbildung. Die Schüler werden dabei, je nach Standort, die Wahl zwischen einer germanophonen, einer anglophonen und einer frankophonen Sektion haben. Zudem sollen obligatorische Luxemburgisch-Kurse angeboten werden.

In Clerf („Lycée Edward Steichen“) werden 600 Schüler aufgenommen, in Junglinster („Lënster Lycée“) 650, und in Mondorf („Lycée Munneref“) gar bis zu 1.500.

In Mondorf wird zudem ein „normales“ Lyzeum entstehen, dies, wie es in der Begründung heißt, „pour réemédier au vide scolaire dans la région sud-est du pays“. Gleichzeitig sollen aber hier nicht nur Schüler aus Mondorf und Umgebung unterrichtet werden, sondern ebenfalls solche, die von weit her kommen, wird doch auch ein Internat eingerichtet.

Gesamtschule still und leise eingeführt

Berichterstatter Lex Delles, auch Bürgermeister von Mondorf, war sichtlich froh, dass nach ganz langer Zeit ein Projekt Realität wird, das seiner Gemeinde und der ganzen südöstlichen Region des Landes ein weiteres Lyzeum beschert. Ein Baugrund für das Lyzeum sei schon gefunden, aber noch nicht alle Vorarbeiten abgeschlossen. In Zwischenzeit werde jedoch eifrig an einer Containerstruktur nahe der Villa Ungeheuer gebaut. Im Herbst soll das Lyzeum die ersten Schüler aufnehmen.

Lex Delles befasste sich in seinen Ausführungen aber vor allem mit den internationalen Schulen, die nach dem Modell der Europaschulen funktionieren werden. „Et geet ëm méi Chancëgläichheet“, betonte er. Da die heutige Schulbevölkerung nicht mehr mehrheitlich Luxemburgisch zu Hause spreche, sondern eine andere Sprache, müsse man sich dieser Herausforderung stellen.

Françoise Hetto-Gaasch freute sich ihrerseits über das neue Lyzeum in Mondorf, und begrüßte auch, wenn auch verhaltener, die Schaffung der internationalen Schulen. Sie wies darauf hin, dass diese von einem Direktor geleitet werden. Zuspruch gab es ebenfalls von der LSAP und déi Gréng. Nur Fernand Kartheiser (adr) schlug einen anderen Ton an und sprach von einer „Kapittulation aufgrund der Diversität“. Er meinte, aufgrund der größeren Sicherheit, die ein europäisches Diplom biete, würden viele Schüler aus dem traditionellen Luxemburger Schulwesen abwandern.

„Success Story“

Minister Meisch sprach seinerseits von einer „Success Story“ in Bezug auf die erste internationale Schule in Differdingen. Diese habe gezeigt, dass das Modell zu den Schülern in unserem Land passe. Internationale Schulen seien indes nicht die besseren Schulen, sie seien lediglich für verschiedene Schüler die bessere Alternative. Darüber hinaus funktionierten sie nach dem Gesamtschulmodell, das, vor langen Jahren angedacht, nun auf diese Weise „in aller Ruhe“ Einlass in unsere Schullandschaft gefunden habe.