LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Neues Gesetz soll Wege zu den Finanzhilfen in der Filmindustrie vereinfachen

Ein neues Gesetz soll die positive Entwicklung der Luxemburger Filmindustrie noch weiter vorantreiben. Bisher wurden die Filmschaffenden einerseits direkt über den Film Fund unterstützt und andererseits über die Vergabe von so genannten „Certificats d’investissement audiovisuel“, die eher als indirekte Hilfe über den Weg der Steuer zu sehen sind. Die Frage, die sich stellte, war die, ob nicht beide Hilfen zusammen gelegt werden sollten. Im Rahmen der Bankenkrise hätten die erwähnten Zertifikate nämlich nur noch wenige Abnehmer gefunden, erklärte Kommunikationsminister François Biltgen.

Komplizierter Finanzierungsweg

Zur Erklärung: Zertifikate werden gekauft. Dadurch geht Geld an die Produzenten. Derjenige, der ein Zertifikat kauft, kann das Geld von den Steuern absetzen. Dieser Steuergewinn von 30% ist gleichzusetzen mit dem Gewinnausfall, den der Staat hat. Diese 30% müssten folglich dem Produzenten zugute kommen, was aber nicht immer der Fall ist, da auch Mittelmänner eine Kommission verlangten. Der Gewinn des Produzenten beläuft sich demnach öfters auf lediglich 25%.

Klingt kompliziert, ist es auch, weshalb sich die Regierung schließlich dazu entschlossen hat, ein neues Gesetz auf den Weg zu bringen, das die finanzielle Unterstützung neu regeln soll. „Das Geld soll der Filmwelt effizienter zugute kommen“, betonte Biltgen gestern. Außerdem wären diese Zertifikate oft genutzt worden, um Filme zu produzieren, die gar nicht gezeigt wurden, sondern eher dazu dienten, ein gewisses Kapital anzusammeln.

Geld wird effizienter eingesetzt

Die Ausarbeitung des neuen Gesetzes bedeutet nicht, dass der Staat mehr Gelder springen lässt, sondern dass die Mittel effizienter eingesetzt werden, da das Finanzielle fortan nur noch über den Weg direkter Hilfen geregelt wird. Für Filmproduzenten entfällt so auch die Vorfinanzierung, die sich oft als schwierig gestaltete.

Die Philosophie des Ganzen wird in den Artikeln 11 und 12 des neuen Gesetzes widergespiegelt. Das Projekt, das finanziell unterstützt wird, muss zur Entwicklung des „secteur de la production audiovisuelle européeene et en particulier luxembourgeois“ beitragen, „compte tenu d‘une proportionnalité raisonnable entre les avantages consentis et les retombées culturelles, économiques et sociales à long terme de la production de ces oeuvres“.

Zahlreiche Kriterien

Eine ganze Reihe an Kriterien gilt es zu erfüllen. So muss die künstlerische und kulturelle Qualität gewährleistet sein. Positive Auswirkungen auf den audiovisuellen Sektor sollten gegeben sein, genau wie das Interesse für das soziokulturelle Kulturgut eine Rolle spielen muss. Auch die Möglichkeit des Vertriebs und der Kommerzialisierung sowohl national als auch international muss bedacht werden, weshalb natürlich Werbestrategien ausgeklügelt werden müssen. „Es muss auch darauf geachtet werden, was der luxemburgischen Wirtschaft etwas bringt. Das ist natürlich nicht unwichtig“, betonte Biltgen.

Künftig legt der Aufsichtsrat die großen Prinzipien und die Finanzprioritäten fest. Finanzminister, Kulturminister und Medienminister entsenden ihre Leute in dieses Gremium. Die Verwaltung des Filmfonds nimmt schließlich die Entscheidungen, dies wiederum aufgrund eines Urteils einer neuen unabhängigen Kommission, dem „Comité consultatif de sélection“.

Der Film Fund Luxembourg werde jedoch nicht in seinen Aufgaben beschnitten, betonte Biltgen.