LUXEMBURG
MM

Europäische Union eng mit den USA verknüpft

Der Überschuss der Europäischen Union im internationalen Dienstleistungsverkehr verringerte sich 2016 zum dritten Mal in Folge. Das teilte gestern die EU-Statistikbehörde Eurostat mit. Er belief sich auf 133, 1 Milliarden Euro, knapp sieben Milliarden weniger als 2015. Wie Eurostat mitteilt, führte die EU 0,3 Prozent weniger Dienstleistungen aus und dafür ein Prozent mehr aus Drittländern ein.

Mit 26 Prozent der gesamten EU-Dienstleistungsexporte und 31 Prozent der Einführungen an Dienstleistungen in die Union sind die USA Haupthandelspartner im Dienstleistungsverkehr. Während der Dienstleistungssaldo mit den USA minus 1,3 Milliarden Euro betrug, verbuchte die EU mit Russland (13,5 Milliarden), Japan (13 Milliarden) und China (8,8 Milliarden) ein deutliches Plus. Finanzdienstleistungen machen etwa die Hälfte des Dienstleistungsverkehrs aus.

Die USA sind auch, was Direktinvestitionen betrifft, Partner Nummer 1 der Europäischen Union. Demnach stammten 36,1 Prozent der Direktinvestitionen in der EU aus den USA, während 38,1 Prozent der Direktinvestitionen europäischer Unternehmen in den USA getätigt wurden.

Steigende Investitionen

Laut Eurostat beliefen sich Ende 2016 die Bestände an Direktinvestitionen von Investoren aus der EU in der übrigen Welt auf 7,6 Billionen Euro, was einem Anstieg um 4,6 Prozent gegenüber 2015 entsprach. Etwa in gleichem Maß(4,6 Prozent) nahmen die Direktinvestitionen aus Drittländern in der EU auf 6,27 Billionen Euro zu. Damit ist die EU Nettoinvestor mit einem Saldo von etwa 1,33 Billionen Euro.

2.744 Milliarden an Investitionsbeständen hatten EU-Investoren 2016 in den USA, gefolgt von 977 Milliarden in der Schweiz und 373 Milliarden in Brasilien. Die USA hatten gleichzeitig in der EU 2.391 Milliarden Euro investiert, die Schweiz 767 Milliarden. Aus den Bermudas kamen 644 Milliarden Euro an Investitionen und aus Jersey 314 Milliarden, aus Kanada stammten 250 Milliarden Euro und von japanischen Investoren 206 Milliarden.

Interessanterweise kamen 29,3 Prozent (1,8 Billionen Euro) aller Direktinvestitionen in der EU 2016 aus sogenannten „Offshore-Finanzzentren“ wie den Bermudas oder den Kaimaninseln, während 16,8 Prozent (1,3 Billionen Euro) aller EU-Investitionen außerhalb der Union dorthin gingen.