ESCH/BELVAL
DANIEL OLY

Die neue Universitätsbibliothek „Maison du Livre“ wurde offiziell eingeweiht

Reichlich Freude gestern bei der Einweihung der neuen Universitätsbibliothek „Maison du Livre“ genannten Universitätsbibliothek: Die großherzogliche Familie stattete dem Riesenbau einen Besuch ab, Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch (déi gréng) und Hochschulminister Marc Hansen (DP) und viele andere Gäste gesellten sich dazu, um das hochmoderne Gebäude am Campus Belval zu besichtigen.

Es gab reichlich zu feiern; die Bibliothek öffnete zwar bereits am 12. September ihre Tore. Aber die neue Bibliothek, die auch auf den vielsagenden Namen „Luxembourg Learning Centre“ (LLC) hört, sei viel mehr als nur ein gewöhnliches Bibliotheksgebäude, wie Universitätsrektor Stéphane Pallage in seiner Rede betonte: „Sie ist einmalig in der Welt. Nicht nur in ihrem Design, das auf einmalige Weise alte Industrie und modernen Stil kombiniert“, sagte er. „Sondern auch über ihre Überzeugung: Sie steht für Lernen, Zusammenarbeit, technisch moderne Verknüpfung. Sie ist ein echtes Lernzentrum für das ganze Land.“ Es unterstreiche die Ambitionen Luxemburgs, führend in Forschung und Wissenschaft zu sein.

Aushängeschild der modernen Wissenschaftslandschaft Luxemburgs

Bücher seien auch im digitalen Zeitalter noch immer ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaft, dem trage das neue Gebäude entsprechend Rechnung. „Wir haben Platz für 220.000 Bücher, 1.000 Arbeitsflächen und bis zu 400.000 Nutzer pro Jahr“, meinte Pallage. Er hofft, dass sich die „Maison du Livre“ in Zukunft mit Leben füllt. „Das ,LLC‘ wird das Aushängeschild der Wissenschafts- und Lernbemühungen im Land.“

Ähnlich sieht das Hochschulminister Hansen, der einmal mehr daran erinnerte, dass die Regierung verstärkt in die „graue Masse“ als wertvolles Gut investiere - „Wir planen durch unseren Einsatz für die Wissenschaft und Forschung ganz klar die Zukunft dieses Landes“, meinte Hansen gestern. Das Gebäude spreche indes „für sich - es ist ein Symbol der Erfolgsstory der Universität Luxemburg“, wie er weiter sagte.

Die „Maison du Livre“ spricht aber auch von der Vergangenheit Luxemburgs; auf den Fundamenten und mit Elementen eines alten Schwerindustriegebäudes errichtet schlage es perfekt die Brücke zwischen alt und neu. „Es verknüpft das Luxemburg der vergangenen hundert Jahre nahtlos mit dem Luxemburg der kommenden hundert Jahre“, meinte so Infrastrukturminister Bausch. „Und beweist damit einmal mehr, dass bestehende Einrichtungen weiter verwendet werden können, bevor sie vollständig platt gemacht und ersetzt werden müssen“, erklärte er weiter. Zudem sei es ein Aushängeschild für die urbanistische Arbeit auf der ehemaligen Industriefläche. Keine leichte Aufgabe, die Luc Dhamen, Direktor des „Fonds Belval“ da vollbracht hat. Das alte Industriegebäude neu aufleben zu lassen und in die Moderne zu katapultieren, sei eine Sache. „Aber die ,Maison du Livre' ist ganz klar ein Quantensprung und das nächste große Stück im immer kompletter werdenden Puzzle ,Belval'“, meinte Dhamen gestern. Fertig sei der Campus natürlich noch lange nicht. Aber dank modernster Baumethoden und einer offenen und vernetzten Denkweise sei „eine hervorragende Bibliothek entstanden“, wie er weiter betonte. Teilweise sogar mit besonderem Touch - etwa einem „Open-Air-Leseraum“ mit Grünfläche, die den Campus überblickt. „Wir wollten Lust auf Lernen und Lesen machen“, betonte Dahmen. „Heraus kam eine waschechte, supermoderne Sehenswürdigkeit, die für alle Menschen offen ist, die dazu lernen wollen“ - ein echtes „Learning Centre“ eben.

Und was für eins: Das offene, moderne Design bietet viel Licht, reichlich Platz zum Entspannen und soll dazu einladen, Zeit in der Bibliothek zu verbringen. „Journal“-Kollegen waren sich einig: Hätte es solche Universitätsbibliotheken früher gegeben, wir wären alle Vorzeigestudenten.