LUXEMBURG
CATHY SCHMARTZ

Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 setzt sich die „Gesellschaft fir Musiktherapie zu Lëtzebuerg“ (GML) für die Verbreitung, Bekanntmachung und Anerkennung der Musiktherapie in Luxemburg ein. Im Rahmen des „European Music Therapy Day“, der seit 2014 jedes Jahr am 15. November zelebriert wird und diesmal unter dem Motto „Hearing your voice“ steht, organisiert die GML eine ganze Reihe von Veranstaltungen, um den Berufsstand und die Therapieform bekannter zu machen. 20 bis 25 diplomierte Musiktherapeuten gibt es in Luxemburg.

„Der europäische Aktionstag bietet eine gute Gelegenheit, auf den momentanen Stand der Dinge in Sachen Musiktherapie einzugehen. Nach wie vor ist der Beruf des Musiktherapeuten in Luxemburg nicht gesetzlich anerkannt. Eine baldige Änderung dieser Situation wäre mehr als wünschenswert. Auch Personen, die ein musiktherapeutisches Angebot in Anspruch nehmen möchten, käme dies letztlich sehr entgegen. Da die gesetzliche Anerkennung fehlt, werden die Kosten nämlich nicht von der Gesundheitskasse übernommen. Dies führt dazu, dass gerade dem verletzlichen Teil der Bevölkerung, für den unsere Arbeit besonders wichtig wäre, der Zugang oft verwehrt bleibt. Noch dazu zögern Institutionen oder Organisationen nicht selten wegen dieser ungeklärten Situation, einen Musiktherapeuten einzustellen. In anderen Ländern konnte sich der Musiktherapeut dagegen in vielen Bereichen etablieren. Wissenschaftlich konnte die positive Wirkung dieser Therapieform längst nachgewiesen werden. Solange es aber hierzulande an einer Anerkennung seitens der Politik fehlt, kommt es immer wieder zu Missverständnissen, beziehungsweise wird das Fach gelegentlich nicht ernst genommen. Das Interesse an dem Beruf wächst indes weiterhin. Wegen der bestehenden Problematik ziehen es manche Kollegen nach ihrem Studienabschluss aber vor, im Ausland zu bleiben, weil es dort bessere Arbeitsmöglichkeiten gibt.

Wir haben bereits Unterredungen mit den großen politischen Parteien geführt, die auch alle großes Interesse an unserer Arbeit und unserem Angebot zeigten. Vor einiger Zeit wurden zu dieser Thematik außerdem zwei parlamentarische Anfragen an die beiden Minister Meisch und Mutsch gerichtet. Das Thema ist also präsent, dennoch wurden bislang keine konkreten Schritte unternommen, die zu einer Verbesserung der Situation führen würden. Wir werden uns weiterhin für eine Anerkennung seitens der Politik stark machen, dies zusammen mit der ,Association Luxembourgeoise des Art-thérapeutes Diplomés‘ (ALAtD).

Seit Dezember 2016 haben wir übrigens ein Projekt mit Asylbewerbern, auf das wir sehr stolz sind, dies in enger Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und mit der Unterstützung der ,Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte‘. Ermöglicht wurde es indes im Rahmen der Projektausschreibung ‚Mateneen‘ der ,Oeuvre‘. Einerseits arbeiten wir mit minderjährigen Flüchtlingen, die ohne Begleitung von Erwachsenen nach Luxemburg gekommen sind, bieten auf der anderen Seite aber auch ein musiktherapeutisches Angebot für erwachsene Asylbewerber. Über das Medium Musik bekommen sie eine Ausdrucksmöglichkeit, die keiner Wörter bedarf und die es ihnen dennoch erlaubt, Emotionen auszuleben und teils schwere Erlebnisse zu verarbeiten. Non-verbale Therapien sind ein Mehrwert. Das hat dieses Projekt einmal mehr unter Beweis gestellt.“

Zusätzliche Informationen unter www.musiktherapie.lu