LUXEMBURG
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Vierfache Einweihung: Gare Howald, Haltestelle Pfaffenthal, Standseilbahn und „Siggi“

Dem heftigen Schneefall und der Kälte zum Trotz konnte die feierliche Einweihung von gleich vier Mobilitätsneuerungen am Sonntagmorgen erfolgreich über die Bühne gehen: Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa in Begleitung von Premierminister Xavier Bettel, Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsminister François Bausch, Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo, Vertreter von CFL und Luxtram sowie weitere Gäste machten einmal die Fahrt von Howald bis zum neuen „Tramsschapp“ mit.

In Howald wurde am Morgen im Beisein von Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer sowie der Bürgermeister von Hesperingen, Marc Lies, und Niederanven, Raymond Weydert, der neue Bahnhof seiner Bestimmung übergeben, bevor es mit dem Zug zur zweiten Einweihungsstation ging: die Haltestelle Pfaffenthal-Kirchberg. Per Standseilbahn ging es anschließend hoch zur „Bergstation“. In dem halboffenen Gebäude hatten sich auch zahlreiche Politiker, darunter Umweltministerin Carole Dieschbourg, Finanzminister Pierre Gramegna und Staatssekretär Camille Gira unter die Gäste gemischt. Empfangen wurde das großherzogliche Paar mit einer stimmungsvollen Gesangseinlage von „Sang a Klang Pafendall“ und dem „Chorale d’hommes réunis“, die mit dem für diese Gelegenheit konzipierten Stück „Den neie Lëtzebuerger Funiculaire“ auf der Melodie von „Funiculi Funicula“ gute Laune verbreiteten.

Marc Wengler, der Generaldirektor der CFL, bezeichnete die Anbindung des Zuges an das Kirchberg-Plateau in seiner Ansprache anschließend als einen „Quantensprung“. Seit 2005 sei die Zahl der Zugpassagiere nach einer langen Phase der Stagnation um 60 Prozent gestiegen. Die Taktung und Kapazität des Eisenbahnnetzes sei in der Folge deutlich erweitert worden. Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsminister François Bausch beglückwünschte die CFL dafür, das „komplexe Projekt“ Haltestelle und Standseilbahn innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren zum Abschluss gebracht zu haben. Mit einem Augenzwinkern sagte der grüne Minister in Richtung Finanzminister, das Projekt sei darüber hinaus sogar 20 Prozent unter dem angesetzten Budget geblieben. Bausch sprach weiter von einer „neuen Lebensqualität“. Es sei hier nur ein erster Schritt getan und man müsse die aktuelle Dynamik aufrecht halten, „dann packen mer et“, sagte Bausch, der den Event auch auf Facebook entsprechend pushte.

Von dort aus fuhr die Delegation per Tram bis in den Tramsschapp, wo eine akademische Sitzung stattfand.

Das Umfrage-Institut TNS Ilres hat passend zur Inbetriebnahme der Trams Anfang Dezember eine Umfrage durchgeführt. Es wollte von den Befragten wissen, ob die Tram ihre Gewohnheiten in Bezug auf den öffentlichen Transport ändern würden. 64 Prozent antworteten hierauf mit Nein, 32 Prozent antworteten mit Ja. Immerhin 43 Prozent der befragten Hauptstädter können sich hier eine Umstellung ihrer Gewohnheiten vorstellen,  38 Prozent aus dem Ausland bejahten dies.

Große Veränderungen zeichnen sich jetzt auf den Wegen des öffentlichen Personennahverkehrs in Luxemburgs ab: Neben einem Fahrplanwechsel bei der CFL ist nun auch die Tram - und zwar bis zum 31. Januar kostenlos - unterwegs. So wurde der Fahrplan der CFL komplett überarbeitet. Was den Bahnhof Pfaffenthal/Kirchberg samt Gratis-Aufzugsnutzung angeht, so werden hier die neuen Linien 10/60 (Ulflingen-Luxemburg-Esch/Alzette-Rodingen) als auch 70/10 (Longwy-Rodingen-Luxemburg-Mersch) Station machen. Durch die Umstellungen beispielsweise Anpassungen auf so auf der Strecke der Linie 10 (Ettelbrück-Kirchberg) ein Gewinn von 22 Minuten möglich. Auf der Linie 60 Esch/Alzette-Kirchberg sind es acht Minuten.

In Bezug auf den RGTR gibt es die neue Linie 207 zwischen Düdelingen und Kirchberg. Die „Eurobus-Linien“ des RGTR über Kirchberg fahren nicht mehr über die Av. Kennedy, sondern benutzen den Bvd. Adenauer. So ist die Av Kennedy für die Tram reserviert. Darüber hinaus finden Linien wie die 107 (Befort-Luxemburg), 116 (Schweich-Luxemburg), 118 (Trier-Luxemburg), 134 (Konz-Luxemburg) oder auch 157 (Saarburg-Luxemburg) ihre Endstation bei der Luxexpo. Auch die Regionallinien 155, 159, 184, 300, 303, 323 und 401 enden jetzt hier. In die Hauptstadt passen sich AVL-Linien natürlich an den Aufzug Pfaffenthal, den Bahnhof Howald und die Tram an. Dies hat zur Folge, dass einige Stationen versetzt werden oder hinzukommen. Auch wurde eine neue Linie „Gare Howald“ und „Ban de Gasperich“ eingerichtet (AVL 26).

So sind nun Querverbindungen geschaffen worden, um die zwei neuen Bahnhöfe zu erreichen - sie kommen vom Süden und vom Norden des Landes und die Fahrgäste müssen nicht am Luxemburger Hauptbahnhof umsteigen. Die Linien 70, 60, 30 und 10 werden miteinander verbunden und auch erweitert. Die Linie 10, die von Ettelbrück kommt, wird auf die Gleise der Linie 60 bis zur Uni Belval ausgedehnt, was eine Reise ohne Umsteigen erlaubt.

Alle Informationen in aller Ausführlichkeit gibt es auf www.mobiliteit.lu, www.cfl.lu, www.luxtram.lu und auch www.newbus.vdl.lu oder auf der City App der Stadt Luxemburg