BARTRINGEN
PATRICK WELTER

Erste DEKRA-Kontrollstation in Bartringen eingeweiht

Es mag nur eine verhältnismäßig bescheidene Sache sein, die Eröffnung einer privatwirtschaftlichen „Kontrollstation“ zur technischen Untersuchung von Pkw und Lkw, aber sie stellt eine Zeitenwende für Luxemburg dar.

Zwar gibt es schon seit einigen Jahren die Möglichkeit, die technische Fahrzeugkontrolle in den Markenwerkstätten vornehmen zu lassen, aber auch dort kontrollierten Mitarbeiter der SNCT, der „Société Nationale de Contrôle technique“. Die SNCT, im Volksmund nur „Sandweiler“ genannt, nach der größten der landesweit drei Kontrollstationen, war bisher ein absoluter Monopolist. Damit ist nun endgültig Schluss.

Die Reform der Fahrzeugkontrolle gehört zu den heißen Eisen, an die sich CSV-geführten Regierungen niemals herangetraut haben. Dabei wuchsen die Beschwerden der Bürger von Jahr zu Jahr an. Die auffälligsten Symptome für eine total verkrustete Struktur waren das endlose Warten mit und ohne Termin und der schon legendäre Ruf der Unfreundlichkeit. Dass sich die neue Regierung und der Fachminister François Bausch trauten, diese eingerostet Kiste aufzubrechen und das Jahrzehnte alte Monopol zu beenden, ist eine kaum beachtete aber wirklich durchschlagende Reform. Allerdings wurden sie dabei auch durch eine Direktive der EU unterstützt - bei Beibehaltung des Monopols wären Klagen der EU-Kommission oder anderer Prüfunternehmen wahrscheinlich geworden.

Standort Bourmicht

Gestern hat sich der erste Wettbewerber der SNCT in Luxemburg etabliert. Im Beisein von Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch wurde die Prüfstation der DEKRA auf dem Gelände des Auto-Center Goedert in Bartringen-Bourmicht eingeweiht. Dabei wurde gestern auch die entsprechende Prüfberechtigung durch das Ministerium ausgestellt. In fünf Wochen, am 1. Februar 2018 können die ersten Privatwagen zur Prüfung in die Halle der DEKRA einfahren - allerdings ist eine online-Anmeldung Voraussetzung für den Prüftermin.

DEKRA wurde 1925 als „Deutscher Kraftfahrzeugüberwachungsverein“ zur technischen Kontrolle von Lastwagen gegründet. Der nach eigener Auskunft Weltmarktführer für Sicherheitsüberprüfungen beschäftigt in über 50 Ländern rund 40.000 Mitarbeiter.

Ein langer Weg

Thomas Reuter, der technische Betriebsleiter der DEKRA Automotive sarl, erinnerte bei der gestrigen Einweihung daran, dass die ersten Gespräche zwischen der DEKRA und dem Transportministerium schon 2005 stattfanden. Die Eröffnung der DEKRA-Prüfstelle sei das Ergebnis eines langen Weges mit vielen kleinen Schritten.

Minister Bausch sprach wörtlich von einer großen Freude, mit der Einweihung der DEKRA-Station sei die dritte Etappe der Reform erreicht worden.

Angesichts der großen Unzufriedenheit, die vor 2013 über die alljährliche Fahrzeugkontrolle geherrscht habe, hätte ihm diese Reform am Herzen gelegen. „Es wird nicht weniger Qualität bei der Kontrolle geben, sondern mehr Service für den Kunden“ konstatierte Bausch.