CLAUDE KARGER

Nach sieben Jahren soll nun definitiv Schluss sein. „Mister Euro will nicht mehr“, titelte gestern die „Stuttgarter Zeitung“ nachdem der Eurogruppenchef wieder mal angekündigt hatte dass er Anfang 2013 abtreten will und damit eine neue Runde im europäischen Hauen und Stechen um die Schlüsselstelle auszulösen.

„Der Posten raubte Luxemburgs Premier oft den Schlaf. Immer wieder musste er nach durchwachten Nächten in den frühen Morgenstunden die Anti-Krisen-Strategie der Währungsunion erläutern. So ist der 57jährige amtsmüde geworden, und das hat er auch schon öfters signalisiert - vielleicht zu oft“, analysiert das „Handelsblatt“,
„inzwischen scheint es niemand mehr ernst zu nehmen, wenn Juncker seinen Abschied von der Euro-Gruppe ankündigt“.

So wie die wenigsten wohl Anfang 2012 die Erklärung des langjährigen Modell-Europäers Juncker ernst nahmen, er wolle den Euro-Gruppen-Vorsitz aufgeben, „um sich ganz seinem Amt als Ministerpräsident in Luxemburg zu widmen“, wie „Spiegel Online“ erinnerte. Nicht dass ein 100 Prozent-Premier von Mutwillen wäre, wie derzeit die „Wull am Tirang“ in extrem vielen Dossiers zeigt.