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SIMONE MOLITOR

music:LX zieht Bilanz: Rekordjahr mit 1.155 Konzerten luxemburgischer Künstler im Ausland

Auf der internationalen Musiklandkarte hat Luxemburg seinen Platz mittlerweile erobert. Der Bekanntheitsgrad vieler luxemburgischer Musiker, Sänger und Bands ist nicht zuletzt dank des Einsatzes des Exportbüros music:LX gestiegen, das überdies seit nunmehr sechs Jahren einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung der nationalen Musikszene leistet. Inzwischen sind die heimischen Musiker in allen vier Ecken dieser Welt unterwegs. Während der Bilanzkonferenz von music:LX wurde gestern deutlich, dass die Präsenz unserer Musiktalente im Ausland noch einmal verstärkt werden konnte. Die vorgelegten Zahlen sprechen für sich.

Tatsächlich war 2017 ein Rekordjahr: Nicht weniger als 1.155 Konzerte haben Künstler aus Luxemburg im Ausland gegeben. Zum Vergleich: 2016 waren es 950. Die Nachbarländer dominieren wohl - 299 Konzerte in Deutschland, 154 in Frankreich und 106 in Belgien -, jedoch konnten auch 95 Auftritte in Großbritannien und 43 in den USA gezählt werden. Im asiatischen Raum wurden rund 100 Konzerte gezählt, davon alleine 44 in Japan.

Klassik imAufschwung

Der Rock/Pop/Elektro-Bereich dominiert weiterhin mit 405 Konzerten, besonders auffallend ist aber, dass sich die klassische Musik stark auf dem Vormarsch befindet. Die Anzahl der Auftritte auf internationalen Bühnen - 243 waren es 2016 - stieg auf 344. Im Jazzbereich waren es 326. Die Metalszene ist mit 82 Konzerten relativ stabil geblieben und immer noch überschaubar. Dass sich der Klassikbereich derart im Aufschwung befindet, erklärt sich music:LX-Direktor Patrice Hourbette zum einen mit der Wirkung des „Luxembourg Classical Meeting“, dessen zweite Auflage im September in der Philharmonie organisiert wurde. Während zwei Tagen wird den Klassikkünstlern des Landes bei dieser Veranstaltung die Gelegenheit geboten, sich in Konzerten einem Publikum vorzustellen, dem auch Verantwortliche aus Konzertsälen, Agenturen, Musikfestivals und Plattenlabels angehören. „Eine neue Generation klassischer Künstler ist gerade dabei, sich einen Namen zu machen“, so Hourbette.

40 Alben wurden 2017 unter einem ausländischen Label herausgebracht - 2016 waren es 32 und 2015 25 -, davon 16 im Pop/Rock/Elektro-Bereich, 17 im klassischen Bereich und sieben im Jazz. Gast Waltzing war der Künstler, der auch 2017 wieder am aktivsten im Ausland unterwegs war und mit zahlreichen renommierten Orchestern sowie Ensembles zusammengearbeitet hat.

„Das internationale Musikbusiness ist und bleibt knallhart. Für unsere Künstler ist es eine große Herausforderung, sich in diesem Geschäft zu behaupten. Der Bekanntheitsgrad wächst dennoch von Jahr zu Jahr. Dies beweisen die zahlreichen internationalen Anerkennungen“, bemerkte Max Theis in Vertretung des Kulturstaatssekretärs Guy Arendt, der später dazustieß.

„Dream Catcher“, „Dock in Absolute“und „United Instruments of Lucilin“

Traditionell werden Ende des Jahres auch die Exportkünstler des Jahres ausgezeichnet. Im Bereich „Pop/Rock/Elektro“ ging der Preis an „Dream Catcher“. 2017 gab die Band 35 Konzerte im Ausland. Das Album „Vagabonds“, das bei dem deutschen Label „Jazzhaus“ produziert wurde, verkaufte sich „physisch“ 2.800 Mal. „Unser Erfolg ist eine richtige Mannschaftsarbeit. Ich bin sehr glücklich, die Bühne mit diesen Musikern teilen zu können. Jedes Konzert ist ein bisschen verrückt. Wenn ich die letzten zehn Jahre Revue passieren lasse, habe ich tatsächlich das Gefühl, wir wären nonstop auf Tour gewesen“, erklärte Frontmann John Rech.

„Dock in Absolute“ räumte den Exportpreis im Bereich Jazz ab. „Jean-Philippe Koch hat enorm dafür gearbeitet, sein Trio weiterzuentwickeln. Diese Arbeit hat sich bezahlt gemacht“, bemerkte Hourbette. „Wir haben tatsächlich wie verrückt gearbeitet und waren dauernd auf Tournee“, bestätigte Koch. Im Mai brachte die Gruppe ein neues Album heraus, das bereits 4.800 Mal über die Ladentheke ging. Fast 50 Konzerte hat das Trio 2017 im Ausland gegeben.

Die „United Instruments of Lucilin“ haben ebenfalls ein herausragendes Jahr hinter sich und wurden dafür nun mit dem Exportpreis im Bereich „Klassik/zeitgenössische Musik“ belohnt. Wie Verwaltungsdirektorin Florence Martin unterstrich sei dieser Erfolg dem Engagement jedes Einzelnen zu verdanken. 40 Konzerte hat das Ensemble 2017 gespielt, davon 26 im Ausland. „Dieses einzigartige Jahr hat uns allen viel abverlangt, doch wir haben es geschafft, in großen und renommierten Konzertsälen vor enormem Publikum aufzutreten, was für zeitgenössische Musik ja nicht selbstverständlich ist. Seit langem versuchen wir, die ausgetrampelten Pfade der zeitgenössischen Musik zu verlassen, und wir haben das Gefühl, dies nun geschafft zu haben“, freute sie sich.