LUXEMBURG
CATHY SCHMARTZ

Kloertext - Anerkennung für Ausbildungen

Wie es in einer Antwort auf eine parlamentarische Frage vom 26. März dieses Jahres heißt, sei die Musiktherapie eine von vielen optionalen Kursen für Schüler im „Lycée Technique pour Proffessions de Santé“. Zudem werden Musik- und Kunsttherapie im Rahmen der psycho-geriatrischen Weiterbildung als Teil der Ausbildung genannt. Die Nennung der beiden Therapieformen, die auch weiterhin nicht über einen offiziell anerkannten Status in Luxemburg verfügen, freut die Verantwortlichen der beiden Verbände ALAtD („Association luxembourgeoise d’Art-thérapeutes Diplômés a.s.b.l“) und GML („Gesellschaft fir Musiktherapie zu Lëtzebuerg a.s.b.l) zwar sehr. Gleichzeitig unterstreicht es aber auch, wie notwendig eine Anerkennung der vollständigen Ausbildung beider Therapieformen ist, wie Cathy Schmartz, Präsidentin der GML gemeinsam mit Maria d’Elia, Präsidentin der ALAtD, erklärt: 

„Weder die Kunst- noch die Musiktherapie und der damit zusammenhängende Titel als Therapeut sind derzeit offiziell im Großherzogtum anerkannt. Damit steht Luxemburg natürlich nicht alleine da, und auch in den direkten Nachbarländern ist es um die vollständige Anerkennung noch nicht so gut bestellt wie etwa in Österreich. Positiv ist daher, dass die Therapieformen in öffentlichem Material einen Stellenwert eingeräumt bekommen, auch wenn dadurch das Paradoxon entsteht, dass die Therapieformen zwar unterrichtet werden, aber immer noch nicht anerkannt sind.

Gleichzeitig ist es auch begrüßenswert, dass die Schüler im Gesundheitswesen und die Teilnehmer der Fortbildungskurse in ihren Aus- und Weiterbildungen mit den Methoden der Kunst- und Musiktherapie in Kontakt kommen können und so auch die Zielgruppen der Therapie kennen lernen.

Es wäre aber gefährlich, eine langjährige professionelle Ausbildung zum Kunst- oder Musiktherapeuten mit einem optionalen Nebenfach im normalen Studium oder der normalen medizinischen Ausbildung gleichzusetzen. Die Therapeuten-Ausbildung verlangt ein vollständiges, mehrjähriges Bachelor- oder Masterstudium. Manche Therapeuten avancieren gar zum höchsten Ph. D-Abschluss. Sie werden von mehreren europäischen Universitäten (und sogar über Europas Grenzen hinaus) ausgebildet. Während dieser Ausbildung erhalten sie nicht nur eine volle Theorie-Basis, sondern lernen auch bereits in Praktika den direkten Umgang mit Patienten.

Die Ausbildung ist also hochkomplex und langwierig und kann deshalb keineswegs mit einem optional zu absolvierenden Erweiterungsfach verglichen werden. Es darf zudem nicht dazu führen, dass dieses Personal daraufhin eine Kunst- oder Musiktherapie für ihre Patienten anbieten kann; ein solcher Fall kann nicht nur dem Image der Therapieformen schaden, sondern ebenfalls einen negativen Effekt für die Patienten, meist besonders verletzliche Menschen, haben.

Die ALAtD und GML werden sich deshalb auch weiterhin dafür einsetzen, dass Kunst- und Musiktherapie offiziell anerkannt werden, um Missverständnisse wie dieses zu vermeiden.“