LUXEMBURG
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Welches Ernährungssystem braucht Luxemburg? „SustEATable“ soll Antworten finden

Es war eine jener Nachrichten, die die Luxemburger aufrüttelte: Das Großherzogtum sollte bis 2050 bei der Bevölkerung an der Millionengrenze knabbern, so das STATEC. Doch die wenigsten stellten die Frage: Wie soll man diese Bevölkerung überhaupt ernähren? Global betrachtet steigt die Bevölkerung auf ganze neun Milliarden, was die Frage umso dringlicher macht. Denn wie soll die Landwirtschaft eine Produktionssteigerung von 70 bis 90 Prozent leisten? Bereits jetzt hätte die intensive Landwirtschaft ihre negativen Einflüsse: Pestizidrückstände und Erosion, sowie ein Verlust der Biodiversität sind da nur die Spitze des Eisberges. Doch wo lassen sich die Lösungen finden?

Luxemburg kein Musterschüler

Bei der Ernährung und nicht bei den Bauern. So zumindest die nur auf den ersten Blick überraschende These des „Institut fir biologësch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg a.s.b.l.“ (IBLA). Tatsächlich will das Institut mit ihrem Projekt „SustEATable“ Wege aufzeigen, wie ein nachhaltiges Ernährungssystem gefunden werden kann.

Luxemburg ist hier bekanntlich kein Musterschüler, schafft das kleine Land es immer noch in die Top-5 der am meisten Fleisch pro Kopf vertilgenden Nationen (Quelle: Eurostat). Ein Umdenken hat hier bereits angesetzt, ist der Fleischkonsum im Großherzogtum nicht mehr auf Europameiserniveau. Doch dieses Umdenken müsste fortgesetzt werden, damit mehr Nachhaltigkeit erreicht wird. Wofür zunächst einmal Daten gesammelt und analysiert werden sollen.

Hier setzt „SustEATable“ an: Es soll zunächst eine Analyse des aktuellen Nachhaltigkeitsniveaus des Agrarsektors in Luxemburg erfolgen. Erst, wenn diese abgeschlossen ist und im Hinblick auf das Jahr 2050 verarbeitet wurde, können erste Empfehlungen folgen. Das braucht natürlich seine Zeit und so verwundert es nicht, dass das Projekt über eine Dauer von drei Jahren vom Umweltministerium gefördert wird. Das erwünschte Ergebnis beinhaltet die Antwort auf die Frage: Welches Ernährungsmuster und welche landwirtschaftlichen Praktiken sorgen für ein nachhaltiges Ernährungssystem in Luxemburg? Denn da die Landwirtschaft sich auch nach den Wünschen der Kunden richtet, können diese durch ihre Entscheidungen beim Konsum einen erheblichen Einfluss nehmen.

Verlorene „Links“

Die Liste der Projektpartner ist eine lange: Sowohl das „Luxembourg Institue of Health“, wie auch „Sustainable Food System“ und die Universität Luxemburg sind hier zu finden, um nur einige zu nennen. Darüber freut sich nicht nur die IBLA, sondern auch die Ministerin für Umwelt, Carole Dieschbourg (déi gréng). Die Ministerin führte aus, dass auch die Liebe zur Landwirtschaft durch den Magen ginge und beklagte eine zunehmende Distanz zwischen Produzent und Konsument. „Es sind viele ‚Links‘ verloren gegangen, die nur durch neue Denkweisen, durch Forschung, wiederhergestellt werden können“, sagte die Ministerin. Das gestrige „Kickoff“ zum Projekt „SustEATable“ sollte ein weiterer Schritt in diese Richtung sein.


Mehr Informationen zum „Institut fir Biologësch

Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg“ a.s.b.l

finden Sie unter www.ibla.lu