LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Mit „The Hobbit - An Unexpected Journey“ startet eine neue Fantasy-Trilogie

Im Jahr 1937 schrieb der britische Schriftsteller John Ronald Reuel Tolkien den fantastischen Kinderroman „The Hobbit“. In den Jahren 1937-49 folgte dann „The Lord Of The Rings“. Nachdem der neuseeländische Regisseur Peter Jackson mit der dreiteiligen Verfilmung der Ring-Saga zwischen 2001 und 2003 einen Riesenerfolg feiern konnte, wagte er sich an die Vorgängergeschichte heran, die wiederum in drei Teilen das Kinopublikum bis 2014 in Atem halten soll. Der erste Teil, „The Hobbit - An Unexpected Journey“, bietet zusätzlich eine technische Neuerung. Der Film wurde mit 48 Bildern in der Sekunde gedreht, wodurch dem menschlichen Auge eine Fast-Realität vorgegaukelt wird.

Drachen, Trolls und Orks

Der alte Hobbit Bilbo Baggins (Ian Holm) schreibt seine Erinnerungen nieder, damit sein Cousin Frodo (Elijah Wood) die Ereignisse der Vergangenheit besser verstehen soll. 60 Jahre früher bietet der Magier Gandalf (Ian McKellen) Bilbo (Martin Freeman) die Teilnahme an einem wunderbaren Abenteuer an. Doch der seinen banalen Gewohnheiten, wie Essen und Rauchen, verfallene Hobbit lehnt dankend ab. Kurz darauf tauchen 13 Zwerge in seinem Haus auf und bringen es ordentlich durcheinander. Thorin Oakenshield (Richard Armitage) soll eine Expedition leiten, welche sie in ihre alte Heimat Erebor führen soll, die durch den Drachen Smaug zerstört wurde.

Das Biest hat sich im Königreich Erebor im Innern des „einsamen Bergs“ niedergelassen und bewacht den sagenhaften Schatz der Zwerge. Thorin ist der Sohn des getöteten Königs, und er will unbedingt sein Reich zurück erobern. Da Bilbo nicht von einem Drachen gerochen werden kann, soll er mit der kleinen Truppe nach Erebor reisen und dort einen geheimen Eingang ausfindig machen. Die unerwartete Reise ist mit vielen Überraschungen gesäumt, u. a. mit gefräßigen Trolls, rachsüchtigen Orks, wütenden Goblins oder einem zwiespältigen Gollum (Andy Serkis), der seinen Ring verliert.

Originalität macht sich rar

Eigentlich bietet „The Hobbit“ nicht viel Neues. Die Figuren mit ihren positiven und negativen Eigenschaften sind größtenteils aus der „Lord Of The Rings“-Trilogie bekannt, u. a. noch der Elfe Elrond (Hugo Weaving), die Elfin Galadriel (Cate Blanchett) und der Zauberer Saruman (Christopher Lee), wie auch das Ambiente, die herrlichen
Landschaften Neuseelands.

Tricktechnisch ist das 170-minütige Epos perfekt und durch die neue 48-Bilder-Rate hält die 3D-Fassung ein paar nette Effekte parat. Aber wirklich originelle Ideen sind Mangelware. Am besten gefällt das Rätsel-Duell zwischen Bilbo und Gollum. Auch wenn sich nach einer überlangen Einführungen die Spannung langsam aufbaut, ist das Schema schnell erkannt.

Die Gefolgschaft gerät stets in eine aussichtslose Situation. Dann taucht immer irgendjemand auf, sei es Gandalf, Bilbo oder Riesenadler, und rettet die in Bedrängnis geratenen Zwerge in allerletzter Sekunde. Viel Geld, ein solches Projekt zu verfilmen (rund 150 Millionen Dollar pro Teil), genügt demnach nicht, um wirklich zu begeistern.

Dem ersten „An Unexpected Journey“ werden „The Desolation of Smaug“ und „There and Back Again“ folgen.