LUXEMBURG
CB

Vorläufige Daten deuten auf Rückgang von Drogenkonsumenten unter neuen HIV-Fällen hin

Im langfristigen Trend geht der problematische Drogenkonsum aus illegalen Quellen in Luxemburg zurück. Das geht aus der neuen Auflage des nationalen Zustandsberichts über die Drogennutzung in Luxemburg (RELIS 2016) hervor. Gleichzeitig ist die Zahl der Drogenkonsumenten in Behandlung so hoch wie nie zuvor. Auch bei der Ausgabe steriler Spritzen ist eine Steigerung zu verzeichnen. Im Jahr 2016 wurden nicht weniger als 423.000 saubere Injektionsnadeln verteilt. Die Spritzentauschrate - also gebrauchte gegen sterile - liegt derzeit bei 94 Prozent.

Der Bericht kommt ebenfalls auf die in den vergangenen Wochen mehrmals thematisierte Zunahme von neuen HIV-Infektionen sowie die steigende Prävalenz von Hepatitis C zu sprechen. Die noch nicht vollständigen Daten für 2017 deuteten laut Mitteilung auf einen erstmaligen Rückgang der Anzahl von Drogenkonsumenten unter den neuen HIV-Fällen hin. Zum Teil bedingt durch die gestiegene Verfügbarkeit von Kokain sind die HIV-Infektionen unter Drogenabhängigen seit 2014 gestiegen. Allerdings mahnt der Bericht zur Wachsamkeit, da die HIV-Inzidenz wie auch die Prävalenz von Hepatitis C unter Drogenkonsumenten hoch bleibe.

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch hatte erst am Montag den ersten nationalen Hepatitis-Aktionsplan vorgestellt, der Synergien zum nationalen Aids-Aktionsplan nutzen soll.

Aus der Mitteilung des Gesundheitsministeriums geht außerdem hervor, dass sich seit der Erstellung von nationalen Aktionsplänen ein tendenzieller Rückgang von Todesfällen durch Überdosis feststellen lässt. Mit fünf Fällen im vergangenen Jahr weise Luxemburg eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten im EU-Vergleich auf. Im Jahr 2000 sind 26 Menschen durch über eine Überdosis ums Leben gekommen.