ESCH/ALZETTE
SOPHIA SCHÜLKE

„Francofolies du Luxembourg“ starten im September mit einer „Warm up Edition“

Julien Clerc und Shaka Ponk treten Anfang September in Luxemburg auf und geben Konzerte in Esch/Alzette. Doch im Gefolge des berühmten Chansonniers und der beliebten Crossover-Band aus Frankreich kommt noch ein ganzes Musikfestival hinterher. Dieses Jahr erst einmal in der kleinen Version mit Konzerten von zehn Solokünstlern und Bands, in den kommenden fünf Jahren dann größer geplant, mit rund hundert Veranstaltungen: In der Stadt Esch/Alzette sollen die Francofolies heimisch werden.

„In Luxemburg ist ein wunderbares Festival der Francofolies machbar und Esch verfügt über gut entwickelte Kulturstrukturen“, führt Jean-Serge Kuhn, CEO der KDTS, dem Produzenten der „Francofolies du Luxembourg“, aus. Eine Zusammenarbeit mit Schulen und Uni und weitere Veranstaltungen wie Lesungen im Zentrum seien dabei auch möglich. „Francofolies sind nicht unbedingt große Konzerte, sondern auch Lebensart.“

Große Pläne, aber kein Selbstläufer

Bürgermeister Georges Mischo erklärte: „Wir sind sehr aufgeregt, die Francofolies in Luxemburg zu organisieren.“ In den kommenden Jahren stellt die Stadt dafür ein Budget von 200.000 Euro zur Verfügung.

Die Initiative für die Expansion nach Luxemburg haben die Veranstalter der Francofolies selbst ergriffen und sind auf die Stadt zugekommen. Weil alles recht kurzfristig passiert, mit nur etwa einem Jahr Planung, gibt es in diesem Jahr zunächst die kleinere „Warm up Edition“. Man ist aber optimistisch und erhofft sich, dass die Escher Francofolies in fünf Jahren so ein Erfolg werden wie die in La Rochelle.

Das Musikfestival wurde 1985 in La Rochelle gegründet und erfreut sich dort großer Beliebtheit: 2017 zog das umsatzstarke Ereignis 155.000 Besucher an. Das Konzept wurde ab dem Jahr 1989 auch exportiert. Zuerst nach Montréal, 1994 dann nach Spa und später folgten auch Ausgaben in Bulgarien, Buenos Aires, Berlin, Santiago de Chile und der Schweiz. Letztere fanden allerdings nur zeitweise statt. Das Musikfestival, das französischsprachige Musik oder Musik von frankophonen Künstlern propagieren will, ist eben nicht überall ein Selbstläufer und findet auch nicht dauerhaft überall eine treue Anhängerschaft.

Dass die luxemburgischen Francofolies in Esch/Alzette aber ein Erfolg werden, davon sind die Initiatoren und die Organisatoren überzeugt. Bürgermeister Mischo nennt als potenzielle Besucher Grenzgänger und in Esch ansässige Franzosen, schließlich feiere die Stadt ja auch den 14. Juli. „Esch ist die frankophonste Stadt, wir haben exzellente Beziehungen zu unseren Nachbarn“, erklärt dazu Stadtschöffe Pim Knaff. Aber auch viele Escher und Luxemburger stellt man sich in den Publikumsreihen vor. Mischo merkt zudem noch an, dass die Veranstaltungen für diese „Warm up Edition“ der Francofolies bereits fast ausverkauft seien.

„Wir wollen, dass das ein festes Event für Esch wird und dass Esch in der Großregion bekannter wird“, erläutert Knaff weiter. Die Vereinbarung mit den Francofolies wurde daher bis 2022 unterschrieben. Für jenes Jahr soll das Festival auch als Projekt anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt eingereicht werden, allerdings muss das Projekt dafür noch gutgeheißen werden.

Zudem sollen in den kommenden Jahren auch Partner wie etwa die Kulturfabrik dazukommen, die aufgrund der Kurzfristigkeit für die diesjährige Ausgabe nicht mehr zu buchen waren.

Im Geist der Francofolies

Gérard Pont, Präsident der Francofolies, erklärte über Schalte, dass das Programm der luxemburgischen Francofolies den Grundsätzen und Ansprüchen der anderen Francofolies-Festivals entspreche: „Der künstlerische Fokus liegt auf vielseitigen Künstlern, Legenden des Chanson und jungen aufstrebenden Musikern.“ Stets in Verbindung mit der Frankophonie.

Wie stark dann das Französische als Sprache vertreten sei, hängt von den Trends und Künstlern ab. Gérard Lacroix, Vizepräsident der Francofolies, erläutert: „Es gibt bestimmte Trends in der Chansonentwicklung, das Festival folgt diesen Tendenzen, ohne sie zu schaffen, sondern um sie in der Entwicklung zu unterstützen.“

Die „Francofolies du Luxembourg“ finden vom 6. bis zum 8. September in Esch/Alzette statt. Julien Clerc tritt am ersten Festivaltag im „Théâtre d’Esch“ auf, Shaka Ponk und Mat Bastard folgen am 7. September in der Rockhal und am 8. September steht die Bühne für aufstrebende Künstler der lokalen Szene bereit.

Komplettes Programm und weitere Informationen unter www.francofolies.lu