BETTEMBURG
CORDELIA CHATON

Am dritten Tag besichtigte das niederländische Königspaar Neobuild und CFL Multimodal

Der dritte und letzte Tag des Staatsbesuchs von König Willem-Alexander und Königin Màxima aus den Niederlanden stand ganz im Zeichen von Innovationen in der Bau und Transportwirtschaft. Morgens besichtigten sie gemeinsam mit dem großherzoglichen Paar. Das im Juni 2015 offiziell eingeweiht 2.200 m² Innovationszentrum für nachhaltige Bauwirtschaft im Industriegebiet Krakelshaff in Bettemburg ermöglicht vor allem kleinen und mittleren Unternehmen, konkrete Angebote, Produkte, Techniken und Maßnahmen auszuprobieren und zu testen. Neobuild-Präsident Roland Kuhn begrüßte die anwesenden Gäste gemeinsam mit Umweltministerin Carole Dieschbourg und Bettemburgs Bürgermeister Laurent Zeimet. Kuhn sprach vom „Herz der dritten industriellen Revolution“, bei der es um Themen wie Smart Buildings und Energie ginge. Neobuild habe bislang mehr als 3.500 Unternehmen und über 50.000 Mitarbeiter unterstützt. Bruno Renders, Administrateur-délégué von Neobuild und dem „Conseil de Dévélopement économique de la construction“, unterstrich den positiven Geist der Kooperation. „Ihre Präsenz wird unsere Glaubwürdigkeit erhöhen“, dankte er dem Königspaar. Dieschbourg lobte den Mix aus Aus- und Weiterbildung sowie Forschung. Sie dankte auch der anwesenden Staatssekretärin Stientje van Veldhoven aus dem niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wassermanagement für die Unterstützung beim Kampf für Umweltziele auf europäischer Ebene.

Steine mit Elefantengras

Während des Besuches erfuhren die Hoheiten, wie die „Syndicats des Eaux du Sud“ (SES) Wassermanagement für Gemeinden betreibt, wie der Luxemburger Farbenhersteller Robin es geschafft hat, die hundertprozentig biobasierte Farbe „Verdello“ herzustellen, die nur mit nachwachsenden Rohstoffen produziert wird oder auch, wie Steine anders produziert werden können. Beton wird aus Kies, Zuschlagstoffen, Sand, Zement, Wasser und etwas Chemie hergestellt. Eurobéton- und Contern S.A.-Chef Robert Dennewald berichtete, wie sein Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg den Kies durch Elefantengras ersetzt hat, das den Steinen gehäckselt zugefügt wird. Gemeinsam mit einer neuartigen Isolation aus Hanf ist das eine alternative Lösung für den Bau, die allerdings etwas teurer ist als herkömmliche Steine. Mit „Digital Inclusion“ wurde den Hoheiten von Pierre Bley, Präsident des „Œuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“, eine soziale Initiative vorgestellt. Der Verein setzt sich dafür ein, auch Menschen mit wenig Geld und vor allem Flüchtlinge digital einzubinden, sei es durch Kurse, sei es durch aufgearbeitete Hardware.

Anschließend begab sich die Delegation zum Logistikdienstleister und Spediteur CFL Multimodal, wo das Königspaar und das großherzogliche Paar von Transportminister François Bausch und Unternehmensrepräsentanten empfangen wurde. Bei einer Bustour über das Gelände, das immerhin so groß ist wie 45 Fußballfelder, erfuhren die Gäste dann mehr über CFL Multimodal, das mit zwölf Niederlassungen in sechs europäischen Ländern vertreten ist. Daniel Feyder, Direktor CFL Terminals, erklärte, dass jeder Lkw rund zehn Mal fotografiert wird, bevor es weitergeht. Zwei Züge mit 20 Waggons können zeitgleich auf die beiden 700 Meter langen Plattformen umgeladen werden. Bis zu 16 Züge täglich können abgefertigt werden - vorerst ist es nur ein Viertel. „Für das Be- und Entladen brauchen wir maximal drei Stunden“, erläuterte Feyder, der auch Wartung und das Lager erklärte. Von den rund 4.200 Niederländern in Luxemburg arbeiten übrigens sehr viele im Logistikbereich.

Einige durften das Monarchenpaar in der niederländischen Residenz in Luxemburg bei einem Empfang für die niederländische Gemeinschaft treffen, bevor es sich um die Mittagsstunde vor dem großherzoglichen Palast und am Flughafen von seinen Gastgebern und der Bevölkerung verabschiedete.