LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Valérie Minelli hält in ihrem ersten Comicband „Neben der Spur“ ihre Gefühle fest

Über die kleinen Unsicherheiten und die große Gewissheit der wahren Liebe wurde schon viel geschrieben und gesungen. Valérie Minelli hält sie lieber auf anrührende und humorvolle Weise in Comicstrips fest. Mit all den kleineren Katastrophen und der alltäglichen Situationskomik eines Studentenlebens zu zweit. In ihrem ersten Comicband „Neben der Spur“ lässt die junge Luxemburgerin ihre eigene Beziehung Revue passieren und zeigt ihren Lesern, wie chaotisch das Leben einer Kunststudentin in Saarbrücken sein kann. Als „mrs.frollein“ teilt sie ihre Strips auf Englisch auch mit einem Teil der Instagramwelt und findet dort viele Fans, derzeit sind es schon an die 85.000. Warum es auch ohne große Vorbilder ging und was sie als nächstes zeichnet, erklärt die 25-Jährige im Interview.

Dein erstes, eigenes Comicbuch ist fertig - wie fühlt sich das an?

VALÉRIE MINELLI Ich war ziemlich stolz, es fühlt sich gut an, weil man endlich mal was geschafft hat. Wir sagen immer, es ist wie eine Geburt, also ist man froh, dass fertig ist. Insgesamt habe ich zwei Jahre daran gearbeitet und zwei Comicbände in einem Buch veröffentlicht. Der zweite Band ist eine Fortsetzung, man kann sie sowohl einzeln als auch als Gesamtwerk lesen.

Wie würdest Du den Zeichenstil beschreiben?

VALÉRIE Sehr simpel, auch, weil es nur Graustufen sind. Zudem niedlich, angelehnt an den Chibi-Stil aus den japanischen Mangas, nur haben meine Figuren kleinere Augen, denn ich finde die großen Mangaaugen hässlich und auch mit kleinen Augen und dem Mund kann man ziemlich viel ausdrücken.

Was findest Du witzig?

VALÉRIE Ich finde eher vulgäre Sachen so krass lustig, will das aber nicht in meinen Comics haben, die Leute, die sie lesen, sollen ein gutes Gefühl haben.

Was inspiriert dich?

VALÉRIE Als ich mit den Comics angefangen habe, war ich frisch verliebt und wollte das festhalten, einige Episoden, etwa mit dem Hund, sind fiktiv, denn irgendwann hatte ich genug von mir selbst. Inspiriert hat mich auch mein Malereistudium, wo man nicht so viel mit Comics anfangen konnte. Ich studiere heute Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Comics, das wurde im vergangenen Wintersemester neu angeboten und ich habe direkt in diesen Studiengang gewechselt, dort sind wir auch nur zu dritt.

Wie studiert sich das?

VALÉRIE Es ist egal, was man studiert, man kann an jedem Kurs teilnehmen, wobei die Comickurse immer gut besucht sind. Es gibt sehr viele persönliche Gespräche, als die Dozenten merkten, dass ich ein Buch schreiben will und das es auch wirklich etwas werden könnte, wurde ich auch unterstützt.

Was war die größte Herausforderung an dem Comic?

VALÉRIE Am Anfang war es nur ein kleines Projekt mit kleinen Strips, aber dann hatte ich Motivation und Inspiration für mehr als 100 Seiten, das zeichnet man zwar nicht einfach so runter, denn es ist körperlich anstrengend, aber es macht einfach nur Spaß.

Welche Vorbilder hast Du?

VALÉRIE Ich lese selber nicht so viele Comics, und wenn, dann meistens „Web Comix“, die „Shen-Comix“ und die „War and Peas“ von meinem Kunstprofessor lese ich gerne, am Ende hat mich alles ein bisschen beeinflusst.

Du hast auf Instagram an die 85.000 Follower, war das eine Art Boom oder passierte das kontinuierlich?

VALÉRIE Es gibt immer Booms, der Algorithmus von Instagram war mein Glück und der macht, was er will, sodass ich eines Tages auf die Startseite gestellt wurde, da bekam ich direkt an einem Tag viele Follower und dann hat man mich von „Boredpanda“ angeschrieben und dann kamen noch mehr hinzu.

Du planst schon die nächste Aktion?

VALÉRIE Meinen ursprünglichen Plan über mein Leben in Luxemburg und Deutschland zu schreiben, habe ich verworfen. Es wird einfach eine komplette Fantasiegeschichte, das Autobiografische war mir genug. Es soll um Fantasiewesen aus einem Baumvolk gehen, das im Wald lebt. Ich denke, es wird dieses Mal teilweise sehr traurig und nicht so humorvoll, es soll aber auch wieder ein gutes Gefühl vermitteln.

Musstest Du eigentlich sehr dafür kämpfen, damit Du etwas Künstlerisches studieren kannst?

VALÉRIE In Luxemburg habe ich die Kunstklasse gemacht, also war relativ klar, in welche es geht. Vor Kommunikationsdesign habe ich Kunstgeschichte studiert, das war mir aber zu trocken. Meine Eltern hätten es vielleicht lieber gehabt, wenn das Kind was Brauchbares studiert, aber es ist für sie kein Problem und meine Freunde sind auch alles Künstler.


Weitere Informationen

unter www.instagram.com/mrs.frollein und mrsfrollein.storenvy.com