Nationalrat der Frauen stellt Bericht zu den Kommunalwahlen vor

Der „Conseil National des Femmes“ (CNFL) hat gestern seinen Bericht zu dem Beitrag der Frauen bei den Kommunalwahlen vorgelegt. Der Bericht, angefertigt aus den Zahlen des seit 1998 aktiven „Observatoire de la participation politique des femmes aux élections“, hat demnach einen ersten Rückblick auf die Gemeindewahlen sowie einen möglichen Ausblick auf künftige Wahlen erlaubt. „Die Schlüsseldaten zeigen: Von 1.279 Frauen wurden 277 in einen Gemeinderat gewählt - das wären 24 Prozent“, erklärt Monique Stein, die für die Auswertung verantwortlich zeichnet. „Besonders in Majorzgemeinden taten sich Kandidatinnen demnach sehr schwer. Das zeigt sich auch im Umkehrschluss bei Kandidatenlisten mit einem hohen Frauenanteil: Diese schnitten viel besser ab.“ Im Vergleich zum Resultat von 2011 sei damit ein weiterer Anstieg festzustellen: 3,7 Prozent mehr Kandidatinnen und 3,25 Prozent mehr gewählte Frauen im Gemeinderat standen unterm Strich.

Stark im Zentrum und im Süden

Regionale Unterschiede gebe es demnach auch: Während sich der Zentrumsbezirk mit 39 Prozent an Kandidatinnen hervor tat, lag der Süden des Landes mit 28 Prozent erfolgreich gewählten Ratsmitgliederinnen vorn. „Besonders löblich ist, dass die Zahl der Gemeinden mit über 40 Prozent Frauen auf 16 gestiegen, die Zahl der Gemeinden ohne Frau im Gemeinderat auf nur noch acht gefallen ist“, fuhr Stein fort.

CNFL-Präsidentin Danièle Martin zog ihre Schlüsse aus dem Bericht: „Wir sind weit von einer Gleichstellung entfernt, aber ein leichter Fortschritt ist dennoch zu erkennen“, merkte sie gestern an. „Mentalitäten ändern sich nur langsam, weshalb es doppelt wichtig ist, auch weiterhin gezielt für politisches Engagement zu werben.“ Zudem würde sich die CNFL eine Frauenquote auf den Listen wünschen: „Parteien mit besserer Listenverteilung haben bereits gut abgeschnitten. Das zeigt doch, dass es funktionieren kann“, sagte Martin. Weniger Stereotype bei der Mandats-Vergabe seien zudem auch „keine schlechte Idee“. Immerhin: „Es tut sich was.“DO