LUXEMBURG
INGO ZWANK

„Sports et Loisirs Naturistes, Luxembourg“ lädt zu FKK-Schnuppertagen ein

Raus aus den Klamotten und nichts als die Luft auf der Haut spüren - für viele Freunde der Freikörperkultur gibt es nichts Schöneres, als sich im Adams- oder Evakostüm pudelwohl zu fühlen. Und mit dem Sommer beginnt damit auch wieder die Saison der FKK-Fans.

Nahtlose Bräune

Am 2. und 3. Juni 2018 öffnet der Verein „Sports et Loisirs Naturistes, Luxembourg“ allen, die eine erste FKK-Erfahrung machen möchten, die Türen seines FKK-Geländes. Auf dem vier Hektar großen Areal, welches in der Nähe von Luxemburg-Stadt liegt, können Besucher eine naturbelassene und friedliche Umgebung genießen, „hervorragend geeignet, um entspannende und angenehme Momente ohne Kleiderzwang zu verbringen“, wie sich Armand Ceolin, beim Verein zuständig für die Kommunikation, im „Journal“-Gespräch ausdrückt.

Sei es zum nahtlosen Bräunen kombiniert mit der Lektüre des Lieblingsautors, für eine Partie Pétanque oder einen Spaziergang ohne jeglichen Kleiderzwang über das gänzlich sichtgeschützte Gelände: „Jeder kann hier sein Glück finden.“

Wie ist es denn um die Freikörperkultur in Luxemburg bestellt? Ceolin, der selbst seit rund 30 Jahren begeisterter FKKler ist und die Kultur erstmals, „wie sicher so viele“, im Urlaub kennengelernt hat, spricht von einem aktuellen Mitglieder-Aufwärtstrend.

„Leider hatten wir in den FKK-Vereinen, sowohl national und international, auch mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen. Man musste neue Mitglieder suchen, und der Abwärtstrend hat sich etwas gelegt“, sagt Ceolin mit Blick auf die rund 250 Mitglieder. Viele Mitglieder kämen mit der ganzen Familie, „auch den Kindern“, doch wenn die in die Pubertät kommen, „dann schämen sie sich ab und an.“ Erst Jahre später kämen viele, die als Kinder hier mitgenommen worden seien, als Erwachsene wieder zurück. Und was interessant ist: Unter den Mitgliedern sind über ein Dutzend Nationalitäten vertreten, „wie unsere Gesellschaft eben aussieht.“

Die Vereinigung ist als ältester Luxemburger FKK-Verein im Jahre 1981 unter dem Namen „Les Naturistes Luxembourgeois asbl“ gegründet worden. „Wir sind über den Luxemburger Naturisten Verband (Fédération Luxembourgeoise de Naturisme - FLN) an die Internationale Naturisten Föderation (INF) angeschlossen und sind dadurch Mitglied in der weltweiten Naturistenorganisation“, erzählt Ceolin. Im Jahre 1994 wurde der Verein in „Sports et Loisirs Naturistes, Luxembourg“ asbl (SLNL) umgetauft - seit 1987 sei man Besitzer des eigenen vier Hektar großen Naturistengeländes, „zu dem alle unsere Mitglieder freien Zugang haben.“ Dieses „kleine Paradies“ sei ausschließlich dazu bestimmt, abseits vom üblichen Touristenrummel anderer Erholungs- oder Ferienzentern den Mitgliedern Ruhe und Entspannung zu bieten. Ob man nun nur nackt in aller Ruhe sonnenbaden oder sich ein wenig sportlich betätigen will, für jeden sei das Richtige vorhanden. „Seit 1999 steht unseren Besuchern darüber hinaus ein 55 m² großes geheiztes Schwimmbecken zur Verfügung.“

Werben und aufklären

Mit Aktionen wie dem Tag der offenen Tür will der Verein aber nicht nur Mitglieder werben, „wir wollen auch aufklären: Denn FKK hat nichts mit ominösen Swinger-Clubs zu tun. Clubs, die sich nur das FKK vor den Namen stellen.“ Bei der Gründung der Internationalen Föderation sei ein Leitsatz verfasst worden: „Naturismus ist eine Lebensart in Harmonie mit der Natur. Sie kommt zum Ausdruck in der gemeinschaftlichen Nacktheit, verbunden mit Selbstachtung sowie Respekt gegenüber Andersdenkenden und der Umwelt“. Und dieser Leitsatz gelte heute immer noch, „auch für unseren Verein. Daher sind bei uns auch strikt sexuelle Aktivitäten auf dem Gelände verboten.“

Erlaubt nicht überall

Ist Nacktheit denn heutzutage nicht ohnehin allgemein akzeptiert? „Nacktheit ist heute tatsächlich kein Phänomen mehr“, doch erlaubt sei es deshalb noch nicht überall. In Luxemburg dürfe man nicht überall nackt auftreten - anders in Spanien, wo es sogar ein Grundrecht und in der Verfassung verankert ist - „sich auf einem FKK-Vereinsgelände aufzuhalten, gibt so natürlich auch mehr Sicherheit.“

Und wohin schauen eigentlich zwei FKKler, wenn Sie sich begegnen? „Wie andere Menschen auch, gucken sich FKKler in die Augen - und nicht auf die Geschlechtsteile“, stellt Ceolin klar. Sicher gebe es auch solche, bei denen die Neugier am Anfang dominiert, aber das lege sich sehr schnell.


Interessiert an der Freikörperkultur?

Infos kann man auf der Homepage des

Vereins unter www.naturisme.lu finden

oder per Telefon +352 691 639250 anfragen