CLAUDE KARGER

Aus allen Wolken sei er gepurzelt, als er nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub die CSV-Wahlkampagne entdeckte, vertraute nun ein Vertreter der „aile anarchiste du CSV“ dem „Quotidien“ an. „Là, je me suis dit: „Oh my God!“ Une telle campagne, invisible, médiocre, c’est la première raison de l’échec aux élections de dimanche“, haut Pierre Lorang den Nagel auf den Kopf. Zweiter Schnitzer: „ce problème de posture toxique: arrogance, langue de bois, manque d’individualité et de profil intellectuel, boussole éthique quelque peu déréglée“. Im orangen Krabbenkorb hätten sich schon „fast alle“ als Deputierte und sogar als Minister gewähnt und das Teamwork sei den Bach runter gegangen. Drittens habe die CSV am Ende die Grünen vergrault und zu sehr mit der DP geflirtet. Das habe einen Teil des Elektorat „sensible aux aux déclarations du pape François sur l’écologie intégrale“ in die Arme der Braz-Bausch-Bande getrieben... Treffende Analysen. Ob die Parteispitze allerdings bereit ist, sie zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn Konsequenzen zu ziehen, steht freilich auf einem anderen Blatt. Hörte man gestern ins Morgen-Gepolter im RTL-Rundfunk rein, scheint man davon jedenfalls noch Äonen entfernt. Da gab es vielmehr ordentlich Mi-Mi-Mi, Fingerpointing und ein Sester Presseschelte. „Oh my God!“, kann man da nur sagen.