MONDORFCLAUDE KARGER

„Caisse médico-chirurgicale mutualiste“ deckelt Leistungen bei„Denta & Optiplus“-Garantie - Allerdings keine Tariferhöhungen im kommenden Jahr

Die „Caisse médico-chirurgicale mutualiste“ muss weiter auf die Bremse treten, damit die Garantie „Denta & Optiplus“ nicht aus dem Ruder läuft. Am vergangenen Samstagmorgen gab eine außerordentliche Generalversammlung der Mutualitätsdelegierten in Mondorf mit einer breiten Majorität grünes Licht für eine Reihe von zusätzlichen Anpassungen zum 1. Januar 2013, wie die Deckelung der Rückerstattung verschiedener Leistungen (s. auch Tabelle) und die Begrenzung der Rückerstattung von Zahnprothesen auf maximal 3.500 Euro pro versicherter Person in einem Zeitraum von zwei Jahren. André Even, der Geschäftsführer der CMCM geht davon aus, dass diese Maßnahmen zu Einsparungen von etwa 3 Millionen Euro bei Denta & Optiplus in den kommenden Jahren führen werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine außerordentliche Generalversammlung eine Absenkung der Rückerstattungsquote bei Zahnarztleistungen von 80 auf 70% beschließen müssen, um die Explosion der Kosten abzufedern. Es bleibt auch dabei dass die CMCM dem Versicherten 70% der Kosten zahlt, die nach Rückerstattung der Gesundheitskasse und des Allgemeinregimes der „Caisse médico“, übrig bleiben.

Gleichzeitig hatte die CMCM im Oktober 2010 beschlossen, eine allgemeine Beitragserhöhung vorzunehmen. Die erst zum 1. Januar 2010 eingeführte Garantie „Denta & Optiplus“, sei ein „Opfer ihres eigenen Erfolgs“ geworden, sagen die Verantwortlichen. Bereits im ersten Jahr, hatten sich fast 42.000 Familien für die Zusatzversicherung angemeldet und ging die Schere zwischen Beitragszahlugen und Leistungen beträchtlich auseinandeinander. Statt der 10 bis 15% zusätzlichen Rückerstattungsforderungen, von der die französische Mutualität ausgegangen war, die gemeinsam mit den luxemburgischen Mutualitäten das Modell für „Denta & Optiplus“ berechnet hatte, waren es am Ende 35% mehr. „Wir waren überrascht über den Zulauf“, sagt André Even. Mittlerweile ist die Zahl der Neuanmeldungen zurück gegangen. Das Gros der Leistungen betrifft Zahnprothesen und -implantate. Allein 2011 beliefen sich die Rückerstattungen in dieser Sparte auf knapp 13,3 Millionen Euro, 50,94% mehr als im Jahr zuvor. „Wir haben die Forderungen sehr genau unter die Lupe genommen“, erklärt André Even. Dabei habe sich unter anderem auch heraus gestellt, dass verschiedene Zahnärzte beispielsweise bei Übergangszahnprothesen zwei bis dreimal mehr berechnen als der Durchschnitt. Man wolle den Medizinern zwar nicht zu nahe treten, so Even, die CMCM habe aber „ein Zeichen setzen“ wollen indem sie provisorische Prothesen in Zukunft nicht mehr zurück erstattet und die Rückerstattung der Kosten von definitiven Zahnersätzen deckelt.

Defizit von zwei Millionen Euro abzutragen

Die CMCM erhofft sich natürlich auch dass sich die Versicherten selbst bei teuren Zahnprothesen mehrere Kostenvoranschläge einholen. Die „Caisse médico“ zeigt sich zuversichtlich, dass die nun beschlossenen Maßnahmen zu einer Abbremsung der „Denta & Optiplus“-Ausgaben führen werden. Für das laufende Jahr rechnet André Even bereits mit einem Gleichgewicht zwischen Beiträgen und Leistungen.

Allerdings bleibt ein Defizit von etwa 2 Millionen Euro aus den ersten beiden Jahren der Zusatzversicherung zu tilgen. Das wollen die Verantwortlichen, die die Fristen für die Rückerstattungen im letzten Jahr von mehren Monaten auf ein paar Wochen reduzieren konnten, über mehrere Jahre abtragen. Möglichst ohne an der Rückerstattungsquote und den Beiträgen zu rütteln.

Letztere werden übrigens ab dem 1. Januar nur leicht ansteigen infolge der Index-Anpassung vom vergangenen 1. Oktober.