LUXEMBURG
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13. Europäischer Berufswettbewerb der Zimmerleute - und Luxemburg ist mit dabei

Vom 18. bis 21. Oktober 2018 findet in Luxemburg der 13. Europäische Berufswettbewerb der Zimmerleute, „Timber Construction European Championship 2018“, statt.

30 junge Teilnehmer aus zehn Ländern, aus Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Österreich, Dänemark, Italien, Ungarn, England, der Schweiz und Russland, messen sich im Wettstreit und bauen eine anspruchsvolle Holzkonstruktion in begrenzter Zeit. Seit 1994 werden die bedeutenden Wettbewerbe von der ehemaligen Europäischen Vereinigung des Holzbaus (EVH) ausgerichtet. Dieses Jahr wird der Wettbewerb gemeinsam mit „Holzbau Luxemburg“ organisiert.

Dreitägiger Wettbewerb

Während des dreitägigen Wettbewerbs im Rahmen der „Home & Living LuxExpo The Box“ ermitteln die talentiertesten Jungzimmerer so den besten Zimmerer-Gesellen 2018. Wie auch bei den nationalen Berufswettbewerben müssen bei den „Timber Construction European Championships“ anspruchsvolle Holzkonstruktionen in einem begrenzten Zeitrahmen gebaut werden. Die Europameisterschaften geben einen Überblick über den Ausbildungsstand im konstruktiven Holzbau in den einzelnen Teilnehmerstaaten und rücken das Berufsbild der Zimmerleute in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Trainingslager „Lycée technique du Centre“

Die luxemburgische Zimmerernationalmannschaft bereitet sich aktuell intensiv während drei Wochen im „Lycée technique du Centre“ auf die Meisterschaft vor. Dominic Gerhardt (21, Steffen Holzbau in Grevenmacher, Lieblingsholz: Akazie), Simon Dichter (19, ZDK Langer Echternach, Lieblingsholz: Eiche) und Fabian Eppers (21, ZDK Langer Echternach, Lieblingsholz: Fichte) gehen für das Großherzogtum bei der Zimmerer-EM, zusammen mit ihrem Betreuer Pierre Kass, Lehrer am „Lycée technique du Centre“, ins Rennen. Die Drei haben sich über den nationalen „LuxSkills“-Wettbewerb qualifiziert und wurden gefragt, ob sie an der EM teilnehmen wollen. „Wobei wir in unterschiedlichen Wettbewerben starten“, erzählen die Drei. Dominic und Fabian starten im Wettbewerb für die etwas älteren Gesellen, Simon bei den jüngeren. „Mein Wettbewerb wird nicht ganz so anspruchsvoll sein“, sagt Simon. Was aber nicht bedeutet, dass er nicht auch möglichst genau arbeiten muss. Denn darauf kommt es an, wenn die Jury ihr Werk begutachten kommt. „Doch was wir genau machen müssen, wissen wir natürlich noch nicht.“ Die renommierten Teilnehmerländer dürfen „Wettbe-werbsentwürfe“ einreichen, die dann noch verändert werden können. „Möglich ist also, dass wir alle den Vorschlag von Österreich oder Deutschland nachbauen müssen.“ Dafür haben sie drei Tage Zeit, „die wir uns einteilen können, wie wir es für richtig halten“, erzählen die Zimmergesellen.

Auch der Umgang mit den Zuschauernmuss gelernt werden

Von ihrem jeweiligen Betrieb sind sie für die vier Wochen freigestellt, und „die Holzbau Lëtzebuerg asbl unterstützt uns hier in unserem Trainingslager mit allem, was wir brauchen“ - an Übungsmaterial wird es also nicht fehlen. Doch nicht nur das Handwerkliche müssen die jungen Männer üben, auch der Umgang mit Zuschauern und Publikum. „So waren wir schon mit einem Stand beim ‚Bëschfest‘ präsent und haben unter den Augen der Besucher gearbeitet. Man hat uns klar gesagt, dass wir das alles ausblenden sollen und ruhig weiterarbeiten sollen, auch wenn alles auf uns schaut“, erzählen sie mit einem Schmunzeln. Eben nur nicht aus der Ruhe bringen lassen - das ist alles. Am kommenden Montag fällt die Entscheidung, welches Modell schlussendlich im Wettbewerb gebaut werden soll, damit die Holzliste eingereicht werden kann. Doch erst am 18., dem ersten Wettbewerbstag, erfahren die Teilnehmer, was auf sie zu kommt. „Dann dürfen wir noch kurz Fragen stellen, danach sind wir alle auf uns alleine gestellt...“

Der Wettkampf findet in der Halle 7 vom 18. bis 20. Oktober, 9.00 bis 19.00 statt